Bucher Stausee soll kein Corona-Hotspot werden

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So ruhig wie hier war es an den vergangenen Wochenenden am Bucher Stausee bei Weitem nicht. Archivfoto: opo/dat
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Der Bucher Stausee ist aktuell eines der gefragtesten Ausflugsziele der Ostalb. Für die Sommerferien bereitet dies Sorgenfalten.

Rainau

Landrat Klaus Pavel mahnte am Dienstag, dass man aufgrund der Pandemie trotz aktuell niedriger Infiziertenzahlen weiter vorsichtig und achtsam sein müsse.

Die Menschenmassen, die sich bei schönem Wetter am Bucher Stausee zeigten, beunruhigten ihn. "Bei schönem Wetter ähneln die Bilder denen von Nord- und Ostsee", so Pavel.

Rainaus Bürgermeister Christoph Konle bestätigte dies. "Ich habe mich mit dem Landrat diesbezüglich abgestimmt und auf die Situation hingewiesen."

Noch gebe es kein grundsätzliches Problem, so Konle. "Der Platz ist im Grunde da, aber die Besucher sind leider nicht immer gewillt, die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten."

Von illegalen Parties oder Exzessen ist keine Rede, vielmehr gehe es um vorbeugende Maßnahmen. Der regelrechte Ansturm an den vergangenen drei Wochenenden zwinge förmlich dazu, dass sich alle Verantwortlichen Gedanken über Maßnahmen für die Sommerferien machen, bevor die Lage außer Kontrolle geraten könnte.

"Wir freuen uns natürlich, dass der Bucher Stausee so gut angenommen wird. Wir alle wollen die Möglichkeiten nutzen, die uns hier für ‘Urlaub zuhause' geboten werden."

Um diese Möglichkeit auch künftig erhalten zu können, ist es aber zwingend notwendig, dass sich die Besucher an die Abstands- und Hygieneregeln halten, auf den Liegewiesen, in den Toiletten und am Kiosk.

Wir wollen Auszeit und Kultur. Aber bitte mit Vernunft und Abstand.

Christoph Konle Bürgermeister Rainau

"Sonst kann es passieren, dass der Bucher Stausee wieder geschlossen werden müsste, und das kann keiner wollen", warnt Konle.

Leider stelle die Verwaltung fest, dass bei den Besuchern die Akzeptanz zur Einhaltung der Regeln schwinde. "Das beunruhigt uns besonders", so Konle.

Weitere Lockerungen am Bucher Stausee sind somit auf jeden Fall nicht darstellbar: "Die Grillstellen bleiben auf jeden Fall bis 31. August geschlossen. Auch wildes Grillen ist selbstverständlich untersagt."

Für die Einhaltung der Regeln wird zum einen die Polizei künftig verstärkt präsent sein, auch mit Zivilstreifen. "Darüber hinaus sind wir derzeit in Gesprächen mit einem privaten Sicherheitsdienst, der spätestens mit Beginn der Sommerferien seinen Dienst aufnimmt", so Konle.

Damit hofft die Gemeinde, die kleinen Erfolge und guten Beispiele, wie etwa die Konzertreihen am See, nicht zu gefährden. "Wir wollen Auszeit ermöglichen und auch Kultur, die Leute brauchen das. Aber bitte mit Vernunft und Abstand", appelliert Konle.

Auch der Kioskbetreiber Stefan Kitzberger möchte reagieren und vermeiden, dass es zu langen Schlangen und Unmut kommt. Für die Sommermonate sucht er noch Verstärkung, Interessierte können sich über kiosk-leuchtturm.com melden.

Was geht am Stausee, was nicht?

Wassersport: Tretboote können am Stausee gemietet werden. Ebenso ist Stand-up-Paddling, Segeln und Bootfahren sowie Kanufahren erlaubt.

Spielplätze: Der römische Wasserspielplatz am Stausee ist wieder freigegeben, ebenso der Spielplatz bei der Seebühne. Die Rutsche bleibt weiterhin gesperrt. Die an den Spielplätzen angebrachten Hinweise zur Nutzung und der Anzahl der dort spielenden Kinder sind zu beachten.

Liegewiesen: Die Liegewiesen und die durch Bojen gekennzeichneten Badestellen sind freigegeben. Es gibt allerdings keine Badeaufsicht durch die DLRG, Baden ist daher nur auf eigene Gefahr möglich. Geltende Abstandsregeln sind einzuhalten.

Grillen: Die Grillstellen am See bleiben bis auf weiteres gesperrt. Jegliches Grillen ist untersagt.

Regeln: Die Gemeinde Rainau bittet um die Beachtung der geltenden Abstands- und Hygieneregeln wie auch Mund-Nasen-Schutz und um gegenseitige Rücksichtnahme bei der Nutzung der Spielplätze, der Toilettenanlagen und der Kioskanlagen, da eine erneute Sperrung zwar nicht gewollt, bei Verstößen gegen die Hygieneauflagen aber nicht ausgeschlossen werden kann.

Bußgeld: Bei Nichtbeachtung der Regeln kann die Gemeinde Rainau zum Schutz der Gäste des Naherholungsgebiets ein Bußgeld in Höhe von bis zu 500 Euro verhängen.

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