2023 wird "ein Jahr zum Luft holen"

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Die innerörtliche Flurneuordnung eröffnet dem Ortskern von Pfahlheim neue Entwicklungs- und Zukunftschancen. Herzstück ist die Neugestaltung des Kirchplatzes. Das wollen die Ortschaftsräte nicht auf die lange Bank schieben.
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Der Ortschaftsrat Pfahlheim will eine Planungsrate für den Bau des Kirchplatzes im nächsten Haushalt.

Ellwangen-Pfahlheim

Der Haushaltsplan für 2023 sehe in Pfahlheim Investitionen von eher bescheidenem Umfang vor, meinte Ortsvorsteher Wolfgang Seckler in der jüngsten Ortschaftsratssitzung. Er sah darin ein "Luft holen für die nächsten Projekte", immerhin seien wichtige Planungsansätze enthalten.

Oberbürgermeister Michael Dambacher machte deutlich, dass dies auch auf eine neue Strategie der Stadtverwaltung zurückzuführen sei. Um den Haushalt von geplanten aber nicht zeitnah realisierbaren Vorhaben zu entlasten, würden zunächst nur Planungsraten eingestellt. Erst wenn die Kosten klar zu bestimmen sind, wolle man mit soliden Kalkulationen in den Haushalt gehen.

Stadtkämmerer Sebastian Thomer machte auf die "Bugwelle an Investitionen" aufmerksam, die man derzeit vor sich her schiebe. Seit 2016 brauchte die Stadt keine neuen Kredite, auch weil die Ausgaben nicht so umgesetzt wurden wie geplant. Thomer nannte Materialknappheit und Personalnot als Gründe. Ab 2023 habe man deshalb die Budgets für Hoch- und Tiefbau auf je vier Millionen Euro gedeckelt.

In Pfahlheim sind im nächsten Haushalt für die Generalsanierung des Kindergartens 715 000 Euro kalkuliert, für ein Bodentrampolin weitere 15 000 Euro. Planungsraten für die Sanierung des Feuerwehrhausses (50 000 Euro) und für die Sanierung der Kastellhalle (50 000 Euro) kommen hinzu. In der laufenden Bauunterhaltung sind 43 000 Euro vorgesehen. Für die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße Rötlen-Hammermühle, erster Bauabschnitt sind 350 000 Euro vorgesehen. Der Anteil auf Pfahlheimer Gemarkung liegt bei 50 000 Euro. Für die Erweiterung des Gewerbegebiets Breiter Weg ist eine weitere Planungsrate von 50 000 Euro gesetzt. Außerdem soll die Kirchengemeinde für die Befestigung von Wegen auf dem Friedhof 7500 Euro Zuschuss bekommen. Ein neues Löschgruppenfahrzeug für die Feuerwehrabteilung für 450 000 Euro soll 2024 kommen.

Wolfgang Seckler merkte an, dass die Kindergartensanierung die größte Baumaßnahme im kommenden Jahr werde. Bevor die dringend nötige Sanierung der Kastellhalle losgehe, brauche man rechtzeitig Informationen, damit die Vereine ihre Veranstaltungen planen können. Beim Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße müsse auch der Gehweg von der Hammermühle nach Hardt mitgebaut werden. Das Gewerbegebiet Breiter Weg dürfe sich nicht verzögern: "Wir stehen bei den Betrieben in der Pflicht." Das Pfahlheimer Ortschaftsbudget (16 000 Euro) wolle man für den Umbau des ehemaligen Salzlagers als Depot und Lager für die Vereine umbauen, brauche dafür aber fachliche Beratung. "Das wird eine Win-win-Situation für alle", meinte Seckler und wollte eine Untersuchungsrate oder Planungsrate von 10 000 Euro dafür im Haushalt eingestellt haben. Das ehemalige Gebäude des Baubetriebshofs sei man bereit zur Co-Finanzierung einzubringen. Thomer dazu: "Wir haben im Haushalt den allgemeinen Grundstückstitel, für die ehemalige Straßenmeisterei brauchen wir keinen extra betrag setzen."

Der Ortschaftsrat hatte noch weitere Wünsche: Die Gestaltung der Freiflächen um die St. Nikolauskirche, sollten dringend umgesetzt werden. Der Kirchplatz sei immerhin das zentrale Projekt der innerörtlichen Flurbereinigung. Der Stadtkämmerer machte deutlich, dass man noch auf die Aufschlüsselung der Teilflächen von der Flurneuordnungsbehörde warte. Bislang gebe es nur einen Vorentwurf. "Wir bräuchten  für eine Baugenehmigung die konkrete Planung. Aktuell ist dafür aber kein Geld im Haushalt." Daraufhin formulierte Seckler, den Antrag eine Planungsrate für die Außenfläche der St. Nikolauskirche in den Haushalt aufzunehmen. "Wir wollen keinen Schnellschuss, aber wenigstens einen Fuß in der Tür", sagte Seckler. Der Ortschaftsrat stimmte dem Haushaltsentwurf und den Anträgen geschlossen zu.

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