Spielzeug und viele Liebhaberstücke

  • Weitere
    schließen
+
Liebhaberstücke, Historisches

Erster Hof- und Straßenflohmarkt in Saverwang lockt viele Besucherinnen und Besucher. Was es auf Höfen und in Garagen zu entdecken gibt.

Rainau-Saverwang

Auf Entdeckungstour tummelten sich am Wochenende Schnäppchenjäger, Trödelexperten und Erlebnisbummler beim ersten Hof- und Straßenflohmarkt in Saverwang. Insgesamt 13 Familien beteiligten sich an der Idee von Hariolf Erhardt und boten in Garagen, Scheunen und Einfahrten ihre Dachbodenfunde und allerlei Ausrangiertes aus ihren Haushalten feil.

"Lego hat sich gut verkauft", war die erste positive Zwischenbilanz von Carolin Biber nach zwei Stunden Markttreiben. Den Erlös, den sie mit Nachbarin und Freundin Maxin am Stand einfuhr, werden die Frauen spenden, "vermutlich ans Kinderhospiz", sagte Mutter Sabine Biber. Das Haus entrümpeln, dabei den ein oder anderen Euro einnehmen und auch noch Spendengelder generieren: Dieser Grundidee von Erhardts "Dorfflohmarkt" folgten viele.

Und auch an Besucherinnen und Besuchern mangelte es trotz Dauerregen am Vormittag nicht. In stetem Kommen und Gehen bewegten sich die Gäste – laut Autokennzeichen auch aus Ansbach und Schwäbisch Hall – durch Saverwangs Sträßchen und von Verkaufsstand zu Verkaufsstand.

Im Freien und auf Abstand ging es ohne Maske, in Garagen und Scheunen wurde das Pflichtaccessoire aufgesetzt. Desinfektionsmittelspender waren immer wieder aufgestellt. Das Hygienekonzept hatte Erhardt im Vorfeld mit dem Bürgermeisteramt abgesprochen, damit das Format sicher über die Bühne gehen konnte, in einer Zeit, in der viele dieser Veranstaltungen abgesagt werden müssen.

Schon vor offiziellem Start um 9 Uhr waren die ersten ungeduldigen Schnäppchensucher da, um sich die besten Teile zu angeln. "Überraschend gut gingen Haushaltswaren", sagte Agnes Kucher. Auch von Spielzeug, Bildern und Keramik wollte sich ihre Familie trennen.

"Ich finde das eine gute Idee, auch wenn ich diesmal nichts gefunden habe", sagte Besucher Markus Lindner, selbst regelmäßiger Flohmarktgänger und immer auf der Suche nach Altem mit besonderem Reiz.

Wir kaufen nicht nach Wert, sondern nach Gefallen.

Paul Hartmann Besucher

Mit der Puppe durchs Dorf

Ein paar Häuser weiter hatte Familie Schmid ihre Garage geöffnet, Junior Matteo und Mutter Antonie boten ihre Schätze an. Zum Beispiel einen 45 Jahre alten Puppenwagen. "Den hab' ich als Kind selbst durchs Dorf geschoben", erzählt Antonie. "Eine alte Vase habe ich heute früh für drei Euro an jemanden aus Ansbach verkauft. Das war wahrscheinlich viel zu billig", erzählte sie von ihren Eindrücken als Verkäuferin. Familie Hügler wäre eigentlich schon in den Urlaub gestartet, verschob die Abfahrt aber extra um ein paar Tage, um noch am Garagenverkauf mitmachen zu können.

Die Idee sei insgesamt im Dorf gut angekommen, sagte der Organisator. "Ich habe einfach rumgefragt, wann ein geeigneter Termin ist und dann Zettel in die Briefkästen geworfen", erzählte Initiator Erhardt. "Ich bin kein Profi – was wollt ihr zahlen?", eröffnete er ein Verkaufsgespräch, das schnell zum Abschluss kam. Mit der Aktion wollte er vor allem Entrümpeln, nachdem es mehrere Nachlässe im Keller eng werden ließen. Die Erlöse werde er der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" spenden – 1170 Euro kamen am Ende des Tages zusammen. Ihm gehe es aber auch um die Ressourcen, den Erhalt der Handwerkskunst, die in vielen Produkten stecke. Alte Fotoapparate, Hausrat, Kleidung, Möbel, jede Menge CDs und Spiele, Schmuck und Dekoratives: In seinem Fundus stöberten viele Besucher besonders intensiv.

So auch Eva und Paul Hartmann, die aus Unterkochen kamen und bei Erhardt mehrfach fündig wurden: Drei Keramiken und eine eiserne Kuhtränke haben sie erstanden. "Die will ich als Vase nutzen", sagt Eva Hartmann. Ihr mache es Spaß, "Dinge zu finden, die nicht mehr zu kaufen sind, Sachen, die auf Dachböden verschwinden". Ihrem Mann gefiel die dörfliche Atmosphäre: "Weil keine gewerblichen Verkäufer da sind. Wir kaufen nicht nach Wert, sondern nach Gefallen."

Viele Verkäufer nutzen den Flohmarkt, um Kinderspielzeug auszusortieren.
Garagenverkauf bei Familie Schmid.

Zurück zur Übersicht: Rainau

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL