Ein 100-Meter-Mast mitten im Ort?

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Rot umrandet die Lage des Mastes am Sportparkgelände im Ort. Aktuell überragt er etwas die Fluchtlichtmasten, nach Betreiberwillen soll er viermal so hoch werden.
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Warum am Mobilfunkmast-Standort Geiselrot lange nichts passierte und die Räte dem neuen Ansinnen von Vodafone so nicht zustimmen konnten.

Rosenberg

Vergangenen April genehmigte der Gemeinderat Rosenberg die Aufstockung des bestehenden Mobilfunksendemasts auf Gemeindegrund am Sportplatz Geiselrot. Damals reichte der Betreiber Vodafone das Ansinnen ein, den Mast von 25 Meter auf 30 Meter zu erhöhen, um damit die Netzabdeckung zu verbessern und für 5G-Technologie vorbereitet zu sein. In langen Gesprächen konnte Bürgermeister Tobias Schneider damals auch die Mitglieder der Bürgerinitiative für das Vorhaben gewinnen.

In gut einem Jahr nach der Genehmigung passierte – nichts. Nun hat sich der Betreiber über die Erschließungsfirma erneut an die Gemeinde gewandt. Die Statik des bestehenden Mastes gibt die Aufstockung nicht her, vermeldete Vodafone. Ein neuer Mast soll nun gebaut werden.

Viermal höher

Das Vorhaben weist nun gänzlich andere Dimensionen auf. Geplant ist jetzt ein 100 Meter hoher Mast sowie dazugehörige Service- und Technikcontainer. Vodafone besteht auf einem 250 Quadratmeter großen Grundstück am Standort Sportpark, das mit einer Umzäunung versehen werden soll. Zudem will Vodafone auch weitere Betreiber auf den Mast mitnehmen. Für Bürgermeister Tobias Schneider ist das so nicht akzeptabel. „Vodafone will am Standort grundsätzlich festhalten, da er wohl für die Netzabdeckung am geeignetsten und bereits mit Glasfaser erschlossen ist. Aber sie haben uns noch nicht einmal einen Lageplan des Bauvorhabens vorgelegt.“

Auch die Gemeinderäte äußerten ihren Unmut. Stephan Zerrer formulierte klar: „Das funktioniert so nicht. Die Höhe ist nicht akzeptabel. Und ein umzäuntes Gelände ist am Sportpark mit Ballsport nicht vereinbar.“

Josef Schips brachte dazu noch die Optik ins Spiel. „Der Mast steht dann unmittelbar am Ortseingang mit den Containern. Wenn überhaupt, dann müssen Auflagen kommen, um das in die Landschaft einzubetten. Aber dann müssen wir uns immer noch überlegen, ob wir so einen Mast zentrumsnah wollen.“

Schneider unterstrich, dass eine Ablehnung Konsequenzen haben könne: „Vodafone lässt klar erkennen, dass dann ein weiterer Ausbau des Standorts Rosenberg überdacht werden müsse.“ Zudem könnte Vodafone auch ein privates Grundstück erwerben, „dann haben wir als Gemeinde gar kein Mitspracherecht mehr.“

Grundsätzlich sei es wünschenswert, wenn sich mehrere Anbieter einen Mast teilen, so Schneider, doch auch hier stehe die Gemeinde bei der Bürgerinitiative im Wort: „Wir können keinen Persilschein ausstellen.“

Letztlich votierte der Gemeinderat am Montagabend einstimmig, dass dem Vorhaben in der vorgelegten Form nicht zugestimmt werden kann. Dafür beauftragte der Rat die Gemeindeverwaltung, in weitere Verhandlungen mit Vodafone einzutreten.

„Die Höhe ist nicht akzeptabel.“

Stephan Zerrer, Gemeinderat
Der bestehende 25-Meter-Sendemast am Sportplatz.

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