Wenn funkelnde Sterne in die Schürze purzeln

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Grundschüler haben Transparentpapierbilder gemacht.
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Röhlinger Frauen verzaubern das Dorf und lassen es mit einem Fenster-Adventskalender leuchten.

Ellwangen-Röhlingen. Jeden Tag rückt Weihnachten näher: in Röhlingen auf besondere Weise. Der Ort hat einen besonderen Adventskalender. Der Frauenbund hatte eine zauberhafte Idee. Und die Röhlinger genießen derzeit, wie es Tag für Tag ein Stückchen heller wird. In beleuchtenden Röhlinger Fenstern. Und in den Herzen derer, die abends durch die Straßen spazieren und sich von den individuell gestalteten Fenstern mitnehmen lassen.

„Es war einmal ein kleines Mädchen. Dem waren Vater und Mutter gestorben und es war so arm...“, tönt das Grimmsche Märchen von Sterntaler aus einem kleinen Lautsprecher in der Mozartstraße 8. Im Fenster daneben: ein dichter Tannenwald aus Kinderhand in goldenem Licht samt dem kleinen Mädchen. Familie Kurz hat gebastelt.

Ein paar Kurven weiter Richtung Tal, im Silcherweg 14: in Sarah Blässings Fenster streichelt der Weihnachtsmann eines seiner Rentiere, inmitten einer kleinen Stadt, fantasievoll gefertigt aus ausgedienten Tetrapacks. Und umkreist von einer Holzeisenbahn.

In der Schule leuchten bunt prächtige Fenster aus Transparentpapier, im Kindi wandert Elias, der Esel, Richtung Bethlehem. In der Hauptstraße stehen als große Maria, Josef, Ochs, Esel und Schaf andächtig um das kleine Weihnachtswunder in der Krippe. Abeles wünschen passend zum Reitsportbetrieb auf schwarzen Stiefeln „Frohe Weihnachten“.

In der Rathausstraße 5 regnet es Sterne in Sterntalers Schürze und bei Anette Müller leuchtet das ganze Haus. In jedem der vielen Fenster bunte Sterne.

Hinter dem hölzernen Tor zum Innenhof Lachen, Glühweinduft, Kerzen und Gewürzschnitten. Und ein paar Röhlinger beim abendlichen Adventskalender-Schwätzchen.

„Es gibt laute und leise Fenster“, erklärt Ideengeberin Monika Kurz vom Leitungsteam des Frauenbundes. Jeden Abend sind sie viereinhalb Stunden lang beleuchtet und laden zu einem Bummel durchs abendliche Röhlingen ein. Und jeden Tag bis Heiligabend kommt ein weiteres hinzu. Sieben Frauen bieten ein lautes Fenster an: Dann warten Punsch, Glühwein und Gebackenes vor dem beleuchteten, individuell gestalteten Fenster. Die Tasse ist mitzubringen. Gespendet wird nach Belieben in ein Sparschwein. Dessen Inhalt soll einem guten Zweck zugutekommen.

„Eigentlich wollten wir das ja groß aufziehen, mit Musikverein, Gesangverein und so“, erzählt Kurz. Doch Corona ließ das nicht zu. „Nächstes Jahr klappt's hoffentlich“, sagt Betha Riethmüller. 2 G gilt ohnehin an den „lauten Fenstern“. Die sechs Frauen aus dem Leitungsteam des Frauenbundes hatten sich bei der Planung im Oktober den Ortsplan vorgenommen. Und überlegt, wie sie die Adventskalender-Fenster in Röhlingen verteilen können. Und dann die Bewohnerinnen der Häuser angesprochen. Alter: von Anfang 20 bis knapp 70. Und gern welche, die sonst nicht so sehr mitmischen im Ortsleben. Jede war begeistert, keine einzige hat „nein“ gesagt. Sich dafür aber immer etwas ganz Besonderes ausgedacht.

Und jetzt sieht man jeden Abend kleine Grüppchen durch die Straßen spazieren. Und sich einfach freuen. Über diesen ganz besonderen Advent in Röhlingen. Panja Tillmann-Mumm

  • Kalenderfenster noch bis Dreikönig zu sehen
  • Noch bis Dreikönig sind die schön gestalteten Adventskalender-Fenster der Röhlingerinnen zu bewundern, immer abends, zwischen 17.30 und 22 Uhr. Bis Heiligabend kommt jeden Abend ein weiteres Fenster dazu.
Abeles Adventskalenderfenster ist reiterlich geprägt.
Anette Müller ist in der Hauptstraße Fenster 17.

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