Nils Webers sicherer Zebrastreifen

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Nils Weber zeigt Verkehrsminister Winfried Hermann (rechts) seine Erfindung. Auch der Landtagsabgeordnete Martin Grath (links) ist begeistert.

Der junge Tüftler aus Neuler hat ein Modell entwickelt, das Unfälle vermeiden hilft. Sogar Verkehrsminister Winfried Hermann ist interessiert und kommt dafür zu Besuch.

Neuler

Nils Weber muss einen Zebrastreifen an einer abschüssigen Straße überqueren, wenn er in Neuler zu seiner Oma läuft. Schon als kleiner Junge hat er festgestellt, dass hier viele Autofahrer einfach nicht anhalten, wenn er die Straße passieren möchte. Zudem befindet sich der Fußgängerüberweg direkt am Kindergarten.

Nils hat sich Gedanken darüber gemacht, wie man diesen Übergang sicherer machen könnte. In der Forscher AG im Peutinger Gymnasium Ellwangen, an der Nils zur Schule geht, startete er mit seiner Entwicklung „der sichere Zebrastreifen“.

Während seiner Recherchen konnte er feststellen, dass die bisherigen Beleuchtungen am Zebrastreifen im Lichtermeer von Werbetafeln, Straßenbeleuchtungen und anderem untergehen. Weiterhin sind auch tagsüber Zebrastreifen oft nicht gut einsehbar, da parkende Autos oder auch Bäume im Sichtfeld stehen. Es musste eine Lösung her, die der Autofahrer beachtet.

Seine Innovation ist ein Überweg, bei dem LED-Leuchten blinken, sobald ein Fußgänger die Straße überqueren möchte. Je nach Länge des Zebrastreifens kann eingestellt werden, ob die LEDs für 90 Sekunden, kürzer oder auch länger blinken.

Bei „Jugend experimentiert“ erhielt Nils für seine Erfindung den zweiten Platz. Auch beim Arthur Fischer-Erfinderpreis war er erfolgreich und wurde zweiter Sieger.

Große Delegation in Neuler

Da auch in Baden Württemberg viele Unfälle an Fußgängerüberwegen passieren und manche sogar tödlich enden, wurde Baden-Württembergs Winfried Verkehrsminister Hermann auf die Idee aufmerksam. Er wollte sich das Modell, das der 13-jährige Schüler gebaut hat, persönlich vorführen lassen. So besuchter er Nils Weber in Neuler, zusammen mit dem Grünen-Landtagsabgeordneten Martin Grath und seinem persönlichen Assistenten Johannes Paus. Mit dabei waren Stella Herden, Schulleiterin des Peutinger Gymnasiums, und Thomas Maile mit Kollegen vom Polizeipräsidium Aalen, Bereich Prävention, sowie Sabine Heidrich, Bürgermeisterin in Neuler und ihr Stellvertreter Winter.

Die Damen und Herren waren sehr schnell davon überzeugt, dass dieser „sichere Zebrastreifen“ Unfälle verhindern kann, weil die Autofahrer sehr schnell auf die blinkenden Lichter aufmerksam werden. Bei Tag sowie bei Nacht und Nebel sind diese als Warnung sehr gut erkennbar.

Da es schon ein sehr großes Interesse des Backnanger Oberbürgermeisters Maximilian Friedrich an der Umsetzung eines Modellprojekts gibt, sagte Minister Hermann zu, dass er sich um eine schnelle Freigabe hierfür kümmern werde. Auch Bürgermeisterin Sabine Heidrich aus Neuler teilte mit, dass sich Neuler als Modellkommune zur Verfügung stellen würde.

Minister Hermann und auch Landtagsabgeordneter Grath betonten mehrfach, dass sie sich sehr über so viel Engagement junger Leute freuen. Im Land der Dichter und Denker brauche es immer Ideen für neue Entwicklungen, die das Leben verbessern, vereinfachen und Unfälle vermeiden. Schön sei es, dass es Schüler gebe, die forschten und nicht gleich aufgäben, wenn etwas nicht klappt, sondern weitertüfteln, bis die Idee funktioniert.

Nils hofft nun, dass es in Deutschland bald viele „sichere Zebrastreifen“ geben wird, damit mehr und mehr Unfälle verhindert werden.

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