Aktive Senioren zeigen „Es war einmal...“

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1995 wurde versuchsweise ein Zwiebelturm auf der Rosenberger Kirche montiert. Foto: ng
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Neue Ausstellung dokumentiert Rosenberger Kirchen(um)bauten.

Rosenberg. Die Rosenberger Pfarrkirche „Zur Schmerzhafen Mutter“ ist derzeit geschlossen, da Balken an tragenden Stellen morsch sind. Beim Räumen des Dachbodens kamen interessante Dinge zum Vorschein.

Zusammen mit einer Nachbildung des Grundsteins der Pfarrkirche sowie alten Bauplänen und Skizzen haben die „Aktiven Senioren“ Rosenbergs im Schauraum des Obergeschosses im Alten Rathaus eine Ausstellung zur Baugeschichte zusammengestellt, die alle Rosenberger Kirchenbauten, beginnend mit der Errichtung eines Kreuzes durch den seliggesprochenen Philipp Jeningen im Jahre 1690 bis zur letzten Kirchenraumsanierung während der Zeit des Malerpfarrers Sieger Köder abdeckt. Ergänzt wird die Ausstellung durch die alten Kreuzwegstationen, ein früheres Altarbild und die Figuren der alten Krippe vor 1980. In diesem Zusammenhang entdeckte man in alten Bauplänen mehrere Entwurfsskizzen für den Turm der Rosenberger Kirche. Die Kirchturmspitze war in der Bauzeit 1929, der Zeit der Weltwirtschaftskrise, eine reine Zwecklösung für die damals zwei Glocken gewesen.

Immer wieder wird die Rosenberger Pfarrkirche „Zur Schmerzhaften Mutter“ auch dem Heiligen Franziskus zugewidmet. Dieser Widerspruch konnte nun aufgedeckt werden. Bei einer Durchsicht des „Liber Parochum“, einer im 18. Jahrhundert begonnenen Beschreibung der Pfarrei Hohenberg mit Chronikeinträgen bis ins 20. Jahrhundert, entdeckten die „Aktiven Senioren“ einen lateinischen Eintrag, in dem es heißt, dass nach der Errichtung des Kreuzes 1690 bald eine hölzerne Kapelle (1705) und im Jahre 1747 eine steinerne Kapelle fertiggestellt werden konnte. Der Würzburger Weihbischof weihte sie zu Ehren der Schmerzensmutter Maria.

Allerdings passte dies den Rosenbergern wohl nicht. Sie wollten lieber den Heiligen Franziskus von Assisi verehren. Er war auf einem der beiden damals aufgestellten Seitenaltären abgebildet. Der Chronist beschreibt dies als einen „erstaunlichen“ (mirabilen) Vorgang. ⋌Hermann Sorg

Die Ausstellung „Es war einmal… Die Rosenberger Kirche im Wandel der Zeit“ wird am Sonntag, 27. November, um 14 Uhr in der „Galerie und Museum im Alten Rathaus“, Weiherstraße 6, eröffnet. Sie ist bis Ende Juni 2023 jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr zu sehen. Weitere Termine können über die Gemeindeverwaltung (07967) 90000 abgestimmt werden.

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