Neuler

Krimi-Dinner im Landgasthof: Ein Hesse ermittelt in Neuler

+
„Tod im Gemeinderat Gewissensruh“- beim Krimidinner verhört Polizeihauptmeister Dagobert Fleischbein (Rüdiger Schade) auch die Putzfrau.
  • schließen

Ein exquisites Menü mit kulinarischem und kriminalistischem Genuss sorgt Im Landgasthof Bieg nicht nur für Spaß bei den Gästen.

Neuler

Zwei Morde, begangen vor rund vierzig Gästen des Kriminal-Dinners zwischen „Steak Strindberg“ und „Mousse au Chocolat“ zur Aufklärung. Im Landgasthof Bieg in Neuler hat die Kombination von kulinarischem und kriminalistischem Genuss schon jahrelang Tradition. Mit einem Aperitif in der Hand konnten die Gäste vorab den Tatort besichtigen.

„Tod im Gemeinderat Gewissenruh“, so der Titel des Krimis. Bürgermeister Fridolin Ehrengruber wurde ganz offensichtlich mit einem Fleischklopfer dahin gemeuchelt. Beim Gruß aus der Küche konnten sich die Gäste kennenlernen und hatten sichtlich Spaß ander Konversation. Das Plaudern wurde jäh unterbrochen vom Auftritt des Polizeihauptmeisters Dagobert Fleischbein, der die Sichtung des Tatorts vornahm. Seine Erscheinung alleine schon raumfüllend, erkor er sich aus dem Publikum im bestem hessischen Gebabbel einen Assistenten. Gehilfe Lukas, ein erfahrener Krimi-Dinner Gast, war so ganz in seiner Rolle, dass der Polizist ihm schlagfertig Paroli bieten musste, sehr zur Freude der Gäste. Am Tatort sicherten die beiden kriminalistischkorrekt die Spuren: ein Zigarettenstummel mit Lippenstift, einblutverschmierter Fleischklopfer, eine Tüte Rauschmittel beziehungsweise Vogelfutter.

Charmante Sekretärin

Dies protokollierte charmant die Sekretärin Hannah aus dem Publikum. Wie ein Wirbelwind die zweite Schauspielerin Simone Appel, die wie ihr Kollege Rüdiger Schade an diesem Abend in viele Rollen schlüpfte. „Oh, là, là“, als rasende französische Reporterin verwirrte sie nicht nur den Wachtmeister. Bei der Vorspeise, eine edle Kartoffel-Sellerie-Suppe mit Trüffel-Touch, war es unter den kriminalistischen Gästen noch keine Frage, wer der Mörder war. Noch gab es zu wenige Hinweise.

Die verdichteten sich im zweiten Schauspiel-Part als der windige Flohmarkthändler auftrat. Entspannt zurücklehnen konnten nur die Gäste sich, die nicht als Mitglieder des Gemeinderats fungieren mussten, und zum Zwecke des nachgestellten Tathergangs jeder ein Gemeinderatsmitglied spielen musste. Da kam schon etwas Schadenfreude auf, als der Gast, der den Apotheker Theodor Mörser zu verkörpern hatte, in seiner Rolle heftigst den Nasenrotz hochziehen musste. So ganz nebenbei stellte sich noch heraus, dass der überaus geliebte Hund des Bürgermeisters verschied - während der besagten Gemeinderatssitzung - und wurde wohl vergiftet.

Süßer Schlusspunkt

Zum großen Showdown kam es dann nach dem süßen Schlusspunkt des Menüs mit Mousse au Chocolat, Creme Brulee, Cassis-Sorbet, Sahne, Himbeeren und einem Macaron. Ob der Fülle dieser kulinarischen Genüsse war das Nachdenken, wer nur der Mörder oder die Mörderin war, etwas mühsam.

Umso temporeicher das Finale. Die Gemeindeputzfrau brachte den einen oder anderen Hinweis, die zornige Bio-Bäuerin lieferte ein weiteres Puzzle-Teil, während schwuppdiwupp ein zweiter Mord geschah und die Gäste darüber nachdachten, warum „Flohmarkt-Flori“ zum Mordopfer wurde.

Polizeihauptmeister Fleischbein löste souverän auf. Nicht wie viele vermuteten, einer der Gemeinderäte war der Mörder, sondern die verschmähte Liebhaberin, die französische Journalistin Eulalia Stiftmeier, meuchelte, als sie merkte, dass der Bürgermeister in seiner Liebe das Hündchen ihrer Liebe vorzog. Im Zornesrausch auf der Mohnwiese musste so auch der Flohmarkthändler dran glauben.

Verdienter Schlussapplaus

Mit ganz viel verdientem Szenen- und Schlussapplaus wurden die beiden Schauspieler nach drei Stunden verabschiedet und bedankten sich beiden aktiv mitspielenden und begeistert agierenden Gästen.

Zuletzt gestand Rüdiger Schade, der in Hessen wohnt, hier fast schon ein Heimspiel gehabt zu haben. Vater und Großvater stammten aus Adelmannsfelden und seinen Vornamen habe er von Graf Adelmann, den sein Vater sehr bewunderte.

Oh, là, là!“

Simone Appel, rasende Reporterin
Polizeihauptmeister Dagobert Fleischbein (Rüdiger Schade) musste sich der erzürnten Biobäuerin mit einer Zucchini erwehren.
Die französische Journalistin Eulalia Stiftmeier (Simone Appel).

Zurück zur Übersicht: Neuler

Mehr zum Thema

Kommentare