Neuer Wohnmobilstellplatz am Bucher Stausee

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Der Zweckverband Erholungsgebiet Rainau-Buch plant am Stausee den Bau von 15 Wohnmobilstellplätzen. Auch über eine Ausweitung der Pkw-Stellflächen wird nachgedacht - der neue Parkplatz soll mit einer gigantischen PV-Anlage überdacht werden.
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Der Zweckverband Erholungsgebiet Rainau-Buch plant am Stausee den Bau von 15 Wohnmobilstellplätzen. Auch über eine Ausweitung der Pkw-Stellflächen wird nachgedacht - der neue Parkplatz soll mit einer gigantischen PV-Anlage überdacht werden.   

Rainau-Schwabsberg. Am Donnerstag hat sich der Zweckverband Erholungsgebiet Rainau-Buch zu einer öffentlichen Sitzung im Rathaus Schwabsberg getroffen. Wichtigster Tagesordnungspunkt war der geplante Bau von 15 Wohnmobilstellplätzen am Bucher Stausee. Rund 550 000 Euro wird das kosten. Die Maßnahme soll nach Möglichkeit im Jahr 2025 umgesetzt werden.

Bauingenieur Alexander Jörg vom Ellwanger Büro Stadtlandingenieure erläuterte der Versammlung das Vorhaben. Nach einem vorausgegangenen Ideenwettbewerb habe man sich intensiv mit der Standortfrage für den neuen Wohnmobilstellplatz befasst, betonte Jörg. Am Ende sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Anlage am besten auf dem bereits bestehenden Pkw-Parkplatz P2 aufgehoben ist. Dieser etwas abgerückte Parkplatz ist eingebettet in ein Biotop, befindet sich nicht in unmittelbarer Nachbarschaft zum großen Hauptparkplatz P1 und liegt auch nicht direkt an der B290 - was den Wohnmobilisten ein gewisses Maß an Ruhe und Privatheit garantiert, so der Planer. Je nach dem, wie luxuriös der Platz ausgestattet wird - etwa  mit Blick auf ein eigenes Sanitärhäuschen, einen Kassenautomat oder Stromsäulen  - sei mit Baukosten von bis zu 550 000 Euro netto zu rechnen.

Am Bucher Stausee soll sich allerdings noch einiges mehr tun. Neben dem neuen Wohnmobilstellplatz soll der bestehende Pkw-Parkplatz neu gegliedert und aufgewertet werden. Hier würden die im Sommer knappen Parkflächen oft nicht optimal ausgenutzt, sagte Jörg, weshalb eine Neustrukturierung sinnvoll sei. Darüber hinaus sollen hier barrierefreie Parkplätze entstehen sowie wie Parkplätze für E-Autos und Pedelecs. Auch ein Busparkplatz und womöglich eine Haltestelle der Bahn sind in der Planung vorgesehen. Und: Die Fußgängerführung - vom Parkplatz zum See und zurück - soll deutlich verbessert werden. Bislang würden die Menschen "kreuz und quer" über die Zufahrtsstraße laufen, um  zum See zu kommen, was zu gefährlichen Situationen führen kann, hieß es.

Das ist aber noch nicht alles. Tatsächlich denkt der Zweckverband auch intensiv über den Bau eines neuen, großen Pkw-Stellplatzes nach - der in direkter Nachbarschaft zum P1-Parkplatz, auf der gegenüberliegenden Seite der Stausee-Straße, angelegt werden soll. Auf der Fläche, die bislang grüne Wiese ist und sich im Besitz der Gemeinde Rainau befindet, könnten bis zu 245 neue Stellplätze entstehen. Der Clou dabei: Dieser Parkplatz soll überdacht werden durch eine gigantische Photovoltaik-Freiflächenanlage. Wie Bauingenieur Alexander Jörg aufzeigte, sei der Bau eines solchen Parkplatzes ohne gleichzeitige Installation einer PV-Anlage überhaupt nicht mehr möglich - das neue Klimaschutzgesetz, das seit Anfang dieses Jahres in Kraft ist, mache hier klare Vorgaben. 

Im Gremium entspann sich im Anschluss eine Debatte über die geplante Größe des neuen Pkw-Parkplatzes. Die Neulermer Bürgermeisterin Sabine Heidrich mahnte, dass mehr Parkplätze in der Regel auch mehr Verkehr und mehr Autos bedeuten - das stünde dem politisch propagierten Klimaschutzziel diametral entgegen. Wer den motorisierten Individualverkehr reduzieren will, dürfe den Schwerpunkt nicht auf den Ausbau von Pkw-Parkplätzen legen, unterstrich Heidrich. Erich Migl vom Gemeinderat Rainau hielt dagegen. Es müssten am Stausee zwingend mehr Stellplätze her, weil viele Menschen, vor allem junge Familie, nun einmal mit voll gepackten Autos an den See fahren. Ob man das will oder nicht. "Die nehmen keinen Bus und die setzen sich auch nicht aufs Fahrrad", sagte Migl. Aus der Versammlung heraus wurde gekontert, dass man es durchaus auch einer Familie mit Kindern zumuten könne, ein öffentliches Verkehrsmittel zu benutzen, wenn einem die Tour mit dem Fahrrad zu anstrengend ist.

Am Ende dieser kurzen Debatte fällte die Versammlung dann wichtige Grundsatzentscheidungen: Der neue Wohnmobilstellplatz soll kommen, wobei - auf Anregung aus dem Plenum - noch geprüft werden soll, ob für dieses Vorhaben eventuell auch von einem Privatinvestor umgesetzt werden kann.

Darüber hinaus wurde für die Überplanung des bestehenden Parkplatzes P1 grünes Licht gegeben. Die Planungen für den Neubau eines Pkw-Parkplatzes am Bucher Stausee sollen ebenfalls vorangetrieben werden. Wobei man zunächst klären möchte, ob an dem vorgesehenen Standort die Installation einer PV-Anlage im Hinblick auf Einspeisung und Entwässerung überhaupt machbar und sinnvoll ist. Der Verbandsvorsitzende, Landrat Joachim Bläse, schloss nicht aus, dass die Photovoltaik-Anlage alternativ auf dem bestehenden Parkplatz P1 ihren Platz finden wird. Auch diese Variante müsse man im Blick behalten.

Am Bucher Stausee sollen ein neuer Wohnmobilstellplatz entstehen (hellgrüner Kreis unten), Die bestehenden Parkflächen an der B290 (dunkelgrüner Kreis, oben) sollen saniert und aufgewertet werden. Der mittlere blaue Kreis zeigt den Standort, an dem womöglich der neue Pkw-Parkplatz mit bis zu 245 Stellplätzen samt PV-Anlagen-Überdachung gebaut werden könnte.

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