Killingen wird vier Tage lang zum Reitermekka Süddeutschlands

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Die Vorbereitungen für die Horse Classics 2021 in Killingen sind am Mittwochnachmittag noch nicht vollständig abgeschlossen. Rund 20 Ehrenamtliche, Vereinsmitglieder und Angestellte der Firma Walter arbeiten fleissig daran, dass es an diesem Donnerstag losgehen kann.
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Bei den Horse Classics werden erneut mehrere hundert Pferde und Reiter dabei sein.

Ellwangen-Röhlingen

Noch sind die rund 150 Pferdeboxen leer. Nur zwei Schubkarrenladungen Sägespäne wurden darin ausgeleert. Wer mit seinem Pferd dieser Tage nach Killingen anreist, musst trotz vieler Vorbereitungen des Organisationsteams der Horse Classics schon auch noch mit selbst anpacken, wenn es um die Versorgung der eigenen Pferde geht. Füttern, ausmisten, für Streicheleinheiten sorgen – das bleibt die Sache der Reiterinnen und Reiter. Rund 250 mit insgesamt fast 700 Pferden werden sich an vier Turniertagen auf dem Gelände der privaten Reitanlage der Familie Walter tummeln. Sie ist bei dem Wettbewerb Partner der ausrichtenden Reitsportgemeinschaft Ostalb (RSG).

Die hat am Donnerstagnachmittag bereits die Ställe und Verpflegungsstationen eingerichtet und den Abreite- und Turnierplatz vorbereitet. Einmal mehr werden von der RSG im kleinen Röhlinger Teilort Killingen die Horse Classics ausgerichtet. Sie sind im Laufe der Jahre zum bedeutendsten Reitsportwettbewerb in der Region gewachsen. Aber auch darüber hinaus haben sie immer mehr an Bedeutung gewonnen. Denn die Reiter kommen nicht nur aus der Region, sondern aus ganz Süddeutschland, aus Österreich, sogar aus Belgien. "Es ist nach und nach immer größer geworden", sagt Ute Göhringer, die im Verein für die Pressearbeit zuständig ist.

Wenn es um das Turnier geht, ist Göhringer freilich nicht nur für die Pressearbeit zuständig. Gerade hat sie noch die Details mit dem Ordnungsamt geklärt. Sie hat die Pflanzen für den Wettbewerbsplatz und das Drumherum besorgt. "Ein LKW mit Anhänger hat sie hertransportiert“, erzählt sie. Noch stehen die bunten Sommerstauden auf Traktoranhängern und überall auf dem Gelände herum. Die Stangen für den Parcours liegen auf dem Boden. Ist der einmal aufgebaut, werden die Pflanzen rechts und links von den Hindernissen platziert. Nicht etwa, weil die Pferde ohne nicht springen würden. "Es sieht einfach schön aus", sagt Ute Göhringer. Sie selbst, Vorstand Mario Walter und rund 20 weitere Helferinnen und Helfer haben sich seit Anfang Juli einmal wöchentlich getroffen. Nun, in der heißen Phase vor dem Turnier, sind sie bereits seit Tagen im Einsatz. 20, das klingt nach zu wenig, doch Walter winkt ab: "Wir sind eingespielt. Qualität statt Quantität", sagt er.

Quantität, also die Anzahl, zählt aber durchaus, wenn es um das eigentliche Turnier geht. Insgesamt 23 unterschiedliche Prüfungen für Profis und Amateure bietet dieses. Es sei eben auch diese Vielfalt, die Reiterinnen und Reiter nicht nur aus der Region locken, so Ute Göhringer. "Wir haben hier tolle Bedingungen für Profis und Amateure. Wenn jemand seinen LKW vollpackt, will er nicht nur zwei Prüfungen machen." In vielen der größeren LKW gibt es neben dem Platz für mehrere Pferde auch die Möglichkeit, zu übernachten. Allerdings nicht für die Pferde. Die brauchen eine Box für die Nacht. Drei auf drei Meter Platz. Drei lange Zelte mit Boxen links und rechts stehen nun auf der Wiese, die sonst Koppel ist. In jedem Platz für rund 50 Pferde. Die Turnierteilnehmer zahlen für die Boxen, eventuell LKW-Standplatz und die Teilnahme.

Trotzdem: Ohne die zahlreichen Sponsoren ginge es nicht, wie Ute Göhringer betont. Allein schon für die Preise. "Wer teilnimmt, will ja auch was gewinnen und wir danken allen, die das ermöglichen", sagt sie. Hinzu kommen Kosten für die Technik, das Meldebüro, beides extern gebucht. Es gibt einen Tierarzt und einen Arzt vor Ort, einen Stallmeister, den Parcoursbauer, der dafür sorgt, dass der Parcours nach jedem Wettbewerb auch vorschriftsmäßig umgebaut wird. Es gibt das große Verpflegungszelt und eine Beachbar, in der man die nackten Füße in den Sand wühlen kann. Komplettiert wird der Reitturnierkosmos mit einem kompletten Shop, in dem sich Reiterinnen und Reiter neu eindecken können.

Ab diesem Donnerstag wird es von diesen und vor allem Pferden in Killingen also nur so wimmeln. Darüber staunen müsse man nicht, so Ute Göhringer. "Im Bereich Ellwangen gibt es die höchste Pferdedichte in Europa", sagt sie. Nun wird sie für ein paar Tage noch etwas höher und die 150 Pferdeboxen voll.

Die Vorbereitungen für die Horse Classics 2021 in Killingen sind am Mittwochnachmittag noch nicht vollständig abgeschlossen. Rund 20 Ehrenamtliche, Vereinsmitglieder und Angestellte der Firma Walter arbeiten fleissig daran, dass es an diesem Donnerstag l
Ute Göhringer mit ihrem eigenem Pferd.  

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