PG-Kunstkurs schnitzt Stelen zur Stadtgeschichte

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Die Jugendlichen müssen den Umgang mit Stemmeisen und Klüpfel erst erlernen. Wenn man es kann, macht es richtig Spaß.
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Holzarbeiten entstehen im Alamannenmuseum und sollen bei der Landesgartenschau zu sehen sein.

Ellwangen. Wenn 17 Jugendliche der Jahrgangstufe 12 meterlange Eichenstämme mit Klüpfel und Stemmeisen bearbeiten, dann wird es laut. Jeden Mittwochnachmittag kann man sie hören, an der Hallerstraße im Hof des Alamannenmuseums. Es ist der Kunst-Grundkurs von Silke Schwab-Krüger, Kunsterzieherin im Peutinger Gymnasium, der hier Holzbildhauerei übt und praktiziert.

Angeleitet von Werner Kowarsch, Bürgermeister a.D. aus Lauchheim, und begeisterter Bildhauer, lernen die Schülerinnen und Schüler, wie man das Eisen richtig anlegt, damit am Holz das geschieht, was man haben will.

Das Projekt „Geschichtsstelen“ ist mehr als Unterricht, es verbindet Kunst und Heimatgeschichte mit kommunaler Planung, denn die Stelen sollen 2026 bei der Landesgartenschau ausgestellt werden.

Die Jugendlichen haben bereits im März begonnen Motive für ihre Stämme zu erarbeiten. Die Recherche führte sie in die Museen, man sah sich die Motive und Handwerkskunst der Alamannen an. Beratend wirkte Dr. Michael Hofmann mit, als Lehrer für Geschichte am PG und als Vorstandsmitglied des Geschichts- und Altertumsverein. Er machte Vorschläge für epochale Ereignisse in Ellwangen, die sich künstlerisch umsetzen lassen: Klostergründung, Bauernkrieg, Hexenverfolgung, Pest.

Es entstanden Skizzenbücher, Entwürfe, die nun Hieb um Hieb auf das Holz übertragen werden. „Dabei muss man kreativ sein. Wenn ein Ast im Weg ist, bietet sich an, den Entwurf anzupassen.“

Man erkennt erste Figuren, eine Schlange, einen Frauenkörper, einen Bauern mit Gabel. Woche um Woche werden die Kunstwerke verfeinert, die Jugendlichen werden geschickter, die Schläge sicherer.

Die Eiche sei zwar schwer, um die 2-Meter-Stämme zu bewegen, müssen vier, fünf Personen anpacken. Doch dieses Holz sei gut zu bearbeiten und vor allem sehr haltbar.

Das ist wichtig, weil die Stelen später im Freien aufgestellt werden sollen. 15 bis 20 Säulen könnten es werden, meint Andreas Gut, Leiter des Alamannenmuseums, das die Halterungen aus Metall finanzieren will. QR-Codes sollen auf die geschichtlichen Hintergründe des Dargestellten verweisen.

Stefan Powolny, Leiter der LGS Gmbh kann sich durchaus vorstellen, dass die Stelen später auf dem Gelände einen Weg flankieren werden. Die GmbH bezahlt das Holz, das der Stadtförster im Rotenbacher Wäldle geschlagen hat.

Info: Das Projekt „Geschichtsstelen“ wird im neuen Schuljahr von einem neuen Kurs des Peutinger Gymnasiums fortgesetzt.

Die Jugendlichen müssen den Umgang mit Stemmeisen und Klüpfel erst erlernen. Wenn man es kann, macht es richtig Spaß.
Die Jugendlichen müssen den Umgang mit Stemmeisen und Klüpfel erst erlernen. Wenn man es kann, macht es richtig Spaß.
Werner Kowarsch, Bürgermeister a.D. und begeisterter Holz- und Steinbildhauer, leitet die Jugendlichen an. Es ist bereits sein dritter Kurs mit PG-Schülern.
Die Jugendlichen müssen den Umgang mit Stemmeisen und Klüpfel erst erlernen. Wenn man es kann, macht es richtig Spaß.

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