Corona-Ausbruch im Pflegestift

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Im Pflegestift Rosenberg gab es einen großen Corona-Ausbruch. Vier der Erkrankten starben. Träger der Einrichtung ist die Dienste für Menschen gGmbH, Teil der Diakonie.
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Im Pflegestift Rosenberg gab es einen massiven Corona-Ausbruch unter den Bewohnerinnen und Bewohnern. Was bislang bekannt ist.

Rosenberg

Im Pflegestift Rosenberg im Generationenpark "Edelrose" infizierten sich seit Jahreswechsel insgesamt 40 Menschen mit Corona, überwiegend Bewohner, vereinzelt auch Mitarbeiter. Die Zahlen sind inzwischen wieder rückläufig. Derzeit sind noch 23 Personen erkrankt, die übrigen wieder genesen.

Vier Tote sind im Zusammenhang mit Corona zu beklagen. Drei davon verstarben in der Einrichtung, eine Person im Krankenhaus.

Wie es zu dem massiven Ausbruch kommen konnte, ist unklar. "Es ist schlicht nicht nachvollziehbar", berichtet Rosenbergs Bürgermeister Tobias Schneider. Die Gemeindeverwaltung steht als ortspolizeiliche Behörde in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt.

"Das Hygienekonzept des Trägers war sehr gut. Der erste Fall wurde am 28. Dezember bekannt. Sofort wurden die wenigen verbliebenen Gruppenaktivitäten eingestellt, das Essen auf den Zimmern ausgegeben. Die Mitarbeiter wurden getestet, eine Mitarbeiterin in Quarantäne verbracht." Zudem wurden bereits seit dem 17. Dezember an Besuchern Schnelltests durchgeführt.

Dass das Virus dennoch derart unter den Bewohnern grassieren konnte, bleibe ein Rätsel, so Schneider.

Keine Auffälligkeiten

"Weder unter dem Pflegepersonal noch sonst in der Gemeinde gibt es Auffälligkeiten, was die Infektionszahlen angeht. Der Ausbruch betrifft vor allem die Bewohner des Pflegestifts." Die anliegenden betreuten Wohneinheiten des Generationenparks sind nach derzeitigem Stand nicht von dem Ausbruch betroffen.

Dabei hatte die Gemeinde bis zuletzt gehofft, relativ schadlos durch die Krise bis zum Impfstart zu kommen. "Das war das Licht am Ende des Tunnels, und bis dato blieben sowohl die Einrichtung als auch die Gemeinde relativ verschont," so Schneider und ergänzt: "Die Gemeinde hatte bislang nur vereinzelt Infektionen zu vermelden, die sämtlich auf den privaten Haushalt nachverfolgt und durch Quarantänemaßnahmen stets eingedämmt werden konnten."

Es ist schlicht nicht nachvollziehbar.

Tobias Schneider Bürgermeister Rosenberg

Vom Konzept überzeugt

Heike Schneider, Pressesprecherin der Dienste für Menschen gGmbH, die als Teil der Diakonie insgesamt 1600 Bewohner in mehreren Einrichtungen betreut, bestätigt dies. "Wir hatten seit März in allen unseren Einrichtungen nur vereinzelte wenige Fälle, die wir alle isolieren konnten. Daher ist dieser Ausbruch im Pflegestift Rosenberg nun umso tragischer. Wir waren felsenfest überzeugt, dass unser Sicherheitskonzept passt."

So sei bereits extra vor Weihnachten noch einmal die Sicherheit hochgefahren worden: "In Rosenberg waren Besuche nur nach vorheriger Terminvergabe im Aufenthaltsraum im Erdgeschoss, mit Abstand und hinter einem Schutzschild sowie mit Maske möglich. Wir haben an die Besucher kostenlos FFP2-Masken verteilt, Fieber gemessen und kostenlose Schnelltests durchgeführt. Erst bei negativer Testung war ein Besuch möglich", erklärt Schneider. Die Einrichtungen hielten sich stets an alle geltenden Vorgaben der Gesundheitsämter und gingen teilweise darüber hinaus.

Kein Impftermin in Sicht

Zu den Verläufen bemerkte Schneider, dass nicht alle der Infizierten Symptome entwickelten oder schwer erkrankt seien. Das Geschehen bleibe dynamisch, doch die Zahlen ebbten ab. Anfang kommender Woche soll erneut flächendeckend getestet werden, erste Wiedergenese werden bereits entisoliert.

"Wir hoffen, dass die Tests nächste Woche gut verlaufen, um dann mit den Entisolierungen fortfahren zu können", so Schneider. "Langfristig hilft uns aber nur eine Impfung."

850 Personen in den Einrichtungen der Dienste für Menschen gGmbH wurden bereits geimpft, allerdings noch niemand in Rosenberg. Und das wird wohl vorläufig so bleiben: "Derzeit ist leider kein Impftermin für Rosenberg für uns in Sicht", bedauert Schneider.

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