Biergarten darf bis 10. Oktober bleiben

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Biergarten in der Ortsmitte: Der "Hüttenzauber" in Rosenberg darf bis einschließlich 10. Oktober weitergehen.
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Gemeinderat Rosenberg verlängert die Bewirtung durch die Schaustellerfamilie Dietmar Kübler hinter dem Rathaus.

Rosenberg

Seit dem 2. Juli bewirtet Dietmar Kübler mit seiner Familie hinter dem Rathaus in Rosenberg den "Hüttenzauber", einen gemütlichen Biergarten mit Crepes-Stand und Kinderkarussell. Vermittelt hatte die Idee Alexander Veit von der Ellwanger Rotochsenbrauerei und im Rosenberger Bürgermeister Tobias Schneider fand sich ein Fürsprecher, der das Ansinnen gern unterstützte. Immerhin hat die Ortschaft schon seit geraumer Zeit keine Gastronomie mehr. Wer in Rosenberg ein Bier trinken oder ein Schnitzel essen will, tut sich schwer, denn eine Wirtschaft gibt es nicht mehr, seit "Hirsch" und "Adler" geschlossen haben.

Auch weil der "Hüttenzauber" so gut ankam, verlängerte Tobias Schneider den Biergarten bis Ende September. Doch vor zwei Wochen gab es öffentlichen Protest: einige Anwohner beklagten sich über Lärm und meinten, die öffentliche Grünfläche sei zu einem Campingplatz verkommen. Die Familie Kübler hat auf dem Gelände ihren historischen Schaustellerwagen aufgestellt, in dem sie auch übernachtet.

Dietmar Kübler hatte zwischenzeitlich bei der Gemeindeverwaltung eine Verlängerung des Betriebs bis Ende Oktober beantragt. 150 Bürgerinnen und Bürger unterzeichneten eine Unterschriftenliste, mit der Kübler belegt, dass der Biergarten in Rosenberg viele Anhänger hat. Für die Schausteller geht es zwischenzeitlich um die Existenz. Seit Beginn der Coronapandemie finden keine Volksfeste, Jahrmärkte und Rummelplätze mehr statt, wo sie bislang ihren Lebensunterhalt verdient hat. Und auch in den nächsten Monaten ist unklar, ob etwa die Adventsmärkte in Aalen und Schwäbisch Gmünd stattfinden können, wo Kübler sonst immer präsent war.

Am Montag war die beantragte Verlängerung des Biergartens Thema im Gemeinderat. Tobias Schneider machte deutlich, dass ein Anlieger schon vor Beginn des "Hüttenzaubers" Bedenken dagegen angemeldet habe und auf ein Ende des Gastronomiebetriebs dränge. "Dafür habe ich durchaus Verständnis. Jeder Anlieger hat ein Recht auf Ruhe", meinte Schneider. Allerdings gebe es auch viele Rosenberger Bürger, die sich über die Möglichkeit freuen, im Ort wieder einen Ort für Geselligkeit zu haben. Und auch diese Bürger hätten ein Recht, dass man ihr Bedürfnis berücksichtigt. "Herr Kübler hat bereits zugesagt, das Karussell abzubauen. Trotzdem möchte in dieser Sache nicht mehr allein entscheiden", sagte Schneider und forderte die Mitglieder des Gemeinderats zu einer Stellungnahme auf.

"Irgendwann muss Schluss sein", meinte Gerold Geiger. Immerhin habe man jetzt schon 12 Wochen Betrieb genehmigt. Thomas Friedrich schlug vor, die Genehmigung bis zum 10. Oktober zu verlängern. Dann habe Kübler noch die Möglichkeit, ein Finale zu organisieren und müsse nicht Hals über Kopf abbauen. Allerdings sollte ein Ende des Ausschanks bereits um 21.30 Uhr und Musik nur in Absprache mit den Anliegern in das Pflichtenheft aufgenommen werden.

Der Bürgermeister teilte mit, dass der Musikverein Rosenberg auch gerne noch im Biergarten aufspielen möchte. Bei zwei Gegenstimmen (Josef Schips, Gerold Geiger) gestattete der Gemeinderat Rosenberg den Betrieb des Biergartens bis einschließlich 10. Oktober. Gerhard Königer

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