Verschwundenes wieder hervorgehoben

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Beim Waldhotel Rainau ist ein Informationspunkt entstanden, der die Grabhügel aus vorrömischer Zeit in den Blick rückt und erläutert.
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Die Eröffnung des neuen Infopunktes am Waldhotel Rainau lockt am Sonntag viele Interessierte.

Rainau. In einem Gebiet von ungefähr 22 Hektar findet man im Gebiet rund um das Waldhotel in Rainau jede Menge Hügelgräber. Zumindest wenn man sich auskennt oder sachkundige Führer hat. Wer wissen will, wie so ein Grab ausgesehen haben könnte, als es für einen Toten aufgeschüttet wurde, findet nach vielen Jahren der Vorbereitung jetzt ein „Modell“ in Originalgröße sowie zwei Schautafeln rechts bei der Einfahrt zum Parkplatz des Waldhotels.
Der Arbeitskreis-Limespark hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Vermittlung der Geschichte im Limespark Rainau zu erweitern, um so ein größeres Gesamtbild unserer Vorfahren zu bekommen. Günter Vogt, stellvertretender Bürgermeister von Rainau, begrüßte die Besucher am Sonntag, die sich zur Eröffnung des Kelteninfopunktes vor Ort eingefunden hatten. Er hob die Bedeutung des Limesparks hervor und sagte, man sei mit dem Schritt zurück gleichzeitig einen Schritt weiter gegangen.
Roland Gauermann, ehemaliger Rainauer Bürgermeister, fügt anschließend weiter an, dass die Grabhügel schon immer im Bewusstsein der Dalkinger waren. Mit dem Infopunkt möchte man mehr Informationen vor Ort anbieten und der gewählte Platz sei genau an der richtigen Stelle.

Kultureller Geschichtsort

In Zusammenarbeit mit der Familie Mayle vom Waldhotel Rainau und Schülern der Archäologie-AG des Peutinger-Gymnasiums ist so ein weiterer kultureller Geschichtsort entstanden, der die Vorzeit lebendiger erscheinen lässt.
Spuren gab es schon lange vor den Römern in Rainau sagt Lars Schmid, Archäologe und Mitglied des Arbeitskreises in seinem Vortrag zur Geschichte der Hallstattzeit C, in dem die Kelten in Rainau zeitlich eingeordnet werden. Brandgrabhügel zeugten von der vorgeschichtlichen Lebenswelt und Grabbeigaben, hauptsächlich aus Keramik, legten den Glauben an ein Leben nach dem Tod nahe. Bernhard Wettemann, der unter Mithilfe von Andreas Schaaf die Texte für die Informationstafeln geschrieben und sich für deren Gestaltung verantwortlich zeigt, führt die Gruppe zu einem nahegelegenen Hügelgrab im Wald. In seinem Rückblick erinnerte er an die mittlerweile vielen Graböffnungen und deren Inhalte sowie an die nicht immer wissenschaftliche Herangehensweise, der im 19. Jahrhundert eher dem Zweck einer Schatzsuche diente.

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