Die Leiden der „Schmerzhaften Mutter“

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Architekt Patrick Duttlinger stellte der Kirchengemeinde die bisher erfassten Schäden und die notwendigen Sanierungsarbeiten vor.
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Die Kirche in Rosenberg muss gründlich saniert werden. Architekt Duttlinger stellt die geplanten Arbeiten vor. Wie der Zeitplan aussieht und wie das Ganze finanziert werden soll.

Rosenberg

Die Kirche „Zur Schmerzhaften Mutter“ muss gründlich saniert werden. Am Sonntag informierten Pfarrer Harald Golla und die Planer der Maßnahmen die Kirchengemeinde über notwendige Arbeiten und die Abläufe. Start soll im Juli sein.

Pfarrer Golla gab einen kurzen Abriss über die Geschichte der 1832 erbauten Kirche. 1966 war sie umgebaut worden und 1986 zuletzt renoviert worden. Im vergangenen Jahr hatte der Kirchengemeinderat den Entschluss gefasst für eine erneute Sanierung. „Wir wollen sie erhalten“, sagte Golla.

Architekt Patrick Duttlinger vom Architekturbüro Duttlinger/Stock aus Ellwangen erläuterte die Schäden, die bei einer ausgiebigen Untersuchung festgestellt worden waren. So sind vor allem im Dachstuhl Holzteile verfault, im Gebälk fehlen Verbindungen, die Decke des Kirchenschiffs ist durch immer mehr entstehende Spannung nicht mehr tragfähig. Auch das Gebälk im Dach ist angegriffen, das Dach selbst stellenweiseundicht. Der Untergrund sei in Bewegung geraten - beispielsweise durch sehr trockene Sommer. Infolgedessen sind vielfach Risse in den Wänden um die Fenster und auch im Turm und in den Säulen entstanden. Auch müsse die Elektrik komplett erneuert werden.

Im Juli soll die Kirche komplett ausgeräumt werden und innen ein tragendes Gerüst aufgebaut werden, damit, wenn am Dachstuhl gearbeitet wird, innen von der Decke keine Teile herabstürzen können. Auch außen wird die Kirche komplett eingerüstet, damit am Dach gearbeitet werden und später die Fassade erneuert werden kann.

Da im Dachstuhl Fledermäuse nisten, darf an diesem nur beschränkt außerhalb deren Fortpflanzungszeit von September bis 1. April gearbeitet werden. Nach den Dacharbeiten werden die Risse in den Wänden verfüllt und abgedichtet und die Wände überarbeitet. Im Inneren werden fast die komplette Elektrik und die Beleuchtung ersetzt, und Altar, Türen und die Ausstattung gereinigt.

Ende 2023 sollen die Arbeiten beendet sein, wie Duttlinger beschrieb.

Pfarrer Golla sagte, dass rund 1,3 Millionen Euro an Kosten geplant seien. „Aber eine Sanierung eines alten Gebäudes ist ja immer ein bisschen eine Wundertüte“, ergänzte er. Es seien Rücklagen da, die Kirchengemeinde müsse auch Schulden machen. Und rund 45 000 Euro sollen an Spenden herangeholt werden. Dazu organisiert die VR-Bank eine Crowd-Funding-Aktion, wie deren Mitarbeiter Hubert Thalheimer erläuterte. Für jede bei der Aktion eingehende Spende bis 200 Euro gibt die VR-Bank jeweils 50 Prozent dazu.

Gottesdienste während der Sanierung: Während der Bauzeit finden die Gottesdienste im Gemeindehaus statt, die größeren Feiertagsgottesdienste wie Weihnachten und Ostern in Hohenberg oder in Jagstzell, wie Golla sagte. „Unsere Kirche muss dringend saniert werden, sie wird aber net  z'sammakracha“, sagte er unter Beifall.

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