Premiere: Die Sternstunde des neuen Kämmerers

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Aufgrund der neuen, beziehungsweise zusätzlich eingestellten Mitarbeiter, müssen bei der Tannhäuser Gemeindeverwaltung die EDV-Anlage und teilweise das Mobiliar aufgestockt werden.
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Tannhausen investiert knapp zwei Millionen Euro in den Breitbandausbau. Warum die Personalkosten der Rathausverwaltung steigen.

Tannhausen

Zum Jahresbeginn hatte David Scheiner in Tannhausen das Amt des Kämmerers übernommen. Jetzt hat der bisher in der freien Wirtschaft Tätige mit dem Haushaltsplan 2021 seinen ersten für eine Kommune aufgestellten Finanzplan vorgestellt.

Es handele sich um eine Premiere, erklärte Bürgermeister, Manfred Haase mit Blick auf den neuen Kämmerer und dessen ersten für die Gemeinde aufgestellten Haushaltsplan. Erfreulich sei, dass weder Steuern noch Gebühren erhöht, und auch kein Kredit aufgenommen werden müssten. Ergänzend dazu sagte Scheiner, dass es sich um sein „erstes großes Werk für die Gemeinde“ handele. Dann stellte er sein Planwerk vor. Die Erträge im Ergebnishaushalt würden sich auf knapp 3,72 Millionen Euro summieren. Diesen stehen Ausgaben in Höhe von knapp 4,15 Millionen Euro gegenüber. Daraus resultiere ein rechnerisches Minus in Höhe von rund 432 700 Euro. Das Minus beinhalte unter anderem kalkulatorische Werte, beispielsweise die in der Doppik zu erwirtschaftenden Abschreibungen in Höhe von rund 597 200 Euro.

Hinzu komme, dass die Gemeinde aufgrund des guten Haushaltsjahres 2019 zeitversetzt geringere Zuweisungen erhalte und höhere Abgaben abführen müsse. Allein die Kreisumlage sei um gut 41 400 Euro auf jetzt rund 747 000 Euro gestiegen. Sie mache jetzt gut 18 Prozent des Teiletats aus.

Zusätzliche Kosten

Aufgrund der neu, beziehungsweise zusätzlich eingestellten Rathausmitarbeiter, erhöhten sich die Personalkosten gegenüber dem Vorjahr um rund 145 700 Euro auf jetzt rund 876 600 Euro. Für das zusätzliche Personal müssten um rund 35 000 Euro die EDV-Anlage und das Büromobiliar ergänzt werden. Laut der Finanzplanung sollen die Personalkosten auch in den Folgejahren kontinuierlich auf rund 935 300 Euro im Jahr 2024 ansteigen.

Breitband der größte Brocken

Der Breitbandausbau in den restlichen Teilorten mit 1,9 Millionen Euro sei im diesjährigen Ergebnishaushalt die größte Maßnahme. Im Zuge des Breitbandausbaus soll in Bergheim für rund 40 000 Euro die Straßenbeleuchtung erneuert werden. Für die Städtebauförderung im Zuge der Ortskernerneuerung sollen 169 000 Euro bereitgestellt werden. Die Abwasserpumpwerke in Bleichroden und Riepach sollen für rund 80 000 Euro saniert werden. Für den Grunderwerb sind 100 000 Euro vorgesehen. Die Grundschule soll für 37 000 Euro digital aufgerüstet werden. Für den Bauhof werden 20 000 Euro bereitgestellt, für die Feuerwehr 25 000 Euro.

Weder Steuern noch Gebühren müssen erhöht werden.“

Manfred Haase, Bürgermeister

Die angedachten Maßnahmen summierten sich auf knapp 2,11 Millionen Euro. Diesem Betrag stehen Zuschüsse und sonstige Einnahmen in Höhe von gut 1,83 Millionen Euro gegenüber. Hinzu kommen die Zinsaufwendungen in Höhe von rund 69 000 Euro.

Zur Finanzierung der Fehlbeträge ist eine Entnahme aus der Rücklage notwendig. Letztere verringere sich zum Jahresende um 530 800 Euro auf 1,57 Millionen Euro.

Die Pro-Kopf-Verschuldung sinkt

Die Verschuldung: Die Grundsteuer soll unverändert 380 Prozent (Typ A und B) betragen. Der Gewerbesteuersatz soll bei 360 von Hundert verbleiben. Dennoch könne die Verschuldung zum Jahresende um rund 69 000 Euro auf rund 445 000 Euro reduziert werden. Dies entspreche einer Pro-Kopf-Verschuldung von 249 Euro (Vorjahr rund 286 Euro).

Das Investitionsprogramm für den Zeitraum 2022 bis 2024 beinhaltet unter anderem die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens, die Teilerschließung von Bauland, die Kanalsanierung in der Neuweiler Straße und die Sanierung des Rathauses. Die Gesamtinvestitionen unterm Strich: insgesamt rund 4,45 Millionen Euro.

Der Gemeinderat befürwortete den Finanzetat einstimmig.

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