Röhlingen sagt: Tempo 30 für alle

+
Tempo 30 für Lastwagen immer, für Autofahrer nur nachts. Die vielen Schilder machen die Regelungen in Röhlingen teilweise verwirrend. Jetzt steht „Tempo 30 für alle“ zur Entscheidung. Das würde auch bei den Schildern wieder Klarheit bringen. Der Ortschaftsrat hat sich schon mal dafür ausgesprochen.
  • schließen

Warum Landkreis, Stadt und Ort auf Gesundheit und Sicherheit setzen.

Ellwangen-Röhlingen Tempo 30 für alle und das rund um die Uhr: Dazu hat sich der Ortschaftsrat Röhlingen am Montagabend bei seiner Sitzung entschieden. Mit fünf „Ja“-Stimmen und einem „Nein“.

Zur Geschichte: Wegen der Sperrung der B25 in Dinkelsbühl und des Mautausweichverkehrs war Röhlingen in seiner Ortsdurchfahrt ziemlich belastet. Das Regierungspräsidium hatte daher schon vor über zwölf Jahren gesagt: Ja, alles, was über 3,5 Tonnen hat, muss in Röhlingen „30“ fahren, um die Belastung der Bevölkerung zu reduzieren.

Dann, im Juli vor vier Jahren, hatte der Gemeinderat den Lärmaktionsplan der Stufe Zwei beschlossen. Der sah vor, dass auf der kompletten, eineinhalb Kilometer langen Ortsdurchfahrt – also von Ortsschild bis Ortsschild – in der Nacht, von 22 Uhr bis 6 Uhr die zulässige Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer beschränkt ist. Für alle. Nicht mehr nur für die Lastwagen. Ende 2020 kam der Bescheid des Regierungspräsidiums: Die Geschwindigkeitsreduzierung für die Nacht ist genehmigt, allerdings nicht für die gesamte Strecke, sondern für knapp 400 Meter weniger.

Die Zeit der Sperrung der B25 ist vorüber. Damit fehlt die „alte“ Grundlage für die Geschwindigkeitsbegrenzung für Lkw. Doch: Der Verkehr auf L1060 hat zugenommen, auch ganz ohne Ausweichverkehr. Spürbar auch die Belastung der Anwohner, wie diese tagtäglich erleben, aber auch verschiedene Untersuchungen belegen. Diese dröseln auf, welche Belastung eine Aufhebung des Tempolimits für Lkw am Tag brächte, was ein zusätzliches Limit für Autos am Tag. Das Ergebnis eindeutig: Es besteht eine gesundheitliche Gefährdung der Anwohner.

Deshalb hat Ende Dezember 2021 der Ostalbkreis entschieden: „Tempo 30 für alle und rund um die Uhr – das wäre wichtig für Röhlingen und genauso für Zöbingen. Wir stellen einen Antrag beim Regierungspräsidium.“

Dagegen ausgesprochen hatte sich Deutsche Bahn und Ok.go, die den Busverkehr der Gegend abdeckt. Erstere begründete, dass es durch die geringere Geschwindigkeit zu Zeitverzug komme, Ok.go, dass dann im Öffentlichen Personennahverkehr auf dieser Strecke alles ein Stück langsamer gehe, sich Abfahrtszeiten verschöben. Dies verschlechtere das Angebot.

Ordnungsamtschef fordert Geschlossenheit

„Ich möchte das einvernehmlich entschieden haben. Von Ortschaftsrat, Verkehrsausschuss und Gemeinderat“, sagte Thomas Steidle, Leiter des Ordnungsamts. „Dass Sie dem wirklich aus dem tiefsten Inneren zustimmen. Es geht um die Gesundheit der Anwohner.“ „Ich kann dem nur vollumfänglich zustimmen“, so Hans-Peter Müller. Auch wenn die Ortsumfahrung weiterhin Thema sei, sei diese ein mittelfristiges Projekt. „Das Tempolimit ist etwas, was wir jetzt tun können. Außerdem haben wir die gesetzliche Verpflichtung aus dem Lärmaktionsplan.“ Tempo 30 sei ein Gewinn für mehr Sicherheit, nicht nur beim Lärm eine Entlastung, bringe mehr Lebensqualität. „Ich werde ein glühender Verfechter der neuen Regelung sein.“

Gesundheit sei ein Totschlagargument, hielt Kollege Rudi Wiedmann dagegen. „Ich bin ein Vertreter des Fahrflusses.“ Auch halte er die Geschwindigkeitstafeln für eine bessere Methode als „Blitzer“. „Für mich ist das jetzt nur ein logisches Weiterdenken der bisherigen Maßnahmen“, so Ingrid Wolpert. Für Ortsvorsteher Walter Schlotter ein weiterer Vorteil der angestrebten neuen Regelung: Bei dieser klaren Vorgabe bräuchte es keinen Schilderwald mehr in Röhlingens Ortsdurchfahrt.

Die Meinungen zu diesem Thema gehen auseinander. Am Mittwoch, 6. Juli, wird sich der Verkehrsausschuss dazu beraten und am 21. Juli der Gemeinderat dann eine Entscheidung fällen.

Zurück zur Übersicht: Röhlingen

Kommentare