Ein ganzer Berg voller Hilfe für die Ukraine

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Nicole Erhardt sortiert und verpackt die Hilfsgüter

Der Stukkateurbetrieb Lang aus Neuler organisiert einen Hilfstransport ins Krisengebiet

Neuler. Nicole Erhardt vom Stukkateurbetrieb Lang aus Neuler strahlt vor Glück über das ganze Gesicht. „Die Resonanz auf unseren Aufruf zur Hilfe für die Ukraine war und ist überwältigend“, bedankt sich Erhardt auch auf diese Weise noch bei allen Menschen, die dem Spendenaufruf der Firma Lang gefolgt sind. Der Krieg in der Ukraine und das Leid der Menschen dort hat Nicole Erhardt erschüttert und traurig gemacht.

Gleichzeitig hat dies aber auch ungeahnte Kräfte in der jungen Frau geweckt. „Da muss man doch helfen, da kann man nicht einfach wegschauen“, sagt Erhardt und hat in Neuler darauf selbst zu einer Spenden- und Hilfsaktion aufgerufen.

Unterstützt wurde Nicole Erhardt dabei vom HGV Neuler und seinen vielen angeschlossenen Unternehmern. „Viele haben mich da wirklich hervorragend unterstützt. Einige haben Geld gespendet, andere wiederum wollten mit dem Bereitstellen von LKW`s helfen, so wie die Firma Ladenburger zum Beispiel. Eine tolle Hilfsbereitschaft“, meint Erhardt.Fast aber wäre das Hilfsprojekt gescheitert. „Wir haben uns zu Anfang an ein anderes Hilfsprojekt dran gehängt.

Diese haben uns dann aber kurzfristig abgesagt und wollten keinen Transport mehr durchführen. Ich dachte nur: das darf doch nicht wahr sein und war völlig am Boden zerstört“, erzählt Nicole Erhardt. Sie, ihre Eltern und ihr Freund haben aber schon so viel Zeit und Engagement in das Projekt gesteckt, da war an Aufgeben nicht zu denken. Motivierte und spendenfreudige Menschen aus nah und fern taten ihr übriges. Und so organisierte Erhardt kurzerhand einen neuen LKW der privat bezahlt wird.

Der Neulermer Unternehmer Thomas Weis hat dabei geholfen. „In meinem Betrieb arbeiten auch zwei Mitarbeiter die aus Polen stammen. Die kennen einen LKW-Fahrer der aus einem polnischen Ort stammt, keine 100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Dieser Fahrer hat sich bereit erklärt lediglich gegen eine LKW-Miete den Transport der Hilfsgüter zu übernehmen“, sagt Weis. Nicole Erhardt ist überglücklich darüber: „Jetzt funktioniert das ganze Projekt sogar noch besser als davor“, meint Erhardt.

Nur noch gezielte Sachspenden

Während vor der Lagerhalle ein Fahrzeug nach dem anderen vorfährt und Privathaushalte ihre Sachspenden vorbeibringen, sortiert in der Halle Nicole Erhardt derweil die vielen Spenden nach Art und Verwendung. Später stellt sie hunderte von Kartons auf die ebenfalls gespendeten Europaletten. Selbst die Kartons sind gespendet. Mittlerweile kann Erhardt, aus Kapazitätsgründen, kaum noch neue Hilfsgüter annehmen. „Kleidung haben wir schon sehr viel, da nehmen wir nichts mehr an. Was wir aktuell noch organisieren sind Feldbetten, Taschenlampen, aufgeladene Powerbanks, Batterien sowie Nahrung, Hygieneartikel und vor allem medizinische Artikel. Hier haben wir bereits viele Hilfszusagen von Seiten der Apotheken in der Region“, so Erhardt.

Auch energiereiche Nahrung wie Müsliriegel, Babynahrung oder Dosengerichte die man ohne Dosenöffner aufmachen kann, sind gefragt. Eine rührende Geschichte ist ihr bis heute noch in Erinnerung geblieben. „Eine Frau mit Kindern kam zu uns uns brachte ihre Spende. Die Kinder hatten extra ihr Sparschwein geschlachtet und mir das Geld in einer kleinen Tüte überreicht. Das ging mir schon sehr ans Herz. Danach hat noch eines der kleineren Kinder aus seiner Tasche eine neue Verpackung mit zwei Schnullern geholt und mir überreicht. Ich brauche die nicht mehr, hat das Kind gesagt. Ich fand das sehr süß“, erzählt Erhardt.

Am Freitagnachmittag soll die Hilfslieferung dann endlich Richtung Polen an die ukrainische Grenze fahren. Danach will Nicole Erhardt erst mal abwarten, was noch alles weiteres benötigt wird, bevor sie einen weiteren Hilfstransport organisiert. „Ich möchte auf diesem Weg nochmals allen Menschen für ihre Hilfsbereitschaft danken. Das war ein überwältigendes Gefühl“, sagt Erhardt. Martin Bauch

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