Seckler: „Eine große Chance ist vertan“ 

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Frust bei Pfahlheims Ortsvorsteher Wolfgang Seckler: Die Chance auf einen schnellen, sicheren Radweg, zu mindestens 85 Prozent vom Land gefördert, ist vertan. Hier am Ortseingang von Pfahlheim hätte sich mithilfe der Radwegfördergelder einiges verbessern lassen.
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Pfahlheims Ortsvorsteher Wolfgang Seckler räumt mit ein paar Sichtweisen auf und macht die Tragweite der Entscheidung gegen die Radwegetrasse bewusst.

Ellwangen-Pfahlheim. „Wir haben bei den Radwegen mehr weiße Flecken als beim Breitband.“ Genau das hatte Wolfgang Seckler, Pfahlheims Ortsvorsteher, ändern wollen. Vor gut zwei Wochen hatten aber erst der Ortschaftsrat Röhlingen, dann der Ortschaftsrat Pfahlheim die von der Stadt geplante Radwegverbindung zwischen den beiden Ortsteilen abgelehnt. Daraufhin hatte der Bauausschuss Ellwangen den Punkt von seiner Tagesordnung genommen. Warum noch groß etwas besprechen, worüber sich die Ortschaftsräte so eindeutig einig sind? Und so steht die Genehmigung des neuen Radwegs auch am Donnerstag nicht zur Abstimmung im Gemeinderat Ellwangen. Das Thema Radweg Pfahlheim-Röhlingen ist vom Tisch.

Radwegverbindung zwischen Röhlingen und Pfahlheim

Kurzer Rückblick: Röhlingen und Pfahlheim sind nicht grundlegend gegen eine Radwegeverbindung zwischen den beiden Orten. Mitnichten. Doch mit der geplanten Trassenführung mit mehreren 90-Grad-Abbiegewinkeln, die den ausbremsen, der flott zur Arbeit will, waren viele nicht glücklich. Manche lehnten ab, weil der Weg teilweise an einer Feldhecke entlang geführt hätte. Hauptargument war gewesen, dass die Strecke durch einen landwirtschaftlichen Betrieb führen und damit für eine Belastung der betroffenen Familie führen würde. Vom Gefahrenpotential, wenn Kinder mit dem Rad unterwegs sind, wo große Traktoren im Einsatz sind, mal ganz abgesehen. Für die Stadt selbst war diese Trasse auch keine Wunschlösung gewesen, sondern ein „Anders- geht‘s-halt nicht“. Die einzig machbare. Denn die liebste Lösung der Stadt entlang der Sechta haben zwei Landwirte verhindert, da sie nicht bereit gewesen waren, Fläche zugunsten den Radwegs zu verkaufen. „Einer der beiden Landwirte, die unsere Optimallösung am Bach entlang verhindert haben, ist derselbe Landwirt, dessen Hof bei der Alternativvariante betroffen gewesen wäre“, sagt Seckler.

Hier ist es ihm wichtig, einen Punkt klarzustellen. „Es ist nicht so, wie es immer dargestellt wird, dass wir unseren Radweg durch einen Betrieb hindurchbauen wollten.“ Vielmehr sei es so, dass der Radweg auf einem bestehenden Feldweg geplant war. Der Betrieb habe sich zuvor rechts und links des bestehenden Weges angesiedelt. „Das macht für mich einen Unterschied.“ Zudem habe die Betreiberfamilie die Möglichkeit gehabt, mit einem Grundstücksverkauf die Optimallösung entlang des Bachs möglich zu machen. Und so selbst dafür zu sorgen, dass der Schweinemastbetrieb nicht von Radverkehr betroffen ist. „Für mich war es ein Glück, dass das Regierungspräsidium bereit war, unsere Alternativroute mitzutragen, obwohl der Radweg eigentlich möglichst straßenbegleitend sein soll, damit er gefördert wird.“

Rat stellte sich gegen Ortsvorsteher

In Pfahlheim war Seckler am 17. Mai der allereinzigste gewesen, der für den Radweg gestimmt hatte. Der Rat hatte sich komplett gegen den Ortsvorsteher gestellt. Ein Novum in den 13 Jahren Secklers Amtszeit. Mit der Entscheidung der Ortschaftsräte, die einzig mögliche Trassenführung abzulehnen, sei eine große Chance vertan, so Seckler. „Der Zeitpunkt vor der Landesgartenschau war einfach optimal, so etwas durchzuziehen. Alles hätte gepasst. Auch dass wir die Synergien hätten nutzen mit dem Spazierweg rund um Pfahlheim, der über die innerörtliche Flurneuordnung kommt.“ Am Ortseingang wäre alles zusammengekommen: Fußweg, Radweg, Querungshilfe für die Radfahrer. Damit eine Verkehrsberuhigung. Und die Chance, den Ortseingang optisch aufzuwerten. Doch: „Radweg weg – Förderung weg.“ Er sei sich nicht sicher, ob sich die Ratsmitglieder, die den Weg abgelehnt hatten, der Tragweite ihrer Entscheidung komplett bewusst gewesen seien. Er habe auf eine Entscheidung nach dem Motto „Gemeinwohl vor Eigenwohl“ gehofft. 

Auch wenn der Radweg nun offiziell vom Tisch, nicht mehr zur Abstimmung im Gemeinderat steht: Pfahlheims Ortsvorsteher will nicht aufgeben und weiterhin die Vision verfolgen, „dass wir 2026 mit dem Rad von Pfahlheim auf einem sicherer Radweg zur Landesgartenschau fahren können“.  

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