„Geht Tierschutz über Naturschutz?“

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Im Tal unterhalb von Oberrötlen lässt es sich gut erkennen, was Röhlingens Ortsvorsteher Walter Schlotter „maßlos aufregt“: Der Biber greift kräftig in die Landschaft ein.
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Offener Brief des Ortsvorstehers an Landrat: der „Zerstörungswut“ Einhalt gebieten.

Ellwangen-Röhlingen. Eine süffisant-ironische E-Mail hat Landrat Dr. Joachim Bläse am Montag erhalten. Von Röhlingens Ortsvorsteher Walter Schlotter. Darin heißt es unter anderem: „Widerrechtliches Baumfällen ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit Geldbußen von bis zu 50000 Euro geahndet werden kann.“ Auch Schadensersatz könne fällig werden. Diese Gesetze würden für Menschen gelten. Was aber sei, wenn ein Tier – der Biber – einen Baum nach dem anderen fälle?

„Zerstörungswut“ der Biber

„Geht überhöhter Tierschutz über den Naturschutz und den anderer Arten wie Bienen oder Vögel?“, fragt Schlotter in dem Schreiben. Entlang der Ellenberger Rot und der Röhlinger Sechta würden viele Bäume vom Biber gefällt. „Vom Landratsamt oder Regierungspräsidium interessiert das niemand.“ Darunter seien auch viele Bäume, auch Obstbäume, die bei der Flurbereinigung auf Wunsch des Landratsamtes gepflanzt worden seien. Schlotter sagt, er habe sich mit dem Biberbeauftragten unterhalten. Dessen Aussage sei, dass zum Schutz der Bäume nichts getan werde, da diese Nahrung für den Biber seien. Für den Ortsvorsteher entscheidend ist aber: „Die Biber zerstören die Umgebung von Flüssen, Bächen und Auen. In unserer Region sind zu viele Biber, da sie keine natürlichen Feinde haben.“ Von ihm aus könnten die Biber gerne „zwischen Aalen und Stuttgart angesiedelt werden, damit die zuständigen Stellen einmal selbst die Zerstörungswut dieses Tieres verfolgen können“.

In Tübingen beispielsweise werde etwas gegen den Biber unternommen. Solange diese Studie nicht abgeschlossen sei, bleibe die Biberverordnung in der Region bestehen. „Wir können nicht noch drei, vier, fünf Jahre warten. Bis dahin steht sonst kein Baum mehr an unsere Bächen und Flüssen.“

Er fordere das Landratsamt auf, die hiesige Landschaft zu schützen. Ihm gehe es nicht darum, betont Schlotter, die Tiere zu erschießen oder ähnliches. Doch es müsse etwas zum Schutz von Bäumen und Landschaft unternommen werden. pe

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