Ostalbcheck Stödtlen: das Leonhardsfest und seine Macher

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Leonhardsfest Stödtlen 2013
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In Stödtlen bewegt sich dank vieler helfender Hände in etlichen Vereinen einiges. Jetzt schauen alle auf das größte Fest des Jahres und manche blicken schon auf 2024 und die 1000-Jahrfeier der Gemeinde.

Stödtlen. Vom 19. bis 22. August steht die ganze Gemeinde wieder Kopf: Endlich wieder St. Leonhardsfest, das 45. sogar. Zwei Jahre fiel das große Heimatfest, das vier Tage lang Gäste aus der ganzen Gegend anzieht, pandemiebedingt aus.

Dieses Jahr soll es wieder alles geben, was den Stödtlenern und ihren Gästen wichtig ist, verspricht Daniel Feil, der seit diesem Jahr das Festkomitee leitet: Das Festzelt, den Bieranstich, das Schafkopfturnier, der Familiennachmittag, der Hammelbraten, das Sauerkraut, das Spezialbier der Rotochsenbrauerei, den Volksmusikabend, den Festgottesdienst im Zelt und natürlich auch die Partynacht mit dem Feuerwerk zum Abschluss.

Was der Höhepunkt ist für den 38-Jährigen? „Für uns Stödtlener ist der Freitagabend mit dem Bieranstich schon so etwas wie der Höhepunkt, der Moment, an dem das Warten auf das schönste Fest endlich vorbei ist.“

Der neue Kirchengemeinderat mit dem Vorsitzenden Josef Helmle bat, die vielen Aufgaben etwas zu verteilen. Bislang hatte der Kirchengemeinderatsvorsitzende Franz Stölzle auch den Festausschuss geleitet. Nun legte man die verantwortungsvolle Funktion in die Hände von Daniel Feil. Die erste Sitzung war bereits im März.

Zwischenzeitlich zeigte sich, dass die Pandemie dem ehrenamtlichen Engagement nicht abträglich war. Rund 400 Helferinnen und Helfer packen für das viertägige Fest mit an.

Zum Beispiel in der Küche. Wichtigstes Essen ist der Hammelbraten, eine Spezialität des St. Leonhardfestes. „Eine Tonne Schaffleisch wird dazu bei der Metzgerei Rief zubereitet. Da helfen die Leute vom Küchenteam mit. Die Tiere kommen von der Schäferei Erhard in Birkenzell“, berichtet Feil.

Auch das Sauerkraut, der Kartoffelsalat, die vielen Torten und Kuchen und all die anderen Speisen, die man im Festzelt ausgibt, werden nach gutbürgerlichen Rezepten selbst zubereitet.

Das Getränk der Wahl ist für viele das Festbier, eigens gebraut bei der Rotochsenbrauerei in Ellwangen. Das dunkle Export glänzt bernsteinfarben im Maßkrug. Erstmals gebraut zum 40. Fest 2015 kam es so gut an, dass man bis heute daran festhält.

Das St. Leonhardsfest ist ein Anziehungspunkt für alle Generationen und das liegt auch daran, weil der kleine Vergnügungspark des Schaustellerbetriebs Neumüller Karussells, Autoscooter und Schießbude auf dem Festplatz Abwechslung bietet.

Der Erlös des Festes wird wie bisher für Sanierungen an der Pfarrkirche verwendet. Ein solches Bauwerk ist nie fertig und die Kirche soll auch weiterhin der Schmuck des ganzen Dorfes bleiben.

Man fragt sich, wie man das Programm noch steigern will, wenn in zwei Jahren die 1000-Jahrfeier ansteht. Daniel Feil ist zuversichtlich: „Da fällt uns schon was ein.“

Bekannter Kopf

Franz Stölzle war zwei Wahlperioden lang der Vorsitzende des Kirchengemeinderats und damit auch automatisch der Leiter des Festkomitees. Damit liefen bei ihm alle Fäden für das St. Leonhardsfest zusammen. Bei der jüngsten Wahl hat er nicht mehr kandidiert und somit gehört er auch dem Kirchengemeinderat nicht mehr an. Im Festausschuss ist er jedoch noch immer vertreten. Auf seine langjährige Erfahrung will man einfach nicht verzichten.

Instagram-Fotomotiv

In Dambach, ein Teilort östlich von Stödtlen, steht ein kleines Schloss, das im Volksmund auch einfach „das Schlössle“ genannt wird. Es stammt ursprünglich aus dem Jahre 1450, wurde 1685 zerstört und von 1734 bis 1742 wiederaufgebaut, erfährt man auf der Internetseite des Landesamtes für Denkmalschutz. Von 1966 bis 1970 wurde das Gebäude als Kinder- und Jugendheim genutzt. Mittlerweile befindet es sich in privater Hand und wird derzeit saniert.

Schon gewusst?

Stödtlen wird erstmals als „Stedelinum“ in einer Urkunde vom 5. Februar 1024 erwähnt. 1229 trägt der Ort den Namen „Stedelin“ und im 13. und 14. Jahrhundert „Stedelingen“, später Stödtlin, Stöttle, Stödtle und Stöttlin. Die württembergische Archivdirektion erklärte den Ortsnamen 1924 als Mehrzahl von Stadel, Vorratshäuser des Klosters Ellwangen. Danach wurde das Wappen gestaltet, das in Silber gehalten ist, mit einem Stadel auf grünem Erdreich. 

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St. Leonhardsfest: das Programm 2022

Das Fest wird am Freitag, 19. August, um 20 Uhr mit dem Bieranstich eröffnet. Die Musik kommt von den Virngrundmusikanten.

Am Samstag, 20. August, beginnt um 14 Uhr das Preisschafkopfturnier. Beim Gemeindenachmittag gibt es Kaffee und Kuchen. Ab 19.30 Uhr spielt das Bodenseequintett.

Am Sonntag 21. August, beginnt um 9.30 Uhr der Zeltgottesdienst. Die Virngrundmusikanten spielen zu Frühschoppen und Mittagstisch. Danach unterhält die Jugendkapelle Stödtlen-Tannhausen. Abends spielt der MV Pfahlheim.

Den Festausklang am Montag, 22. August (ab 20 Uhr) mit Feuerwerk spielen die „Besenkracher“.

Franz Stölzle beim St. Leonhardsfest.
Das Schlössle in Dambach war von 1966 bis 1970 ein Kinderheim und befindet sich jetzt in privater Hand.
So lieben die Stödtlener ihr Leonhardsfest. Archivfoto: ks

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