Große Schäden durch das Unwetter

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Wie eine Flutwelle: In Rainau-Buch überschwemmt das Wasser Straßen und Brücken, lässt Keller voll laufen. Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr und des Technischen Hilfswerkes helfen mit Pumpen. 
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Eine Gewitterzelle entlädt sich über Schwenningen und das Wasser fließt wie eine Flutwelle durch Rainau-Buch. Feuerwehren und THW waren im Einsatz.

Ellwangen/Rainau/Neuler. Als am Montag gegen 17.30 Uhr der Himmel im Westen richtig dunkel wurde, war jedem in der Stadt klar: da kommt was rein. Heftiges Donnergrollen war zu hören und es fing auch bald an zu regnen. Doch in Ellwangen blieb es bei einem stärkeren Tröpfeln. Was die schwarze Wolkenwand wirklich brachte, konnte man nur erahnen, wenn man die Wolkenwand sah, die hinter Schrezheim ganz langsam als gewaltiges Gewitter vorbeizog. Mehr als 30 Minuten lang war der Donner zu hören. Was wirklich geschah, erlebten die Menschen in Neuler und in Rainau.

Andreas Bieg, Kämmerer der Gemeinde Neuler, berichtet: „Ich wollte um 17.30 Uhr nach Hause, da war alles schwarz. Als ich aus dem Rathaus trat, war es, als leerte einer einen Kübel Wasser über mir aus.“

Im Wohngebiet Spagen dringt Wasser in Keller ein

Die Gewitterzelle regnet sich weiter östlich, zwischen Schwenningen und Neuler so richtig aus. Kurz darauf geht in Neuler der Alarm los. Im Wohngebiet Spagen kann die Kanalisation den ganzen Regen nicht mehr aufnehmen, das Wasser dringt in Keller und Garagen ein, die Feuerwehr ist im Einsatz und hilft den Menschen mit ihren Pumpen. 

Das Wasser läuft über den Klingenberg hinab in den Schlierbach. In Hüttlingen ist man alarmiert, seitdem vor fünf Jahren aus dem Schlierbach eine große Flutwelle über Niederalfingen hinweg ging. Die Situation ist ganz ähnlich wie jetzt: Ein heftiges Unwetter entlädt sich über der Hochebene von Neuler und fließt in Richtung Kocher ab.

Der große Eimer, von dem Andreas Bieg spricht, wird jedoch diesmal etwas näher bei Schwenningen ausgeschüttet. Wie viel Wasser dieses Gewitter in kürzester Zeit über der Landschaft ausleert, lässt sich nicht mehr messen. Klar ist aber, das Wasser sammelt sich überwiegend zum Bächweiher hin und fließt im Strütbach als große Welle in Richtung Jagst. Auf dem Weg liegt Rainau-Buch.

Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr versuchen in Buch eine Trafostation zu schützen.

THW Ellwangen und Feuerwehr Hüttlingen unterstützen Einsatz

Es ist 17.40 Uhr, als die Feuerwehr Rainau gerufen wird. Das Wasser kommt wie aus dem Nichts. steht in der Straße am Löhnlesberg, läuft über Brücken und Hindernisse hinweg. Das Ellwanger THW wird zur Unterstützung gerufen und die Feuerwehr Hüttlingen. 

Der Damm des Bächweiher müsse gebrochen sein, meldet die Polizei. Niemand kann sich erklären, wo in so kurzer Zeit so viel Wasser herkommen soll.

Die Feuerwehr versucht mit Sandsäcken eine Trafostation bei der Baustelle des Seniorenheims zu schützen, die im Wasser steht. Die Lage ist dramatisch, weil weiter westlich, in Rainau-Weiler auch Hilfe benötigt wird.

Das Gewitter, das Richtung Westhausen weiterzieht, entwickelte heftige Böen. „Hier ging ein Ungetüm umher wie ein Tornado“, schreibt Jaqueline Erhardt aus Buch. Der Sturm reißt ein Trampolin 100 Meter weit mit, Ziegel fliegen von den Dächern und beschädigten stehende Autos. Ein circa 250 Jahre alt Baum wird mit den Wurzeln aus dem Boden gerissen und liegt quer über die Straße. Die Feuerwehr hilft, macht mit Motorsägen die Straße wieder frei und versucht die Dächer notdürftig abzudichten.

Personenschäden gibt es nicht

Bis kurz vor Mitternacht sind die Feuerwehrleute im Einsatz. Die Schäden durch Wassereinbruch halten sich in Buch glücklicherweise in Grenzen. Was der Sturm alles beschädigt hat, muss erst noch gesammelt werden. Klar ist: Personenschäden gab es nicht.

In Neuler gab es Schäden bei Privatpersonen, öffentliche Gebäude sind jedoch nicht betroffen. Was an Schotterwegen ausgespült wurde, ist noch nicht klar, berichtet Georg Schmid.

In Niederalfingen sind keine größeren Schäden bekannt, berichtet Ortsbaumeister Georg Nusser. Am Bächweiher ist die Straße am Dienstag noch gesperrt. 

Schon im Laufe des Abends hatte sich gezeigt: der Damm war gar nicht gebrochen. „Das Wasser ist einfach darüber hinweg“, berichtet Voin Stojanovic, Vorsitzender des Angelsportclub Ostalb, der noch am Abend vor Ort war. Sein Verein hat das Gewässer gepachtet. Der Damm zeige keine Schäden, nur der Mönch sei zu geschwemmt worden. „Und Fischbesatz hatten wir Gottseidank noch nicht“, sagt er.

Plötzlicher Starkregen wird immer mehr zur Gefahr

Heftige Gewitter können in kürzester Zeit gewaltige Wassermengen über relativ kleinen Flächen entleeren. Diese Gefahr ist nicht neu. Allerdings melden Klimaforscher, dass mit einer Klimaerwärmung die Gefahr von Starkregen deutlich zunimmt. Unter anderem hat das Potsdam Institut für Klimafolgenforschung auf den Zusammenhang von höherer Temperatur in der Atmosphäre mit der Häufigkeit von Starkregen hingewiesen. Hochwasserschutz und Regenwasserrückhaltung kommt vor diesem Hintergrund eine besondere Bedeutung zu. Auch die zunehmende Versiegelung von Flächen verstärkt die Gefahren durch Starkregen und führt zu steigenden Schäden. 

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