Kommentar:

Nachschub nicht in Sicht

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Hampp Bernhard

Bernhard Hampp über Autoknappheit.

Wenn ein Autohaus aus wirtschaftlichen Gründen schließt, so fallen einem sofort viele mögliche Ursachen ein: Zu wenig Nachfrage, allgemeine Kaufzurückhaltung, Preiskonkurrenz durch große Ketten und aus dem Internet... Aber ein Autohaus, das – wie jetzt Beißwenger in Ellwangen – schließt, weil es keine Autos hat: Das klingt kurios. Könnte aber zum Dauerproblem werden. Leute kauft, es ist genügend Nachschub da. Das war einmal und klingt verdächtig nach "Die Rente ist sicher". Heute stehen die Zeichen auf Knappheit, Materialkrise, Lieferengpass, leeres Regal und Nachfrageüberhang. Wer sich zum Kauf eines neuen Autos entschließt, hat noch lange keine Garantie, dieses auch zeitnah zu bekommen. Und wenn Händler die bestellten Fahrzeuge nicht ausliefern können, dann fehlen ihnen Umsatz und Ertrag. Die größeren Händler mit zahlreichen Filialen stehen in dieser Hinsicht noch etwas besser da als die kleinen. Den Konzentrationsprozess, der im Kfz-Handel seit Jahren voranschreitet, dürfte diese Entwicklung jedenfalls noch verschärfen. Und ganz nebenbei: Auch der viel beschworene, großflächige Umstieg auf Elektromobilität fällt flach, wenn die Kunden ihre neuen E-Autos zwar bestellen, aber nicht fahren dürfen – oder eben erst am Sankt-Nimmerleinstag.

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