Pfahlheims Chance für den Ortskern

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Pfahlheim aus der Luft:
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Wohnraum für über 400 Menschen: Innerörtliche Flurneuordnung wird ein Vorbild-Projekt im gesamten Ostalbkreis.

Ellwangen-Pfahlheim

Es ist eine wirklich große Sache für die Stadt. Und ein Vorbild-Projekt im gesamten Kreis. Denn in dieser Form gab's noch nie eine innerörtliche Flurneuordnung. Genau diese wird im Ellwanger Stadtteil Pfahlheim umgesetzt. Was Stadtplanungsamt und die Flurbereinigungsbehörde des Landkreises ausbaldowert – und dabei an Potential für den Ortsteil entdeckt haben, das ist nun vorgestellt worden.

In diesem Thema steckt Leben. Entwickelt sich Pfahlheims alter Ortskern weiter, finden dort mehr Menschen ihr Zuhause. Dann kann da etwas aufblühen, eine gute Zukunft entstehen. Davon ist Klaus Ehrmann, Chef des Stadtplanungsamts, überzeugt. Jürgen Eisenmann, Leiter der Dienststelle Flurneuordnung und Landentwicklung beim Landratsamt, sieht das Ganze genauso: „Wenn junge Familien nur in den Neubaugebieten leben, blutet der historische Ortskern irgendwann aus. Siedeln sich dort aber junge Familien an, kann das Kerndorf wieder aufleben.“

„Für uns ist es ein großes Thema, wie wir mit innerörtlichen Flächenpotential umgehen, welche Möglichkeiten wir ausschöpfen können, ohne Grünflächen und Ackerland im Außenbereich verbrauchen zu müssen“, sagt Oberbürgermeister Michael Dambacher. Der Flächenfraß in Form von Neubaugebieten sei die eine Seite, die verständlicherweise schwindende Bereitschaft der Landwirte, immer wieder neue Flächen abzugeben, die Andere.

Siebeneinhalb Jahre ist es her, dass sich Ortsvorsteher Wolfgang Seckler zum ersten Mal mit Eisenmann getroffen hatte. Damals vielleicht mit einer gewissen Unsicherheit, auf was sich Pfahlheim da einlässt, denn „wir konnten niemand fragen, sowas gab's in der Region noch nicht“. Doch der Zuspruch der Bürger, den Schritt zu gehen, war und ist groß, so Seckler. Und das Ergebnis der aufwändigen Planung beachtlich.

Detailliert ist in einer ganzen Reihe an Karten festgehalten, wo es Streuobstgärten gibt, wo alte Schuppen, wo ungenutzt Gebäude und in welchem Zustand, wo landwirtschaftliche, wo Gewerbebetriebe und Einrichtungen, wo Denkmalgeschütztes, wo Freiflächen und in welchem Bereich mit einer gewissen landwirtschaftlichen Geruchsbelästigung zu rechnen ist. Damit eventuelle Bauherren darüber informiert sind.

Ort hat vorgesorgt

In drei Kategorien haben Ehrmann und Stadtplaner Armin May eingeteilt, was sich wie umsetzen lassen würde. Und auch die Ortschaft hat vorgesorgt. Braucht jemand seinen Schuppen nicht mehr, aber seinen Bulldog, so gibt's dafür im Außenbereich eine gemeinsame Schuppenanlage und ein großes Holzlager. Damit kein Schuppen einen möglichen Bauplatz blockiert.

Das Grundprinzip: Das Amt macht Vorschläge. Grundstücksbesitzer könnten selbst bauen, für Eigenbedarf oder als Investor. Oder frei verkaufen. Zusätzlich bietet der OB an, dass die Stadt Flächen aufkauft und die Erschließung übernimmt. Wenn der Besitzer nicht selbst aktiv werden will. Und ganz klar: Das Alles ist „ein Können, kein Müssen“, wie Dambacher betont. Ein Chancen-Aufzeigen. Der ganze Sinn und Zweck ist einfach, Potentiale bewusst zu machen und durch die Flurneuordnung - das geschickte, oftmals minimale Korrigieren der Grenzen - neue Möglichkeiten zu eröffnen.

Eisenmann hat noch weitere gute Nachrichten im Gepäck: Ohne dass für die Eigentümer Kosten entstehen, übernimmt das Amt die oft nicht ganz günstige Vermessung, wenn Grenzen neu gezogen würden. Kleine Flächentausche sollen das Ergebnis haben, dass nachher alle profitieren. Eisenmanns Team will da mit neutraler Beratung unterstützen. Und für den Wegebau könnte eine Förderung drin sein.

Link: Die Stadt wird die Pläne für alle Bürger einsehbar auf der Homepage der Stadt www.ellwangen.de einstellen.

So kann das Kerndorf wieder aufleben.“

Jürgen Eisenmann, Leiter der Deinststelle Flurneuordnung und Landentwicklung

Pfahlheims Potential

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