Biohof baut Freiflächen-Photovoltaik

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Im Birkhof soll eine rund 12 Hektar große Agri-Photovoltaik-Anlage entstehen. Neben der Stromproduktion soll das Gelände auch künftig noch landwirtschaftlich genutzt werden.
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Der Geflügelmastbetrieb von Rudolf Schips im Birkhof plant den Bau einer rund 12 Hektar großen Agri-PV-Anlage.

Rosenberg. In der Gemeinde Rosenberg wird in Bälde die erste Freiflächen-Photovoltaik gebaut. Der Geflügelmastbetrieb von Rudolf Schips im Birkhof plant gemeinsam mit der WIND Energien GmbH  eine rund 12 Hektar große Anlage auf seinem Gelände. Der Gemeinderat Rosenberg fasste nach längerer Diskussion am Montagabend mehrheitlich den Aufstellungsbeschluss für den vorgestellten Bebauungsplan.

Konkret soll auf dem Areal des Biohofs von Rudolf Schips eine sogenannte Agri-Photovoltaik-Anlage entstehen. Sie ermöglicht nicht nur eine PV-Stromproduktion, sondern lässt auch weiterhin eine landwirtschaftliche Nutzung der Flächen zu. Im Falle des Biohofs sollen die Solarmodule den Hühnern des Betriebs künftig als Unterstand und Schutz dienen. Dies sei ein relativ "schonender Eingriff" in die Natur, führte Bürgermeister Tobias Schneider bei der Vorstellung der Pläne im Rathaus aus. Mit Blick auf die aktuelle Energiekrise seien solche Vorhaben laut Schneider grundsätzlich zu begrüßen und ein "guter Schritt in die richtige Richtung". Die Verwaltung stehe dem Projekt deshalb auch sehr aufgeschlossen gegenüber, ließ Schneider die Räte wissen.

Nach dieser Einlassung wurde im Gremium dann trotzdem noch sehr angeregt über die geplante Anlage diskutiert, über die rund 2600 Haushalte und damit im Prinzip die gesamte Gemeinde Rosenberg mit Strom versorgt werden könnte. Gerold Geiger und Stephan Zerrer mahnten an, dass sich andere Gemeinden, wie etwa Fichtenau, einen Kriterienkatalog zugelegt hätten, bevor  solche Solarparks genehmigt wurden. Punkte, wie etwa die Sichtbarkeit solcher Anlagen oder auch die Möglichkeit von Bürgerbeteiligungen, müssten vor entsprechenden Baugenehmigungen festgelegt sein, befanden Geiger und Zerrer unisono.  Thomas Fredrich sprach sich ebenfalls für einen Kriterienkatalog aus, widersprach aber der Auffassung, dass man mit der Genehmigung des Vorhabens im Birkhof einen Präzedenzfall in der Gemeinde schaffe. Das Projekt werde schließlich auf einem Privatgrundstück von einem landwirtschaftlichen Betrieb im Außenbereich umgesetzt.

Bürgermeister Tobias Schneider stieß ins selbe Horn wie Fredrich. In diesem Zuge merkte Schneider außerdem an, dass in Rosenberg mittelfristig nicht mit einer Flut von Genehmigungsanträgen für Freiflächen-Photovoltaikanlagen zu rechnen sei. Der Grund dafür sei die mangelnde Netzkapazität der EnBW. Die habe derzeit alle Hände damit zu tun, kleine PV-Anlagen ans Netz zu bringen - für größere Anlagen ab 100kWp-Leistung gebe es aktuell keine Einspeisegenehmigung von der EnBW. Der Birkhof könne sein Projekt nur umsetzen, weil er seinen Strom über die Trasse der WIND Energien GmbH einspeisen könne, die unmittelbar an dem Betrieb vorbeiführt, erklärte Schneider den Räten.

Darüber hinaus merkte Rathauschef noch an, dass die Gemeinde Rosenberg und auch die Bürger von der Anlage im Birkhof profitieren werden. Die Gemeinde erhalte unter anderem den sogenannten "Sonnencent", dieser betrage 0,2 Cent pro produzierter Kilowattstunde. Bei prognostizierten 11 550 000 kWh pro Jahr würden der Gemeinde somit rund 23 000 Euro pro Jahr zufließen. Des Weiteren stehen der Gemeinde auch die Gewerbesteuern zu - und zwar zu 100 Prozent.  Eine regionale Wertschöpfung im Falle der geplanten Agri-PV-Anlage ei ebenfalls angedacht - wahrscheinlich durch die Gründung eine Energiegenossenschaft. Hierzu werde es  in Zusammenarbeit mit der WIND Energien GmbH noch eine Bürger-Informationsveranstaltung geben. "Wir gehen an dieses Projekt nicht blauäugig heran", unterstrich Schneider, der abschließend noch darauf hinwies, dass auch ein Kriterienkatalog bereits in Planung sei  - die Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft (VVG) Ellwangen, zu der auch die Gemeinde Rosenberg gehört, arbeite bereits an einem solchen Papier.

Am Ende der Debatte fasste das Gremium bei zwei Enthaltungen den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan  „AGRI ‐ Freiflächenphotovoltaik Birkhof". Die Kosten für die Planungen wird in diesem Falle nicht die Gemeinde tragen, sondern der Vorhabenträger.

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