Millionenprojekt: Marienkirche wird umfassend saniert

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Die Marienkirche muss wieder saniert werden. Die Kirchengemeinde rechnet mit Kosten von rund 1,3 Millionen Euro.
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Seit Februar dieses Jahres ist das Gotteshaus in Ellwangens Stadtmitte aus Gründen der Verkehrssicherheit geschlossen. Im kommenden Jahr soll eine aufwendige Sanierung starten.

Ellwangen. Seit Monaten prangt er an der Tür: der schlichte Zettel mit dem Hinweis, dass die Marienkirche „aus Gründen der Verkehrssicherheit“ geschlossen  ist – und das auf „unbestimmte Zeit“. Unsere Zeitung fragte bei der Kirchengemeinde Sankt Vitus nach, was mit dem historischen Kirchenbau geschehen soll.  

Sie gilt neben der Basilika als ein Wahrzeichen der Ellwanger Innenstadt: die Marienkirche. Erbaut wurde sie 1427 als Stadtkirche für die Stadtpfarrei Ellwangen. In den folgenden Jahrhunderten veränderte der Kirchenbau immer wieder sein Erscheinungsbild. So wurde beispielsweise die zunächst im gotischen Stil erbaute Kirche 1753 im Innenraum barockisiert. Dabei soll – wie nachzulesen ist - überwiegend minderwertiges Baumaterial verwendet worden sein, was womöglich zu jenen Problemen führte, die die Kirchengemeinde Sankt Vitus seit geraumer Zeit beschäftigen. So mussten bereits zwischen 2004 bis 2007 umfassende Sicherungsmaßnahmen im Inneren der Kirche durchgeführt werden; die Kirche blieb in dieser Phase vollständig geschlossen.

Jetzt stehen wieder aufwendige Arbeiten an. Wie die Vorsitzende des Kirchengemeinderats Sankt Vitus, Christine Eberle, auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt, sind Maßnahmen an der Dach- und Deckenkonstruktion der Marienkirche inklusive der Sicherung der Stuckdecke sowie Brandschutzmaßnahmen und die Stabilisierung der Empore „unumgänglich“. „Die Realisierung ist ab dem kommenden Jahr geplant“, teilt Eberle mit.

Die Kosten für die Sanierung seien wieder enorm. Der Kirchengemeinderat rechnet mit 1,3 Millionen Euro. Laut Eberle habe die Diözese für die Maßnahme bereits einen verbindlichen Finanzierungsplan erstellt: Er sieht neben Zuschüssen aus dem Ausgleichsstock (780 000 Euro) und vom Denkmalschutz (50 000 Euro) unter anderem auch das Aufbringen von Eigenmitteln der Kirchengemeinde Sankt Vitus und der Gesamtkirchengemeinde Ellwangen in Höhe von 290 000 Euro sowie eine Kreditaufnahme über 100 000 Euro vor. Darüber hinaus ist die Kirchengemeinde angehalten, für die Sanierung Spenden zu sammeln. Immerhin 80 000 Euro sollen so zusammengekommen.  „Hier hoffen wir sehr auf die Unterstützung möglichst vieler Bürgerinnen und Bürger“, betont die Kirchengemeinderatsvorsitzende. Ein entsprechendes Spendenkonto sei bereits eingerichtet.

Laut Eberle stehe derzeit noch nicht fest, wie lange die Arbeiten dauern werden und wie lange die Kirche noch geschlossen bleiben muss. Veranstaltungen, die hier seither regelmäßig stattgefunden haben, wie zum Beispiel die Mariengottesdienste oder die Gottesdienste der Rosenkranzbruderschaft, werden seit einigen Monaten in der Basilika Sankt Vitus gefeiert. Die Jugendkirche findet während der Schließung der Marienkirche  an verschiedenen Orten und Kirchen in Ellwangen statt.

Dass die Kirchengemeinde Sankt Vitus ein sanierungsbedürftiges Gotteshaus wie die  Marienkirche komplett aufgibt, wie es in anderen Städten in Deutschland bereits passiert, sei derzeit überhaupt kein Thema, unterstreicht Christine Eberle mit Nachdruck. „Es stehen keine Kirchenschließungen im Raum.“ Gleichwohl seien derzeit alle Kirchengemeinden der Diözese Rottenburg-Stuttgart aufgefordert, eine Gebäudekonzeption zu erarbeiten und hinsichtlich ihrer künftigen Nutzung zu überdenken. "Optimierungen" seien in diesem Zuge  anzustreben.

Spendenkonto

Wer die Sanierung der Ellwanger Marienkirche unterstützen möchte, kann auf das folgende Konto spenden: BIC: OASPDE6AXXX IBAN: DE62 6145 0050 0110 6011 79. Es werden Spendenbescheinigungen ausgestellt.

Seit einigen Monaten weist ein Zettel an der Kirchentür daraufhin, dass die Marienkirche "aus Gründen der Verkehrssicherhheit auf unbestimmte Zeit" geschlossen ist.

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