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Stefan Powolny, Geschäftsführer der LGS Ellwangen 2026 GmbH, stellte dem Schrezheimer Ortschaftsrat die Planungen zur Landesgartenschau vor.

Stefan Powolny, LGS-Geschäftsführer, stellt im Gremium die Pläne zur Landesgartenschau vor.

Ellwangen-Schrezheim. Wie ist der Stand in Sachen Landesgartenschau 2026 in Ellwangen? Was wird wann geplant? Und welche Auswirkungen haben die Baumaßnahmen auf die Anwohner aus Schrezheim und Rotenbach? Um diese und andere Fragen aufzugreifen und persönlich zu beantworten, waren Stefan Powolny, Geschäftsführer LGS Ellwangen 2026 GmbH, und Landschaftsarchitekt Stephan Brendle am Montag zur Schrezheimer Ortschaftsratssitzung gekommen.

„In fünf Jahren tagen wir um diese Zeit vielleicht schon mit einer Sitzung auf dem Landesgartenschau-Gelände“, sagte Ortsvorsteher Albert Schiele. Dies werde man sicher ermöglichen können, wenngleich die Gestaltung des Ausstellungsjahrs 2026 derzeit noch nicht Teil der Planung sei. „Was jetzt entscheidend wird, ist, wie Ellwangen 2027 und danach aussieht“, sagte Powolny. Diese Daueranlagen seien derzeit voll im Fokus der intensiven Arbeit der LGS GmbH, an der viele Planer und Behörden – auch in Aalen, Stuttgart, Berlin (Architekturbüro relais Landschaftsarchitekten) oder Darmstadt (Gewässerbau) - beteiligt seien.

Die naturnahe Umgestaltung der Jagst, Geländemodellierungen, neue Gebäude oder Brücken: „Nur daran arbeiten wir derzeit.“ Alles, was die Durchführung der Schau betreffe, folge zu späteren Zeitpunkten. „Wir werden relativ viel in relativ kurzer Zeit gestalten“, sagte Powolny zur ambitionierten Zeitschiene.

Die LGS sei ein beschleunigender „gigantischen Katalysator“ für die Stadtentwicklung. Bis 2022 sei das Planfeststellungsverfahren zur Jagst-Umgestaltung die größte Baustelle, auch die Querungslösung über die Bachgasse mit einer Doppelaufzugslösung als Verbindung zur Innenstadt stehe unter Zeitdruck, brauche die meiste Vorlaufzeit. Die eigentliche bauliche Umsetzung erfolge erst in den Jahren 2024 und 2025.

Die LGS bringe unheimlich viel Qualität für die Freiflächen, einen „Stadtpark vor der eigenen Nase“ sowie ein Vielfaches an Folgeinvestitionen, sagte Powolny: „Das ist eine Riesenchance für Ellwangen und wir sind mittendrin sie umzusetzen.“ Mit neuen Mäandern, in denen sich der Fluss auch selbst sein Bett bilden könne, werde die Jagst im südwestlichen Ausstellungsgelände aus seinem „stark mit Ufersteinen befestigten Korsett und dem begradigten Verlauf“ befreit. Der Flusslauf verlängere sich von 1,6 auf 2,2 Kilometer. Hochwasserneutralität sei für die Genehmigung eine zwingende Voraussetzung. „Die Situation wird durch den Rückbau des Wehres und die größeren Freiflächen sogar eher verbessert“, sagte Powolny. In Richtung Stadt steigere sich die Nutzung für den Menschen im Dreiklang „beobachten, erleben, spielen“ - Stege in den Auwald, Erlebnisspielplatz, Stadtstrand und Brückenpark schließen quasi aneinander an. Ein neu strukturierter Campingplatz und ein begrünter Schießwasen, dazu ein Stadtpark zwischen Funktionsband im Norden und dem Fluss: Das Konzept der Planer sehe viele ineinandergreifende Details vor.

Sorgen mancher Anwohner um etwaige Bodensetzungen durch die Absenkung des Grundwasserspiegels, auf die Jürgen Lang hinwies, könne man aufgrund der Ergebnisse verschiedener Gutachten zerstreuen. Man habe dazu in einer separaten Informationsveranstaltung auch den direkten Austausch gesucht. Schiele regte an, möglichst viel Aushub vor Ort wieder einzubringen. Das sei auch Ziel des aktuell laufenden Bodenmanagements, versicherte Powolny.

Ausweichmöglichkeiten für Biber

Angelika Kucher wollte wissen, wie mit der Biberpopulation umgegangen wird. „Wir planen drei oder vier Kunstbaue als Ausweichangebote ein“, antwortete Stephan Brendle. Fragen und Anregungen zur Platzierung der Eingänge (Martin Sartor) und zur Radwegeführung (Martin Grimm) seien zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu beantworten, würden aber bei der Durchführungsplanung berücksichtigt, versicherte Powolny. „Wir werden alle Fragen beantworten und kommen gerne noch öfter ins Gremium.“ Schiele dankte für die ausführlichen Informationen: „Ich kann es mir immer besser vorstellen, dass das eine gute Sache wird.“

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