Spielplatz auf dem Vereinsgelände des SV Pfahlheim

+
Wie ein ehrenamtlicher Bautrupp auf dem Vereinsgelände des Sportverein Pfahlheim einen öffentlichen Spielplatz baut. 
  • schließen

Wie ein ehrenamtlicher Bautrupp auf dem Vereinsgelände des Sportverein Pfahlheim einen öffentlichen Spielplatz baut.

Ellwangen-Pfahlheim. „Schlegel – Mitte – und gut ist“, kommandiert der Eine. „Ich bin jetzt mittig. Der Balken kann erstmal weg“, kommt‘s von Peter Lauster aus dem Eck. „Ond jetzt näba nomm‘ schlaga“, grinst der Nächste, als Matthias Schmidt mit dem Schlegel ausholt und die Eisenstange, die Tobias Feil fixiert, tief in den Boden treibt. „Es sind alles Capos“, grinst Bauleiter Karl Böhm. So klingt es, wenn der eingespielte Bautrupp des Sportverein Pfahlheim – rund 20 Männer in wechselnder Besetzung - aktiv ist. Und das ist er wieder. Am Montagabend haben sie losgelegt, sich an ihr neues Projekt gemacht: einen ganz neuen großen Spielplatz - im Jahr des Jubiläums. Denn der SV wird 75.

Gebaut wird zwar auf dem Vereinsgelände, aber für die Öffentlichkeit, also für ganz Pfahlheim. Es wird der dritte Spielplatz im Ort sein und eine Bereicherung für das „Altdorf“ werden, so der Wunsch, das Ziel des SVler.

Wie alles kam, erklärt Philipp Wettemann, der sich um die Pläne und Anträge gekümmert hat. Der Sandkastenbereich mit Blick aufs Spielfeld sei nicht mehr zeitgemäß gewesen, das Holz verwittert. Kein Zustand, da ja gerne Geburtstage oder Hochzeiten im Vereinsheim gefeiert werden und bei den Heimspielen auch viele Kinder auf dem Gelände sind.

Eigentlich hatte Pfahlheim vorgehabt, am Weiherbach einen Wasserspielplatz zu bauen, konnte aber den dafür nötigen Platz nicht erwerben. „Wir hätten zwar gemeindeeigene Fläche für den Spielplatz gehabt, aber noch Fläche für den Weg dahin gebraucht. Diese Grundstücksverhandlungen sind gescheitert“, bedauert Ortsvorsteher Wolfgang Seckler. Und freut sich umso mehr, dass der Sportverein nun aktiv wird und eine gute Alternative für die Familien im alten Ortskern schafft.

Zusage von Leader

Wettemann: „Im Oktober haben wir uns überlegt, es mit Leader zu versuchen.“ Im Dezember war der Antrag dort eingereicht. „Von der Stadt haben wir noch eine Baugenehmigung gebraucht. Die haben sich superschnell darum gekümmert. Schon Mitte Januar war die Genehmigung da“, berichtet er. Zwei Monate später dann die positive Antwort von „Leader“: Ihr seid ausgewählt worden, ihr seid dabei. „Da waren wir echt happy. So können wir für die Kinder eine echte Verbesserung schaffen.“ „Einen neuen Spielplatz gemacht hätten wir so oder so. Aber ohne die Unterstützung von Leader hätte er eben viel kleiner und einfacher werden müssen“, ergänzt der Vorsitzende Siegfried Vollmer. In dieser Größe und Preisklasse wäre das für uns als Verein zu zu stemmen gewesen.“

Gleich im April kam der Bagger, am Montag folgte dann der erste Arbeitseinsatz des SV-“Spezialtrupps“. Mit Vlies wurde die künftige rund 300 Quadratmeter große Fläche ausgelegt, dann ging‘s an die Randeinfassung mit Rundhölzern. Nächste Woche kommt das erste Spielgerät, die Vierer-Wippe. Bei den bestellten Geräten gibt es teilweise lange Lieferzeiten. Deshalb geht’s nicht so schnell wie Karl Böhm und seine Mannen es gerne hätten. Philipp Wettemann schürt dennoch schon mal die Vorfreude: Es kommt eine Zwei-Turm-Spielanlage mit Rutsche und Wackelbrücke, ein Spielhaus, ein Dreier-Reck und eine Doppelschaukel. Alles einheitlich in langlebigem Robinienholz. Es gibt dreierlei Bodenbeläge: Sand, Rindenmulch und Donaukies und einen gepflasterten Bereich mit Sitzbänken. „Ich denke, das wird ganz stimmig mit der Grillstelle nebenan“, so Wettemann.

Der Verein übernimmt einen Eigenanteil von 8000 Euro, Leader gibt 16000 Euro dazu. Das letzte und größte Spielgerät kommt Ende August. Einen Monat später will der Sportverein fertig sein, Mitte Oktober muss mit Leader abgerechnet werden. Hintenraus wird’s also eng. „Aber das kriegen wir hin“, sagt Wettemann und erzählt dann von einer „coolen Aktion“ zur Finanzierung des Spielhauses.

Pizza Ihnberg für ein Spielhaus

Eine Gruppe Pfahlheimer, bestehend aus ehemaligen Fußballern und Gönnern des Vereins, hatte am Wochenende einen Pizza-Verkauf organisiert. Matthias Schmidt, der Mann mit dem Schlegel, hatte Pizzaöfen ausgeliehen, der Virngrundbäcker die Teiglinge gespendet. 15 bis 20 Leute haben zwei Tage lang Schmidts Zuhause in eine Backstube verwandelt, 540 Pizzen - „Pizza Bambini“, „Vier Jahreszeiten“ oder „Pizza Ihnberg“, die extrascharfe, Flammkuchen und große Salatteller fabriziert. Und diese kostenlos ausgeliefert. Auch nach Stödtlen, Ellenberg oder Dalkingen.

Zuvor hatte die selbe Gruppe beim letzten Heimspiel des SV und zum Championsleague-Finale einen Pilswagen aufgestellt und Bier ausgeschenkt. Die Erlöse von beiden Aktionen haben das Spielhaus für den Spielplatz finanziert.

Die Projekte des SV Pfahlheim


Jedes Jahr knöpft sich der Verein etwas Neues vor. Verschönert und verbessert auf diese Weise seit Jahren sein Gelände. Vor zwei, drei Jahren war es der Zuschauerbereich. Was jetzt mit fest installierten Sitzplätzen einladend und sauber angelegt ist, war zuvor ein unbefestigter Abhang, eine Wildnis mit Sträuchern, wie der Vereinsvorsitzende Siegfried Vollmer erzählt. Weitere Projekte: ein weiterer Zuschauersitzbereich, ein Ballfangzaun beim Trainingssportplatz oder ein Stehtisch mit Bänken rund um die Linde mit Blick aufs Spielfeld.

Wie ein ehrenamtlicher Bautrupp auf dem Vereinsgelände des Sportverein Pfahlheim einen öffentlichen Spielplatz baut. 

Zurück zur Übersicht: Pfahlheim

Kommentare