Heimatkunde in der Praxis

+
Wo soll es hin - das neue Pfahlheimer Bodenbild? Am Dienstagabend hat sich der Ortschaftsrat auf dem Schulhof getroffen und - nach kurzer Diskussion - ein passendes Plätzchen gefunden.
  • schließen

Der Ortschaftsrat Pfahlheim investiert einen Teil seines diesjährigen Ortsbudgets für ein sogenanntes Bodenluftbild. Am Dienstag wurde der richtige Platz dafür ausgesucht.

Ellwangen-Pfahlheim

Der Ortschaftsrat Pfahlheim hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Verwendung seines neu eingeführten Ortschaftsbudgets befasst. 16 000 Euro stehen Pfahlheim seit 2022 jährlich für eigene investive Maßnahmen zur Verfügung. Und die Pfahlheimer wissen bereits ganz genau, wofür sie dieses Geld einsetzen wollen.

Die kostspieligste Maßnahme in diesem Jahr wird die Installation eines etwa fünf mal sechs Meter großen Bodenbilds sein. Es wird eine Luftaufnahme der Pfahlheimer Gemarkung samt allen markanten Ortspunkten, wie Keltenschanze, Kastell oder Limes, zeigen. Knappe 7000 Euro wird das kosten.

Für die Installation muss eine Bodenplatte gelegt werden, darauf werden anschließend tritt- und wetterfeste Kunststoffplatten angebracht, die das Bild zeigen. „Das ist keine neue Idee von uns, sondern war schon so auf diversen Landesgartenschauen zu sehen“, erklärte Ortsvorsteher Wolfgang Seckler bei dem Vor-Ort-Termin auf dem Schulgelände. Er schob in diesem Zuge gleich nach, warum dieses Bild auf dem Pfahlheimer Schulhof installiert werden soll und nicht etwa auf dem Dorfplatz. „Hier sitzt unsere Zielgruppe. Hier sind Kinder und Jugendliche. Und für sie ist dieses Bild in erste Linie gedacht. Damit kann man auf spannende Weise Heimatkunde vermitteln, was heute manchmal etwas zu kurz kommt“, führte Seckler aus.

Das Gremium diskutierte anschließend angeregt, aber konstruktiv über den richtigen Platz auf dem Schulhof. Schnell wurde man sich einig, es nicht zentral anzubringen, weil dann - bei größeren Veranstaltungen und Festen - Fahrzeuge über das Bild rollen würden. Stattdessen soll es nun am Rand des Platzes, in direkter Nachbarschaft zur Outdoor-Tischtennisplatte, platziert werden. Hier soll das Bild - eingerahmt von Sitzbänken - spätestens ab kommendem Frühjahr zu sehen sein. Eine zusätzliche Tafel am Limes-Radweg soll Besucher auf die neue Attraktion hinweisen.

Straßenmeisterei wird saniert

Diskutiert wurde in der anschließenden Sitzung dann auch noch über das Ortschaftsbudget für das Jahr 2023. Das Gremium war sich schnell einig, dass der komplette Etat in die Sanierung der alten Straßenmeisterei fließen soll. Das marode Gebäude soll ertüchtigt und dann den Vereinen als Lagerhalle zur Verfügung gestellt werden. In diesem Zuge würde man auch den bis dato wenig schönen Außenbereich der Straßenmeisterei entsiegeln und umgestalten. Von der Maßnahme würden somit nicht nur die Vereine, sondern auch die Ortschaft profitierten, zeigte sich Ortsvorsteher Seckler überzeugt. Wie er in der Sitzung anfügte, habe er bei den örtlichen Vereinen bereits nachgefragt, ob es für eine solche Lagerhalle überhaupt einen Bedarf gibt. Die Antworten seien eindeutig ausgefallen: „Sie brauchen alle Platz.“

Angesichts der begrenzten Mittel, die zur Verfügung stehen, sei bei diesem Projekt aber auch klar, dass es nicht ohne Eigenleistungen gehen wird. „Das muss den Vereinen etwas Wert sein, die entsprechenden Signale sind aus den Vorstandschaften aber auch schon gekommen“, ließ Seckler die Räte wissen. Die zeigten sich durch die Bank begeistert. Das sei eine „einmalige Chance“ für die Ortschaft und die Vereine. Man kam überein, gegebenenfalls auch noch das Ortschaftsbudget des Jahres 2024 in dieses Bauprojekt zu stecken. Bevor allerdings zur Tat geschritten werden kann, muss jetzt noch die Statik des Gebäudes, dem ursprünglich der Abriss drohte, geprüft werden.

Freude über neuen Radweg

Ein weiteres Thema in der Sitzung war der geplante Neubau des Radwegs von Tannhausen nach Pfahlheim entlang der L1076. Das Projekt wird von der Gemeinde Tannhausen geplant, der Ortschaftsrat Pfahlheim fasste am Dienstag lediglich den Grundsatzbeschluss, dass man diese Maßnahme rückhaltlos begrüßt. Gleichzeitig wurde im Gremium das Bedauern darüber laut, dass es nicht gelingt, einen Radweg von Röhlingen nach Pfahlheim zu bauen. Die dafür ursprünglich geplante 1A-Trasse entlang der L1066 war nicht durchsetzbar, weil mit einem Grundstückseigentümer kein Einvernehmen erzielt werden konnte. Die 1B-Lösung war danach in den Ortschaftsräten Röhlingen und Pfahlheim durchgefallen. Grund dafür war, dass die der vorgeschlagene Weg einen landwirtschaftlichen Betrieb durchquert und ein Biotop berührt. Laut Seckler zeichne sich derzeit noch keine Lösung für eine neue, mögliche Trasse ab.

Zurück zur Übersicht: Pfahlheim

Kommentare