Podcast: Ein Glas mit Lars - Folge 46

Der Whisky-Mann aus Rainau-Buch

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Martin Glock aus Rainau-Buch liebt Whisky. Inzwischen bietet er Vorträge und Verköstigungen an.
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Martin Glock ist ein Whisky-Experte. Was er Einsteigern rät und wie er die Menschen vom Whisky begeistern will. Von Lars Reckermann

Rainau.

Auch wenn einem Whisky nicht schmeckt, macht Martin Glock ihn einem doch schmackhaft. Der 58-Jährige aus Rainau-Buch hat sich quasi selbst zum Whisky-Experten ausgebildet. Viele Reisen nach Irland und Schottland haben nicht nur seinen Gaumen, sondern auch seine Sinne geschärft. Und sie haben seine Neugier für Whisky und Spirituosen aller Art geweckt. Inzwischen ist auch seine Bibliothek zum Thema mehr als beachtlich.

Auch auf der Ostalb gibt es Whiskys

Nein, allzu viele Whisky-Destillerien gibt es im Ostalbkreis nicht. Frank Roder aus Wasseralfingen überzeugte jüngst auf Landeseben mit seinem schwäbischen Whisky. Auch die Stadt Schwäbisch Gmünd kreierte zur 850-Jahr-Feier im Jahre 2012 den Old Gamundia Whisky. Die Fülle an Sorten wie in Irland oder Schottland erreicht die Ostalb aber bei weitem nicht.  

Glock ist kein Erzeuger, sondern ein Verkoster oder besser … Genießer. Mit Anfang 30 entdeckte er seine Liebe für das goldfarbene Getränk. Ein Whisky der Marke „Haig“ weckte seine Liebe. Glock las sich ins Thema ein, probierte „immer in Maßen“. „Whisky ist für mich ein Kulturgut“, sagt er. Inzwischen kann er die Geschichte des Getränks vom Ursprung bis zur Neuzeit erzählen. Große Fässer, kleine Fässer, welches Eichenfass in welcher Region … Glock kennt sich aus. Japan und Taiwan hätten nur ganz wenige Menschen auf dem Radar, wenn es um Whisky geht. „Dabei werden dort längst tolle Whiskys hergestellt.“

Tasting, Noising, aber bitte ohne Knoblauch

Anfängern empfiehlt er ganz unvoreingenommen einzusteigen. Der Gaumen darf sogar mit einem Glas Bier quasi angewärmt werden. „Nur keinen Knoblauch und keine Zwiebeln als Vorspeise“, rät er. Viel Wasser (still) als Beigetränk sollte auf dem Tisch stehen. Den Whisky dann in ein bauchiges Glas füllen. „Wichtig ist nur, dass sich das Glas nach oben hin verjüngt“, sagt er. Wie beim Wein schaut sich Glock die Farbe an und analysiert, wie sich die Flüssigkeit am Glas verhält. Die Nase ist erst einmal Glocks wichtigstes Instrument: Noising heißt diese Annäherung an den Whisky. Nicht gleich die Nase tief reinstecken, sondern langsam die Nase an den Alkohol gewöhnen und etwaige Aromen erriechen. „Zuerst sollte ein kleiner Schluck genommen werden, der durch den ganzen Mundraum wandert; so gewöhnt sich der Mund langsam an den Alkohol“, sagt er. Danach greifen auch die Aromen.

Inzwischen bietet Glock wie auch andere Anbieter in der Region Verköstigungen an. Meist garniert er diese „Tastings“ mit seinem Wissensschatz über das Getränk. „Vom Limes über den Hadrianswall nach Schottland - Die einzigartige Wandlung von aqua vitae zu Whisky“ heißt etwa ein Abend zu denen er Whisky-Fans oder die, die es werden wollen einlädt. „Sechs Regionen, sechs Geschmacksrichtungen“ hat er einen anderen Abend überschrieben. Auf der Homepage „alleswhisky.de“ bietet seine Frau auch Whisky zum Kauf an – in allen Preisklassen. Auch wer nach einer Erzähl- und Probierreise von Martin Glock noch immer nicht auf den Geschmack gekommen ist, hat auf jeden Fall viel über Whisky gelernt und wenn es nur der Trinkspruch „Slainte“ ist.

Verköstigung und Wissenswertes am Limestor

Vom Limes über den Hadrianswall nach Schottland - Die einzigartige Wandlung von aqua vitae zu Whisky, Samstag, 23. April, ab 18 Uhr, Limestor Dalkingen, Drei-Gang-Menü mit Whisky-Verköstigung, Preis: 74 Euro. Anmeldungen unter https://alleswhisky.de

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