Mit der Flurbereinigung zum Radweg

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Neuer Anlauf für den Lückenschluss des Radweges von Ellwangen nach Rosenberg: Über ein Flurneuordnungsverfahren soll der Wegebau bis 2026 gelingen, sagen (v.l.) Wolfgang Baur, Volker Grab, Heiko Engelhard, Tobias Schneider, Jürgen Eisenmann.
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Der Radweg an der Landesstraße 1060 zwischen Lindenkeller und Hohenberg soll bis 2025 über ein Flurbereinigungsverfahren realisiert werden.

Ellwangen/Rosenberg

Die fehlende Radwegeverbindung zwischen Ellwangen und Rosenberg ist ein altes Problem. Es gab schon etliche Anläufe dazu, das gefährliche Nebeneinander von unkundigen Radfahrern und Schwerlastverkehr zu beenden. Doch außer den Umwegen über den Orrotsee oder wahlweise Matzengehren, gibt es für die Radler bislang nichts.

Jetzt haben Rosenberg und Ellwangen eine neue Initiative gestartet, die maßgeblich vom Amt für Flurneuordnung getragen wird: Der Lückenschluss zwischen Lindenkeller und Hohenberg soll über ein Flurneuordnungsverfahren geschlossen werden.

Am Mittwochfrüh beim Lindenkeller offenbarten die Bürgermeister Volker Grab (Ellwangen), Tobias Schneider (Rosenberg), Amtsleiter Jürgen Eisenmann vom Flurneuordnungsamt (Landratsamt Ostalb), Wolfgang Baur vom Amt für Liegenschaften und Steuern (Ellwangen) und Heiko Engelhard von der Straßenbauverwaltung des Regierungspräsidiums Stuttgart (RPS) die konkreten Pläne.

Die Flurneuordnung macht es einfacher entlang der L 1060 Fläche zu erwerben und einzutauschen, das war bislang ein wesentlicher Hinderungsgrund der Radwegeverbindung.

Geplant ist ein rund drei Kilometer langer Wirtschaftsweg entlang der L 1060 von Ellwangen kommend auf der linken Seite. Dieser Weg soll breit genug für landwirtschaftliche Fahrzeuge sein und so auch den Bauern Nutzen bringen.

Damit daraus eine durchgängige zeitgemäße Radwegeverbindung wird, müssen auch die Gemeinden Rosenberg und Ellwangen noch beitragen. Für die Ortsdurchfahrt Eggenrot ist bereits ein Radweg geplant.

Jürgen Eisenmann erklärt den Zeitplan für das Verfahren, das in der kommenden Woche im Ortschaftsrat Schrezheim und im Gemeinderat Rosenberg vorgestellt wird: 2022 soll der Anordnungsbeschluss gefasst und der Vorstand gewählt werden. Die Teilnehmergemeinschaft werde 40 bis 50 Personen beziehungsweise Besitzer umfassen. 2023 soll die Bodenbewertung stattfinden, 2024 der Wege- und Gewässerplan aufgestellt werden. Im selben Jahr könnte noch der Bau beginnen und 2025 fertig werden.

„2026 muss die Verbindung stehen, damit die Besucher der Landesgartenschau mit Fahrrad und E-Bike nach Ellwangen kommen können“, sagt Volker Grab, der zuversichtlich ist, dass dies auch gelingt. Bereits im Vorfeld seien die Beteiligten sehr kooperativ gewesen. Er dankte insbesondere Josef Otto Rettenmeier, Inhaber des Unternehmens JRS, der das Vorhaben nach Kräften unterstütze.

Tobias Schneider versichert, dass ein „Herzensprojekt der Gemeinde Rosenberg“ realisiert wird, für das sich besonders Bewohner von Hohenberg stark gemacht hätten: „Das wird eine strukturelle Verbesserung, von der Radfahrer und die Landwirtschaft profitieren.“

Heiko Engelhard macht deutlich, dass die Straßenbauverwaltung die Achsen im Blick habe. Ziel sei ein durchgehender Radweg zwischen Schwäbisch Hall und Ellwangen. „Wir müssen Mobilität neu denken, Radverkehr bekommt immer mehr Gewicht. Heute fahren Pendler auch größere Strecken wie von Rosenberg nach Ellwangen mit dem Rad“, sagt er. Das Land werde die Kosten für den Bau des Weges, rund 1,5 Millionen Euro, nahezu voll übernehmen, über die Straßenbauverwaltung als Baulastträger und über Zuschüsse an die beiden beteiligten Kommunen, die für das RPS das Projekt planen.

Bis 2026 muss diese Verbindung stehen.“

Volker Grab, Bürgermeister

Ökologische Ziele eines Flurneuordnungsverfahrens

Die Flurneuordnung erleichtert Grunderwerb und Zuweisung von Ersatzfläche an Teilnehmer, die kein Land abgeben wollen. Der Grunderwerb orientiert sich am Bodenrichtwert. Bei Verfahren zur Verbesserung der Agrarstruktur muss ein ökologischer Mehrwert entstehen. Die Stadt muss ein Prozent ihrer eingebrachten Fläche dafür bereitstellen. Im Vordergrund stehen Biotopverbund, Generalwildwegeplan, Gewässerschutz sowie Arten-und Biotopschutz.

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