Penthouse nicht um jeden Preis

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Ein geplantes Mietshaus sorgt in Unterschneidheim für Aufregung. Bürgermeister Nikolaus Ebert geht davon aus, dass die Anwohner ihren Willen bekommen. Darüber, über Windkraftanlagen im Nonnenholz und das neue Altenpflegeheim sprach er im Interview mit SchwäPo-Redakteurin Katharina Scholz.

Herr Ebert, neben dem Hauptort hat Unterschneidheim sieben Teilorte. Welche Herausforderungen bringt das mit sich? Die Teilorte sind räumlich deutlich voneinander getrennt. Sie haben ihre eigene Entwicklung, ihre eigene Identität, zum Beispiel eine eigene Kirchengemeinde. Im kommunalen Entwicklungsprozess sind die Teilorte durch die Ortschaftsräte vertreten. Deren Mitglieder sind am nächsten an den Menschen dran und tragen das Meinungsbild vor Ort in den Gemeinderat hinein. Der Meinungsbildungsprozess funktioniert so sehr gut. Wie schwierig ist es, alle zusammenzuhalten? Es ist eine anspruchsvolle, aber interessante Aufgabe. Die Entwicklung der Gemeinde bleibt auf diese Art lebendig. Wie geht es weiter mit dem umstrittenen Mietshaus im Baugebiet "Aktivierung Hofstelle Uhl"? Nicht das ganze Gebäude ist umstritten, sondern das sogenannte Penthouse. Der Plan sieht vor, es auf dem zweiten Geschoss aufzubauen. Auf die Art überschreitet das Gebäude die im Bebauungsplan zugelassene Höhe. Der Ortschaftsrat wurde dazu gefragt. Das Gremium hat sich gegen das Penthouse ausgesprochen. Die Sache liegt nun dem Gemeinderat vor. Bei der Sitzung am Montag, 4. April, steht das Thema auf der Tagesordnung. Ich möchte dem nicht vorgreifen. Aber mein Eindruck ist, dass die vier Wohnungen, verteilt auf Erdgeschoss und Obergeschoss, ohne das Penthouse gebaut werden. Obwohl es in Unterschneidheim einen Mangel an Mietwohnungen gibt? Wir haben verschwindend wenige Mietwohnungen. Das merken wir an unserer Einwohnerentwicklung. Ich wäre um jede Wohnung froh, aber nicht um jeden Preis. Im geplanten Mietshaus können ohne das Penthouse vier barrierefreie Wohnungen um die 80 Quadratmeter entstehen. Ich habe kein Interesse, dass wegen einer fünften Wohnung, dem Penthouse, Streit entsteht. Gibt es Neuigkeiten in Sachen Windkraftanlagen im Nonnenholz bei Zöbingen? Ich gehe davon aus, dass die Firma Abo Wind im nächsten Winter Waldflächen an fünf Standorten rodet und im Frühjahr 2017 fünf Windkraftanlagen aufbaut. Neben der Firma Abo Wind hat auch die Firma Uhl Windkraft Interesse. Wie viele Anlagen möchte die zweite Firma bauen? Die Firma Uhl Windkraft hat im August 2014 einen immissionsschutzrechtlichen Vorbescheid zur Errichtung von fünf Anlagen erhalten. Zwei dieser Anlagen haben ihren Standort auf Gemarkung Zöbingen. Wie viele Windkraftwerke könnten insgesamt dort gebaut werden? Es ist Platz für circa 15 bis 19 Anlagen. Es kommt darauf an, wie die Firmen den zur Verfügung stehenden Platz ausnutzen. Wie soll der Strom ins Netz eingespeist werden? Erdkabel oder Freileitung? Die Einspeisung erfolgt über Erdkabel. Mir war es immer wichtig, dass für die Windkraftanlagen im Nonnenholz keine neuen Masten und Trassen gebaut werden. Haben beide Firmen das zugesagt? Die Firma Abo Wind hat uns versichert, dass dem so ist. Ich gehe davon aus, dass man nicht zwei Stromableitungstrassen für die Windkraftanlagen im Nonnenholz baut. Das wäre ja wirtschaftlich nicht sinnvoll. Das neue Altenpflegeheim wird am 3. April eingeweiht. Was versprechen Sie sich davon? Bislang mussten sich alle pflegebedürftigen Menschen aus unserer Gemeinde in andere Gemeinden begeben. Dem wollten wir begegnen, damit die Menschen hier bleiben können, wo sie sich auskennen, wo sie verwurzelt sind. Zum anderen schafft das Pflegeheim Arbeitsplätze in Unterschneidheim, insbesondere im Teilzeitbereich. Wie groß ist die Nachfrage nach Plätzen im neuen Altenpflegeheim? Nach meinem Kenntnisstand ziehen am Montag nach der Einweihung schon die ersten zehn Bewohner ein.

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