Karneval der Tiere für Klavier und Akkordeon

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Das Akkordeon-Orchester Abtsmgünd unter der Leitung von Claudia Sternfeld Foto: Rainer Wiese
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Wie das Akkordeon-Orchester Abtsgmünd und Klaviersolisten im Peutinger Gymnasium überzeugen.

Ellwangen. Die beiden Flügel stehen auf der oberen Ebene des Forums, das Orchester nimmt am unteren Ende der Freitreppe Platz, das Publikum hat reichlich Raum davor: Das Konzert des Akkordeon-Orchesters Abtsgmünd findet im Peutinger Gymnasium statt. Auf dem Programm „Karneval der Tiere“ von Camille Saint Saëns und von Sergei Rachmaninow die Suite Nr. 2 für zwei Pianos op 17.

So ist der „Karneval“ komponiert: Ein Sprecher stellt die Elefanten und Kolibris, die Erdferkel und Ratten, den Löwen und die Biber, die Ameisen, Uhus, Marabus und einige mehr vor, die zu Tausenden zum Karneval versammelt sind. Die Klaviere zeigen die Tiere musikalisch in ihrer Eigenart, lautmalerisch, mit Ironie und Humor; das Orchester tritt jeweils in den Dialog mit den Solisten ein, dienend mit den Mitteln des Akkordeons – und einer hoch entwickelten Orchesterkultur. Unter dem präzisen Dirigat von Claudia Sternfeldt entstehen Klänge von eigentümlicher Schönheit, mit exaktem Spiel in allen Stimmgruppen, die wie von einer Hand gespielt wirken. Die durchgängige Disziplin ist gleichwohl belebt, musikantisch, voller Spielfreude. Man hätte gerne noch  mehr von diesem vorzüglichen Ensemble gehört und freut sich auf den nächsten Auftritt.

Der Sprecher war Hans-Ulrich Engel, ehemaliger Lehrer am Peutinger Gymnasium und Intendant der Konzerte des Stiftsbundes, der auch das Akkordeon-Konzert am Samstag wesentlich unterstützte. Engel sprach den „Karneval“-Text mit Eleganz und Feinsinnigkeit, ein rhetorischer Genuss.

Das Pianisten-Duo Mona Weingardt und Marc Vogel trugen mit gekonntem Spiel zum guten Gelingen des „Karneval der Tiere“ bei. Ihr Spiel an den beiden Flügeln fernab vom Orchester war gut abgestimmt mit der Dirigentin, war frisch, munter und voller virtuoser Raffinesse.

Bei der Rachmaninow-Suite waren anspruchsvolle pianistische Aufgaben auch in der Koordination zu bewältigen, was dem Paar gelang. Dabei geriet der interpretatorische Bogen über die vier Teile der Suite gelegentlich in den Hintergrund. Die Solistin und der Solist bedankten sich für den kräftigen Applaus mit dem Ungarischen Tanz Nr. 5 von J. Brahms.⋌Rainer Wiese

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