Rathaus Dalkingen wird geschlossen

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Das Rathaus in Dalkingen wird geschlossen.
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Der Verwaltungsbetrieb wird wegen der geringen Besucherfrequenz endgültig eingestellt. Das Gebäude soll eventuell noch als Gemeindearchiv genutzt werden.

Rainau-Schwabsberg

Der Verwaltungsbetrieb im Rathaus Dalkingen wird endgültig aufgegeben. Das hat der Gemeinderat Rainau in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich beschlossen.

In diesem Zuge wurde vom Gremium auch der Eingemeindungsvertrag mit Dalkingen aus dem Jahr 1974/75 geändert. Darin hatte sich die Gemeinde Rainau dazu verpflichtet, in Dalkingen den öffentlichen Verwaltungsbetrieb – in eingeschränktem Umfang – aufrechtzuerhalten. Und so konnten die Bürger hier in den vergangenen vier Jahrzehnten zumindest noch zweimal in der Woche kleinere Behördengänge, wie etwa die Beantragung eines Ausweises, erledigen.

Doch damit ist jetzt Schluss. Endgültig. Nachdem das Rathaus in Dalkingen im Frühjahr 2020 wegen der Pandemie geschlossen werden musste, soll es nun gar nicht mehr geöffnet werden.

Wie Bürgermeister Christoph Konle in der Sitzung ausführte, sei dieser Schritt im Vorfeld mit den Gemeinderäten sehr intensiv besprochen worden. Aus den Reihen des Gremiums sei letztlich auch die Anregung für die Schließung gekommen. Grund für diese Entscheidung sei die geringe Besucherfrequenz im Rathaus Dalkingen. Tatsächlich fanden hier 2018 und 2019 lediglich 34 beziehungsweise 38 Bürgertermine statt, bei denen oftmals nur gelbe Säcke ausgehändigt wurden. Mitunter musste die Sprechstunde auch ganz abgeblasen werden, weil die Verbindung zum Server nicht aufgebaut werden konnte.

Die Bearbeitungsdauer habe im Regelfall die doppelte Zeit in Anspruch genommen, da die Verbindung zu den Programmen „leider sehr schleppend gewesen ist“, informierte Konle den Rat. Das könne man nur mit der Aufwendung „erheblicher finanzieller Mittel“ verbessern, was sich angesichts der schwachen Nutzerzahlen einfach nicht lohne.

In diesem Zuge wies der Bürgermeister noch darauf hin, dass in den Räumlichkeiten im Dalkinger Rathaus auch noch Feuchtigkeit in beziehungsweise an den Wänden festgestellt wurde. Außerdem sei die Heizung „bei weitem“ nicht mehr ausreichend.

Im Gremium war man sich deshalb auch weitestgehend einig, dass die Dalkinger künftig ebenfalls die erweiterte Zentralverwaltung im Rathaus in Rainau-Schwabsberg nutzen sollen.

Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass mittlerweile ohnehin viele Dienstleistungen des Rathauses digital angeboten werden. Dalkinger, die nicht mobil sind, könnten alternativ vom Bürgerbus abgeholt und ins Rathaus nach Schwabsberg gebracht werden.

Mit diesem Kompromiss konnte sich die Mehrheit des Gemeinderats nach kurzer Diskussion anfreunden. Die Schließung des Rathauses in Dalkingen wurde bei einer Gegenstimme beschlossen. Gemeinderat Alfred Wieser aus Buch sprach in diesem Zusammenhang von einer „historischen Entscheidung“ und lobte ausdrücklich das pragmatische Vorgehen seiner Gremiumskollegen aus Dalkingen.

Das alte Rathaus soll künftig – nach Möglichkeit – als Gemeindearchiv genutzt werden, vorausgesetzt die baulichen Voraussetzungen sind dafür noch gegeben. Langfristig möchte die Verwaltung den Ortskern in Dalkingen, mit Rathaus, Schule und Pfarrgebäude, neu überplanen. Dazu wird eine Aufnahme in die Städtebauförderung angestrebt. Dieses Vorhaben soll allerdings frühestens 2026 in Angriff genommen werden – nach Beendigung der Ortskernsanierung in Schwabsberg.

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