Fackelscheinkrimi am Limestor

  • Weitere
    schließen

Wer ist der Mörder, der den Spion des Kaisers umgebracht hat? Dieses und viele weitere Rätsel wurden rund um das Limestor in Dalkingen am Samstag, am Abend vor dem Tag des Denkmals, gelöst. Die Römergruppe Numerus Brittonum aus Welzheim belebte mit einem Lager und interaktivem Fackelscheinkrimi das Geschehen.

"Denkmale wie dieses sind ein Ort, der uns unser eigenes Leben bewusster werden lässt", sagte Andreas Schaaf bei der Führung im verglasten Limestor am frühen Abend. Er ist einer der Akteure der Römergruppe aus Welzheim, die am Limestor ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Geplant war eine "lange Limesnacht" mit Lagerleben, herausgekommen sind unterhaltsame, informative Geschichtsstunden ohne Langeweile. Bereits bei der Führung wurde deutlich, wie geschichtsträchtig das Leben am Limes war. Einmal den Römern ganz nahe sein, an ihrem Leben zumindest für kurze Zeit teilhaben und sich in eine Welt voller Gefahren und Abenteuer zu stürzen, machte schon den Vorabend zum eigentlichen Denkmaltag, auch für Kinder, zu etwas ganz Besonderem. Da konnten Kettenhemden übergestülpt, Bogen geschossen und ganze Ausrüstungen angezogen werden. Während draußen vor dem Limestor allmählich die Sonne unterging und das Innere besonderes illuminierte, erläuterte Andreas Schaaf den nachgestellten Caracalla-Feldzug von 2013, die "expeditio germanica". Etwa 30 Römerfreunde marschierten damals rund 100 römische Meilen, umgerechnet 144 Kilometer, auf den legendären Wegen des Feldzugs von 213 n.Chr. Von den Strapazen, den logistischen Herausforderungen und den vielen Geschichten während des Marsches wusste Schaaf so informativ zu berichten, dass auch die Kleinsten gebannt zuhörten. Nach den vorher anprobierten Rüstungsteilen verstanden sie noch besser, welche Mühen es gemacht haben muss, mit voller Montur und Marschgepäck unterwegs zu sein. Andreas Schaaf betonte dabei, dass seine Gruppe keineswegs aus Militärfanatikern bestehe. Die Mitglieder seien vielmehr von der Kultur fasziniert, die die Römer mitbracht hätten.

Nachdem sich der Abend über das Limestor geneigt hatte, die Feuerkörbe entzündet waren und man sich im Lager gestärkt hatte, wurde es nochmals spannend: Jemand hatte den kaiserlichen Spion "ermordet", der im Lager die Waffenschiebereien über den Limes beobachten und aufklären sollte. Die Welzheimer Römergruppe hatte sich dieses Theaterspiel ausgedacht, um noch besser das Leben der Römer, besonders auch das der Zivilisten, näher zu beleuchten. Nicht nur der Abgesandte des Kaisers stellte Nachforschungen an, auch die Besucher konnten und sollten am Geschehen teilnehmen und durften ganz im Stil von Agatha Christie und Arthur Conan Doyle den Mörder oder die Mörderin überführen. Da waren das Beobachten und genaues Zuhören gefragt, denn irgendwann verrät sich bekanntlich jeder Gauner.

Zurück zur Übersicht: Rainau

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL