Kiebitz-Bestände eingebrochen

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Ab April werden vier birnenförmige Eier von beiden Partnern ausgebrütet.

Der Vogel mit buntem Federkleid wohnt am Bucher Stausee. NABU-Ellwangen-Mitglied Peter Wolf erklärt, was den Vogel besonders macht. Er gilt als gefährdet.

Ellwangen

Sein Federkleid schillert in allen Farben: Der Kiebitz, ein etwa taubengroßer Vogel, bewohnt offenes feuchtes Dauergrünland, Wiesen und Weiden, ganz selten Äcker. Was den Vogel besonders macht, erklärt Peter Wolf, Mitglied von Ellwangens NABU.

„Der bei uns einst häufige Brutvogel ist aus der heutigen Agrarlandschaft fast ganz verschwunden“, erklärt er. Die Bestände seien in 30 Jahren um fast 90 Prozent eingebrochen.

Aber: Vor 30 Jahren habe das Regierungspräsidium Stuttgart auf Drängen der NABU-Gruppen Aalen und Ellwangen das Vorbecken des Bucher Stausees zum Naturschutzgebiet erklärt. Auch habe sich der NABU dafür eingesetzt, dass in diesem Naturschutzgebiet Wasser- und Angelsport, Jagd- und Teichwirtschaft untersagt wurden. „Obwohl das Vorbecken ein künstlich angelegter Lebensraum ist, brüten dort in der Zwischenzeit erstaunlich viele selten gewordene Vogelarten. Geradezu einmalig ist das Vorkommen des Kiebitz'“, sagt Peter Wolf.

Kunstflug beobachten

Dank jährlicher Pflegemaßnahmen durch den Landschaftserhaltungsverband brüten vier bis fünf Kiebitzpaare im Schutzgebiet, wie Peter Wolf bilanziert. Vom Weg aus können die „wuchtelnden“ und rufenden Kiebitze bei ihren Kunstflügen beobachtet werden.

Was ist der „wuchtelnde“ Flug? „Dabei wird das rhythmische Rauschen der runden Flügel hörbar“, erklärt das NABU-Mitglied. Auffallend am Kiebitz sei seine einzigartige Federholle am Hinterkopf. Seine Nahrung seien Insekten, Larven, Schnecken und Würmer, die er durch Fußtrillern an die Oberfläche locke. „Der Vogel ruft seinen Namen in verschiedenen Variationen, so sein 'kih-wit' oder 'kie-bitz'.“

Nach der Ankunft aus dem Winterquartier balzen die Männchen mit Kapriolen und Purzelbäumen in der Luft oder durch Knickse und Schaukelbewegungen am Boden, wie Peter Wolf sagt. Zuletzt werden Nistmulden gedreht und spärlich mit Gras ausgepolstert. „Ab April werden vier birnenförmige Eier von beiden Partnern ausgebrütet. Nähert sich ein Nesträuber, wird dieser durch Gaukelflüge fortgelenkt.“ Peter Wolf: „Die Küken, die nach vier Wochen schlüpfen, sind Nestflüchter und werden von einem Elternteil geführt, der andere Altvogel ist Wächter und sichert vor Feinden. Nach weiteren fünf Wochen können die Kiebitze fliegen.“

Ob die Führungen des NABU coronabedingt starten , stehe noch nicht fest.

Ein taubengroßer

Der Kiebitz ist etwa taubengroß und ernährt sich vor allem von Insekten und Larven. Auch Regenwürmer, Samen und Früchte von Wiesenpflanzen und Getreidekörner stehen auf seinem Speiseplan.
Laut NABU wurde der Vogel aus seinem ursprünglichen Lebensraum – feuchtes Dauergrünland – vertrieben. Hauptfaktoren hierfür seien Entwässerung, Grundwasserabsenkung, frühe Wiesenmahd, industrieller Torfabbau, Aufforstung von Mooren sowie landwirtschaftliche Arbeiten.
Sie wollen wissen wie ein Kiebitz klingt? Das geht online unter: www.nabu.de Stichwort: Kiebitz

Den Kiebitz kann man vor allem an der Federrolle am Hinterkopf erkennen.

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