Am Grabe von

Maskenschnitzer Markus Thor

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Markus Thor.

Im engsten Familien- und Freundeskreis wurde der Killinger Maskenschnitzer Markus "Thore" Thor beigesetzt. Er war völlig überraschend im Alter von nur 49 Jahren verstorben. Thor wurde am 8.

Ellwangen-Röhlingen. Im engsten Familien- und Freundeskreis wurde der Killinger Maskenschnitzer Markus "Thore" Thor beigesetzt. Er war völlig überraschend im Alter von nur 49 Jahren verstorben.

Thor wurde am 8. April 1971 geboren. Seine Ausbildung in einem Fensterbaubetrieb krönte er mit dem Abschluss der Meisterprüfung im Schreinerhandwerk.

Bereits als Kind hatte er leidenschaftlich geschnitzt und sich hölzerne Gerätschaften gebaut. Diese Fertigkeit vertiefte er im Laufe der Zeit und schuf nebenberuflich exquisites Mobiliar sowie Skulpturen und Geschenkartikel, beispielsweise mit Motiven aus der Heraldik.

Im Alter von 37 Jahren wechselte er in die Selbstständigkeit. Anfangs erledigte im Bauhandwerk Montagearbeiten. Nach und nach intensivierte er seine kunstbildhauerische Tätigkeit und fertigte für Kirchengemeinden, Kommunen, Privatpersonen und Vereine profane und sakrale Plastiken sowie Flurkreuze. Ferner restaurierte er Kircheninventar und kreierte Springerle-Backmodels mit Motiven der historischen Altstadt Ellwangens. Zuletzt 2017 mit der evangelischen Stadtkirche.

Für das "Wilde Heer" der Röhlinger Sechtanarren, in dem er selbst aktiv war, schnitzte er im Jahre 1997 seine erste Faschingsmaske. Seitdem entwarf und fertigte er mehrere Dutzend verschiedene Holzmasken und gestaltete die entsprechenden Kostüme der Maskengruppen mit. Im Vorfeld recherchierte er in alten Sagen und Legenden und suchte für die neuen Brauchtumsgruppen nach entsprechenden Figuren.

Weitere Leidenschaften waren die Historie seiner Heimat und die alte Landwirtschaftstechnik. Mit den ehemaligen "Kultur- und Technikfreunden Killingen" demonstrierte Thor bei zahlreichen Vorführungen den Umgang mit historischen Maschinen und Gerätschaften. Privat sammelte er bevorzugt Traktoren und Literatur der Marke Güldner.

Der Tod seines Vaters, des Treppenbauers Hans Thor, im November 2019, war für ihn ein großer Schicksalsschlag. Dennoch beendete er in den vergangenen Monaten verschiedene Arbeiten, die der Treppenbauer nicht mehr fertigstellen konnte. Jetzt stehen die Maschinen in der gemeinsamen Werkstatt still. Franz Rathgeb

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