Rat beschließt Rekordhaushalt

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Der Ausbau der Weißen Flecken in Walxheim, Nordhausen/Harthausen, Geislingen und Unterwilflingen in diesem Jahr ist mit 1,2 Millionen im Haushalt 2022 eingeplant.
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Weiße Flecken, Rathausneubau und Abwasserkonzeption große „Brocken“.

Unterschneidheim-Zipplingen. Mit allen Betroffenen – Schulleitungen, Kindergärten und anderen Einrichtungen – hatte die Verwaltung in den vergangenen Monaten gesprochen. Geschaut, was in diesem Jahr dringend gemacht werden muss. Der Verwaltungsausschuss hat den Haushalt 2022 vor zwei Wochen vorbesprochen und der Gemeinderat hat ihn in seiner Sitzung am Montagabend beschlossen.„Jetzt wissen wir, was auf uns zukommt“, sagte Bürgermeister Johannes Joas. Und das ist nichts weniger als ein „Rekordhaushalt“ für Unterschneidheim.

Dafür gibt es eine einfache Erklärung. Auf der Hand liegt, dass das Rathausneubau-Großprojekt den Haushalt stark belastet. Außerdem steht der Breitbandausbau sowie die Umsetzung der neuen Abwasserkonzeption an. Für all diese Maßnahmen, waren bereits im vergangenen Jahr Mittel im Haushalt vorgesehen, die aber nur teilweise abgerufen wurden. Dies entsprach dem Baufortschritt, der teilweise langsamer war, als gedacht.

Gewaltige Investitionen

Das erhöht den Aufgabenberg der Gemeinde in diesem Jahr. Und natürlich auch die Investitionssumme. Gut 9,4 Millionen wird Unterschneidheim in diesem Jahr in verschiedene Projekte stecken. Alleine für den Hochbau beim neuen Rathaus sind es 2,6 Millionen, für die Außenanlagen eine weitere Million. Vermutlich würden höhere Abschreibungen nötig. „Es wird schwierig, diese hohen Ausgaben, die wir haben, wieder zu erwirtschaften“, sagte Kämmerin Franziska Berg. Allerdings bekomme die Gemeinde hohe Zuschüsse: aus der Städtebauförderung für das Sanierungsgebiet „Neue Mitte“ (1,4 Millionen), aus dem Ausgleichsstock 925 000 Euro und beim Breitbandausbau übernähmen Bund und Land gemeinsam 90 Prozent der Kosten. „Ohne das wäre das alles niemals zu schaffen“, stellte Berg fest.

Für Planung und Ausschreibung bei der Neubeschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs sind 100 000 Euro eingestellt, für den Ausbau der Weißen Flecken 1,2 Millionen.

„In den nächsten vier Wochen schreiben wir aus, wollen im April oder Mai beginnen und bis Mitte oder Ende des nächsten Jahres fertig sein“, ergänzte Ortsbaumeister Eugen Lechner. „Mit dem Ausbau der Grauen Flecken können wir frühestens 2023 starten.

Das wird rund acht Millionen kosten“, so Berg. Auch die Umsetzung der Abwasserkonzeption summiert sich: Für die Phosphatfällung in Zipplingen fallen in diesem Jahr 150 000 Euro an, in Unterschneidheim 240 000 Euro, für den Anschluss der Abwasserteichanlage in Wössingen an die Zipplinger Kläranlage satte 750 000 Euro. Die Erschließung des zweiten Bauabschnitts in „Unterschneidheim Ost“ sei mit gut 430 000 Euro im Haushalt eingeplant.

Gewerbesteuer gestiegen

Die liquiden Mittel würden, so die Fachfrau, bis Ende des Jahres wohl um ein 1,1 Millionen – ein Drittel – reduziert. Die Erträge seien deutlich gestiegen. Dies liege an der Gewerbesteuer, die nicht so stark eingebrochen sei, wie ursprünglich angenommen, sondern 250 000 Euro mehr als im vergangenen Jahr gebracht habe.

Bei den Personalkosten erhöhe sich der Aufwand um rund 200 000 Euro: „Es sind neue Stellen geschaffen und andere aufgestockt worden“, erklärte Berg. Für die Unterhaltung des beweglichen und unbeweglichen Vermögens der Gemeinde – beispielsweise die Klärschlammentsorgung, Renovierung an der Mehrzweckhalle oder Instandsetzung von Gemeindestraßen - fielen gut 870 000 Euro an, 200 000 Euro mehr als im Vorjahr. ⋌Panja Tillmann-Mumm

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