Schwabsberg: Warum Jubelfest verschoben wird

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Noch ist der Dorfplatz eine Baustelle. 
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Feier zum 875-jährigen Bestehen erst 2024. Was der neue Dorfplatz damit zu tun hat.

Rainau. Die erste Jahrhundertaufgabe der Gemeinde Rainau ist gerade fertiggestellt und noch nicht eingeweiht, da stellt sich dem Gemeinderat bereits die nächste Frage: Können die Feierlichkeiten zum 875-jährigen Bestehen von Schwabsberg im nächsten Jahr gefeiert werden? Ist bis dahin die nächste Jahrhundertaufgabe, wie Bürgermeister Christoph Konle den neuen Schwabsberger Dorfplatz in der jüngsten Gemeinderatssitzung bezeichnete, fertiggestellt? Eher ungewiss, so Ortsbaumeister Anton Ernsperger.

Somit sei der Jubiläumstermin nicht haltbar, und die Feierlichkeiten sollten für das Jahr 2024 geplant werden. 2024 feiere auch der Gesangverein Saverwang sein 100-jähriges Bestehen.

Ergebnis der Bürgerbefragung

Die Ergebnisse der Bürgerbefragung vom 6. Mai zum Thema „Neuer Dorfplatz“ und „Jubiläum“ erläuterte von der Beratungsfirma imakomm Akademie GmbH aus Aalen Carina Killer. Ein wesentlicher Punkt, das Ortsjubiläum zu feiern, sei der Dorfplatz. Hier sollten dann auch zukünftig Feste und Zusammenkünfte gefeiert werden, so der Wunsch der Bürger. Die Aufenthaltsqualität des neu geschaffenen Dorfplatzes hänge eng mit dem dort zu entstehenden Multifunktions-Gebäude zusammen.

Ein öffentliches WC

Ein heikles Thema gebe es im Servicegebäude: ein öffentliches barrierefreies WC. Zwar wurde dies in der Bürgerversammlung gewünscht, so habe aber der Gemeinderat im März vergangenen Jahres einen Beschluss gefasst, dass das Gebäude ohne WC zu realisieren sei.

Dass ein öffentliches WC ein „absoluter Luxusbau“ sein könnte, erläuterte mit Daten und Fakten Manfred Wieser. Nach seinen Recherchen ergebe sich bei einem separat gebauten Toilettenhäuschen in der günstigsten Version pro Toilettengang 21 Euro, und 36 Euro für eine luxuriösere Variante; bei Baukosten einer einfachen Toilettenanlage, wie sie an Autobahnen zu finden sei, spreche man von 100 000 bis zu 130 000 Euro. Dazu müsse auch der Unterhalt dieser Anlage gerechnet werden.

Eine weitere Möglichkeit für eine öffentliche Toilette wäre, sie in einem öffentlichen Gebäude, wie zum Beispiel dem Pfarrgemeindehaus einzurichten. Hier beschlossen die Gemeinderäte, auf die Pfarrgemeinde zu zugehen, um gemeinsam eine Lösung für das dringende Bedürfnis zu erarbeiten.

Das biologische Gleichgewicht sei wichtig für das Überleben von allen. Um dies zu erhalten, sei eine Biotopverbundplanung notwendig. Rainau hat schon viele solcher biotopischer Inseln, so Landschaftsarchitekt Andreas Walter vom Planungsbüro „Planwerkstatt“ aus Westhausen. Um der Verinselung von Habitaten und der genetischen Verarmung von Populationen vorzubeugen, sei es wichtig, Brücken zwischen einzelnen Biotopen herzustellen. Selbstverständlich, so der Architekt, seien alle Projekte freiwillig. Kein Grundbesitzer werde gezwungen, Hecken zu pflanzen oder Biotope anzulegen.

In erster Linie werden Maßnahmen auf öffentlichen Flächen verwirklicht. Der private Grundbesitzer könne bei der Verwirklichung von Öko-Maßnahmen mit einer Förderung von 70Prozent der Kosten rechnen. Bis 2024 werde der Gemeinde ein Maßnahmenkatalog vorliegen.

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