Neues Wahrzeichen für Schwabsberg

  • Weitere
    schließen
+
Bei der Sanierung der Kirchhofmauer vor St. Martinus in Schwabsberg kam historisches Mauerwerk aus dem 11. Jahrhundert zum Vorschein. Dieses soll nun konserviert werden. Archivfoto: jku
  • schließen

Die Entwicklung des Ortskerns von Schwabsberg stand im Fokus der jüngsten Sitzung. Was alles beschlossen wurde und welche Überraschung ans Licht kam.

Rainau-Schwabsberg

Die Sanierung und Entwicklung des Schwabsberger Orstkerns bildete die gedankliche Klammer der jüngsten Gemeinderatssitzung von Rainau. Im Blick stand neben dem Sanierungskonzept der Kirchenmauer auch eine Grundsatzentscheidung für den Spielplatz am neu entstehenden Dorfplatz. Zudem konnte das kleine Baugebiet Mühlberg in die Zielgerade einbiegen.

Vor Ort machten sich die Räte zunächst ein Bild vom Stand der Kirchmauer. David Ohnmeiß, Baudenkmalpfleger, Gutachter und Restaurator aus Donauwörth, hatte Teile der ortsprägenden Kirchmauer freigelegt und eingehend untersucht.

Sein Urteil war eine kleine Überraschung. Denn das freigelegte Mauerwerk datiert Ohnmeiß aufgrund der Konstruktion und Verarbeitung ins 11. Jahrhundert zurück. Entsprechend fiel seine Empfehlung aus. „Die Mauer sollte als Sichtmauerwerk komplett freigelegt und restauriert werden.“

Als zusätzliche Schutzmaßnahmen empfahl Ohnmeiß, auf der Mauerkrone einen Glattmörtel aufzubringen und darauf einen überkragenden Blechsims anzubringen. Weitere Sicherheitsvorkehrungen im Bereich des Mauerfußes sollten noch geprüft werden.

Diese Maßnahmen seien zwar teurer, als die Mauer einfach neu zu verputzen, aber dafür langfristig im Unterhalt günstiger als die Putz-Variante. „Im Vordergrund steht aber, dass das sehens- und erhaltenswerte Mauerwerk wieder offen gelegt wird. Alte Bautechnik wird so erfahrbar, und der Ortskern zusätzlich aufgewertet“, so Ohnmeiß.

Bürgermeister Christoph Konle pflichtete bei: „Wenn das gut gemacht ist, schaffen wir damit ein neues Wahrzeichen für Schwabsberg.“ Die Kosten für die Freilegung mit Sicherungsmaßnahmen lägen bei etwa 190 000 Euro. Das sind circa 30 000 über der Putzvariante. Die Gemeinderäte entschieden dennoch einstimmig, das Sichtmauerwerk vor St. Martinus freizulegen.

Spielplatz: Grundsatzentscheid

In der Nähe der alten Kirchmauer, zwischen der Straße Schloßberg und Brunnenstraße, entsteht – ebenfalls im Rahmen der Ortskernsanierung – ein besonderer Spielplatz als Teil des neuen Dorfplatzes. „Das soll ein Treffpunkt für Familien, Großeltern, Jung und Alt sein“, so Konle. Nach der Ausschreibung, an der sich vier Firmen beteiligten, stellte die Firma Krambamboul aus Potsdam ihren von Rainaus AG Bau favorisierten Ansatz vor.

Die Firma fertige Spielplätze individuell, nicht nach Katalog und sei daher in der Lage, auf die Besonderheiten des historischen Umfelds und die Anforderungen des Geländes einzugehen. Entstehen soll nach dem Ansatz von Krambamboul ein Spielplatz, der das Thema „Ritter und Burgfräulein“ aufgreift und mit dem gegebenen Budget von rund 60 000 Euro umgesetzt wird. Auch hier beschlossen die Räte einstimmig, den Auftrag an die Firma Krambamboul zu vergeben.

Wir setzen in vielerlei Hinsicht ein positives Signal für Schwabsberg.“

Christoph Konle, Bürgermeister

Weitere Entscheidungen für Schwabsberg

Mühlberg: Sieben neue Bauplätze können am Mühlberg, dem östlichen Ortsrand von Schwabsberg, entstehen. Letzte Änderungswünsche am Bebauungsplan wurden eingepflegt. Diese wurden durch die Denkmalschutzbehörde aufgeworfen, die sich für mehr Grünflächen an der Kapelle aussprach. Dafür entfallen am geplanten öffentlichen Parkplatz einige Stellplätze. Die Räte stimmten einstimmig zu. Bürgermeister Konle wertete dies als positives Signal, das der ansässigen Gaststätte Perspektiven für den Verbleib am Ort ermögliche.

Bürgerbeteiligung: Für die Belebung der neu gestalteten Ortsmitte setzt Konle auf Bürgerbeteiligung. Café, Friseur, Arzt? Eventuell ein Wochenmarkt? Konzeptionell vorarbeiten und einen Bürgerworkshop vorbereiten soll für 10 600 Euro die Firma Imakomm, die als Kommunalentwicklungsbüro mit Markt- und Standortanalysen unterstützt.

Zurück zur Übersicht: Ellwangen

WEITERE ARTIKEL