Der Bucher Stausee läuft wieder voll

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Er wollte schon als kleiner Bub einmal übers Wasser gehen können. Das verriet Ellwangens OB Michael Dambacher beim Wiedereinstau des Bucher Stausees.

In den vergangenen Monaten wurden mehrere Vorkehrungen gegen Extremhochwasser getroffen. Bis zum Badebetrieb soll der Wasserstand des Sommers erreicht sein.

Rainau

Punktgenau wurde am Mittwoch mit dem Wiedereinstau des Bucher Stausees begonnen. Im Oktober 2020 wurde der See entleert. 25 Tonnen Fische hat der Angelverein Ostalb auf andere Vereinsgewässer verteilt. So war der Weg frei für die Sanierung des Speicher- und Rückhaltebeckens. Neue Vorschriften machten dies nötig. Insgesamt wurde eine Million Euro verbaut.

Zum Pressegespräch am Staubecken war Ellwangens OB Michael Dambacher als Vorsitzender des Zweckverbandes Obere Jagst gekommen. Er ist der Mann für den Hochwasserschutz, dem diese und alle 15 anderen Rückhalteanlagen in erster Linie dienen.

Der Mann für den Tourismus, Geschäftsführer des Naherholungsgebietes, ist Rainaus Bürgermeister Christoph Konle. "Hochwasserschutz und Erholungsfunktion, eine schöne Symbiose", meinte Dambacher.

Der Mann des Wassers ist seit 1981 Josef Gentner vom Landratsamt. Er kennt sich mit allen technischen Details bis ins Kleinste aus.

Das wurde saniert

Die Baumaßnahme war notwendig, um zum Beispiel zur Bauwerkssicherheit bei Extremhochwasser einen zweiten Grundablass zur Abführung des Regelabflusses herzustellen. Diese zweite Öffnung sei nun hergestellt und mit einem Schieber der Abmessung zwei mal zwei Meter verschlossen. Auch die ursprünglich eingebauten Stahlwasserbauteile, wie Fischbauchklappen der Hochwasserentlastung sowie der Grundablassschieber wurden entrostet, neu beschichtet und wieder eingebaut. Insgesamt wurden 23 Tonnen Stahlteile behandelt bzw. zusätzlich eingebaut. Fest mit dem Bauwerk verbundene Stahlteile, wie Schieberrahmen, Befestigungs- und Gleitflächen wurden vor Ort entrostet und neu beschichtet.

Es war keine leichte Aufgabe, den Termin so punktgenau zu halten.

Michael Dambacher OB und Zweckverbandsvorsitzender

Für die Überwachung des Dammkörpers wurden sechs Grundwassermesspegel im Dammbereich mit bis zu einer Tiefe von 16 Metern installiert. Hiermit könne die Dichtigkeit des Damms überwacht werden. Eine Dichtungsentwässerungsleitung, ebenfalls zur Dammüberwachung, wurde saniert. Auch neue arbeitsschutzrechtliche Vorgaben wurden umgesetzt.

Bereits im ersten Bauabschnitt im Herbst wurde die komplette Elektrotechnik mit Regeltechnik erneuert. Obwohl die Witterung in den Wintermonaten mit Frost und kleineren Hochwässern die Arbeiten verzögerte, konnte der Termin für den Wiedereinstau nun eingehalten werden. Man könne davon ausgehen, dass der Winterstau bis Mitte April erreicht sein werde. In den nächsten Tagen solle auch der Fischbesatz wieder zurückgesetzt werden. Bis zum Beginn des Badebetriebes hoffe man, den Wasserstand des Sommerstaus erreicht zu haben. Dann sei dort die Freizeitnutzung wieder uneingeschränkt möglich.

Ein großer Dank ging von OB Dambacher an alle an den Ausführungen beteiligten Firmen. "Es war keine leichte Aufgabe den Termin so punktgenau trotz aller Widrigkeiten zu halten", sagte er.

"Absolutes Kleinod im Herzen der Ostalb" nannte Bürgermeister Konle den See. Im Verständnis der Bevölkerung und der Gäste sei der Bucher Stausee Rainaus See, gehöre aber eigentlich dem Oberen Wasserverband, mit dem man immer ganz hervorragend zusammenarbeite. Er freue sich heute schon auf die Einweihung der neu entstehenden Aalbachbrücke am hinteren Teil des Sees. Da der Bucher Stausee nicht nur zum Hochwasserschutz der Jagst-Anrainer diene, sondern auch zur Niedrigwasseranreicherung in abflussarmen Zeiten könne man, so Konle, falls nötig gerne etwas Wasser zur Landesgartenschau 2026 schicken. Man habe im Gesamtstauraum des Beckens 1,3 Millionen Kubikmeter Wasser.

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