Die Heimatgeschichten von Neuler

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Frisch aus der Druckerei. Helmut Schweitzer aus Neuler hat ein Heimatbuch über seinen Ort geschrieben.

Helmut Schweitzer hält in seinen „Neulermer Haus-, Hof und Heimatgeschichte(n)“ viele interessante Geschichten über die Gemeinde fest und bewahrt sie so vor dem Vergessen.

Neuler

Dass Gemeinden eine Vielzahl an Geschichten verborgen halten, die sich über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte halten, ist nicht überraschend. Jedes Dorf hat Geschichten, die man sich von Generation zu Generation schon immer weitererzählt. Es gibt aber wiederum auch Geschichten, die tief im Verborgenen, in etlichen Archiven und alten Kirchenbüchern, schlummern. All diese Geschichten trägt der ureigene Neulermer Helmut Schweitzer in seinem Buch über die Gemeinde Neuler zusammen.

„Anfangs hat man noch nicht gewusst, ob das klappt, dass daraus ein Buch wird“, erzählt Helmut Schweitzer. Schon seit einigen Jahrzehnten macht sich der passionierte Heimatforscher Notizen über die verschiedensten Ereignisse im Dorf. Immer wieder hätten ältere Mitbürger bedauert, dass ein Großteil der der Neulermer Dorfgeschichten in Vergessenheit geraten würden, wenn diese niemand niederschreibt. So fasste Schweitzer schon 2010 den Entschluss, zusätzlich zu seinen Notizen auf eigene Faust und ohne jegliche Erfahrung über die Heimatgeschichte der Gemeinde Neuler zu recherchieren.

Zunächst begann er damit, alte Kirchenbücher der Gemeinde auszuwerten. Dabei gab es jedoch einige Hürden zu bewältigen, wie Schweitzer erzählt: „Die teils lateinischen Einträge in Sütterlin-Schrift sowie die sich ständig wechselnden Schreibstile verschiedener Geistlicher stellten mich anfangs schon vor eine große Herausforderung.“

In der Hoffnung auf weitere Erkenntnisse war Schweitzer auch mehrmals tagelang im Staatsarchiv in Ludwigsburg gewesen. Doch auch dort war die Recherche zunächst nicht leicht, denn aus den ganzen Büchern und Dokumenten mussten erstmal die richtigen gefunden werden. Und so begann Schweitzers Recherche in Ludwigsburg mit dem Satz: „Ich weiß auch nicht was ich will, was können Sie mir denn empfehlen“.

Allerdings machte selbst der Ludwigsburger Staatsarchiv-Referatsleiter Dr. Martin Häußermann keine allzu großen Hoffnungen. Vom Leben der „kleinen Leute“ im 17. und 18. Jahrhundert sei nur ganz wenig überliefert, da ihr Leben meist nicht aktenkundig dokumentiert worden ist.So sei es „einigen glücklichen Zufällen zu verdanken“, dass dieses Buch entstanden ist. Gelohnt haben sich die Mühen Schweitzers jedoch allemal. Nach über 10 Jahren Arbeit umfasst das Buch auf rund 350 Seiten spannende Einblicke in das Leben und die Familiengeschichten der Gemeinde ab dem 16. Jahrhundert. Passend zu den Berichten finden sich im Buch viele, teilweise farbige, Bilder. Darauf abgebildet sind beispielsweise frühere Gebäude oder Straßen sowie Familienporträts. Um die Aufzählungen der Hofstellen und deren Besitzer etwas lebendiger zu gestalten, ließ Schweitzer auch zahlreiche Anekdoten, besondere Vorkommnisse sowie heitere Begebenheiten in die Berichte einfließen. Ziel sei es, bei der älteren Generation vergangene Zeiten wieder aufleben zu lassen und den Jüngeren einen Einblick in die Vergangenheit zu ermöglichen. „Mit dieser Dokumentation soll ein Stück Ortsgeschichte festgehalten und der Nachwelt überliefert werden“, erklärt Schweitzer abschließend.

Das Heimatbuch ist für einen Preis von 39 Euro im Bürgerbüro des Rathauses in Neuler käuflich. Es ist im Format DINA 4 als gebundene Ausgabe erhältlich.

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