Neue Coverversionen alter Dylan-Hymnen funkeln

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Einen begeisternden Auftritt im Palais Adelmann hatte das „Bob Dylan-Projekt“ mit Ulrich Brauchle (Mitte), Axel Nagel (rechts) und Mathias Kehrle, hier mal am Bass. Foto: je
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„Bob Dylan Projekt“ mit Ulrich Brauchle, Axel Nagel und Mathias Kehrle räumt im Palais Adelmann ab.

Ellwangen. Ein besonderes Musikerlebnis hatten zahlreiche Besucher im voll besetzten Saal des Palais Adelmann beim Auftritt des „Bob Dylan Projekts“ am Samstag. Und sie honorierten das Gehörte und Gesehene mit viel Beifall und am Ende stehenden Ovationen für die Musiker Ulrich Brauchle, Axel Nagel und Mathias Kehrle.

In den Saal musste die Veranstaltung wegen des Wetters verlegt werden – zum Bedauern von Musikern, Besuchern und Veranstaltern. Organisiert hatte sie Rudolf Salenbauch, selbst ernannte „Legende“ am Ellwanger DJ-Horizont. Er eröffnete am Keyboard mit Begleitung von Mathias Muth (Harp, Rhythmusinstrumente) mit eigenen Stücken und Vertonungen von Texten,  unter anderem von Heinrich Heine und Else Lasker-Schüler. Beide beeindruckten mit ihrer Musik und sie kamen beim Publikum gut an.

Nach einer Umbaupause betraten Ulrich Brauchle (Gesang, Gitarre, Mandoline), Axel Nagel (Gesang, Gitarre) und Mathias Kehrle (Gesang, Bass, Rhythmusinstrumente) die Bühne. Sie eröffneten mit “You're gonna make me lonesome when you go“ und einer ruhigen, schön arrangierten Version von “It´s all over now Baby Blue“, wo bereits die ersten Besucher leise mitsangen.  Brauchle, der Initiator des Projects, das seit 2015 bisher 20 Mal im Kreis auftrat, immer mit neuen Coverversionen, sagte, man wolle Musik und Texte Dylans in dessen Vielfältigkeit und Eigenarten verbinden. Und so habe er auch Nagel und Kehrle zu kleinen Dylan-Experten gemacht, wie Nagel schmunzelnd sagte.

Weiter ging es mit „Surf somebody“, danach folgte ein Ausschnitt, gelesen von Kehrle und Nagel im Wechsel,  aus einem der seltenen Interviews Dylans, in dem er mit viel Selbstbewusstsein seine Einzigartigkeit betonte „Man muss wissen, dass man der beste ist“, „ich suche Substanz in der Musik anderer – finde aber nichts“.  Weitere Songs folgten, teils in Übersetzung gesungen, oder Texte vorab in Deutsch vorgelesen. Die toll arrangierten Versionen der drei Musiker in unterschiedlichsten Stilarten – Folk, Blues, Blue Grass - begeisterten die Zuhörer immer mehr, viel Beifall waren der Lohn. Und die drei auf der Bühne zeigten immense Spiellaune. Nagel sang „It ain´t me“ auf Deutsch – „Ich bin´s nicht“, Kehrle las eine Erzählung Dylans zu seiner Karriere, ein weiteres Interview sorgte für Lacher. Natürlich wurden mehrere Zugaben gefordert, unter anderem gab es „Broken“ und eine eindrucksvolle Bluesversion von „Knockin´on Heaven´s Door“.

Für Bewirtung sorgte das Team der Kanne mit leckeren Speisen und verschiedenen Getränken.  ⋌Jürgen Eschenhorn

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