Skrupellose Kupferdiebe räumen Kapellendächer ab

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Die Matzenbacher Bildkapelle wird jedes Jahr von vielen Gläubigen besucht. Am vergangenen Wochenende schnitten Diebe Teile des Kupferdachs aus.
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In Matzenbach und Geiselrot haben unbekannte Täter hohe Sachschäden an zwei Kapellengebäuden angerichtet. Die Suche nach den Tätern läuft.

Rosenberg/Fichtenau.  Der Diebstahl von Buntmetall ist nicht Neues. Seit vielen Jahren blüht das illegale Geschäft mit gestohlenen Kabeln, Regenrohren, Rinnen und neuerdings wohl auch mit  Kapellendächern. Jüngstes prominentes Opfer ist die Matzenbacher Bildkapelle geworden. Täter räumten hier größere Teile des Kupferdachs ab. In Fichtenau ist man erschüttert.

Die Matzenbacher Bildkapelle, die mitten im Wald steht, ist nicht irgendeine Kapelle. Diese ganz besondere Gnadenstätte wird jedes Jahr von unzähligen Gläubigen aufgesucht. Allein zum Matzenbacher Bildfest am 2. Septembersonntag strömen jedes Jahr hunderte Menschen.

In diesem Jahr müssen sich die Besucher darauf einstellen, dass die kleine Kapelle anders aussehen wird. Denn: Unbekannte Täter haben hier in der Nacht von Sonntag auf Montag gewütet und auf einer Fläche von rund zehn Quadratmetern Teile des Kupferdachs mit brachialer Gewalt herausgeschnitten. „Ein unglaublicher Vorgang“, sagt Fichtenaus entsetzte Bürgermeisterin Anja Schmidt-Wagemann. „Die Leute machen einfach vor gar nichts mehr halt.“ Vandalismusschäden bei der Bildkapelle seien zwar nichts Neues, aber dieser Diebstahl habe dann doch nochmal eine „ganz neue Qualität“, moniert Fichtenaus Rathauschefin. „So etwas macht mich wirklich traurig.“. Schmidt-Wagemann geht zwar davon aus, dass die katholische Pfarrgemeinde das Dach schnell ausbessern lassen wird. „Aber so wie es war, wird man es nicht wieder hinbekommen.“

Pfarrer Markus Engert bestätigt, dass die Kirchengemeinde schnell tätig werden möchte. Der Geistliche rechnet mit Reparaturkosten von bis zu 10 000 Euro. Wobei man nicht nur das Dach richten wird. „Wir werden aus diesem Vorfall lernen“, kündigt Engert an. Dieben und Vandalen soll es künftig deutlich schwerer gemacht werden.

Die Matzenbacher Bildkapelle ist nicht das einzige Kirchengebäude, das es in den letzten Tagen erwischt hat. Eine Woche zuvor hat es zwischen Sonntag und Montag einen ganz ähnlichen Vorfall in der Gemeinde Rosenberg gegeben. 

Bei einer kleinen, ebenfalls etwas abseits gelegenen Kapelle, die in einem Waldstück an einem Zubringerweg des Jakobswegs bei Geiselrot steht, wurde auch das Kupferdach abmontiert – auch hier beläuft sich der Schaden auf rund 10 000 Euro. 

Auch in Rosenberg ist man erschüttert. „Bei solchen Übergriffen fehlen einem einfach die Worte“, sagt Kämmerer Christian Laukenmann.

Bei der Polizei hält man sich mit Spekulationen zu den Tätern zurück. Aktuell werde noch geprüft, ob es einen Tatenzusammenhang zwischen den Vorfällen in Matzenbach und Geiselrot gibt. 

„Aber solche Ermittlungen gestalten sich erfahrungsgemäß immer äußerst schwierig“, sagt Polizeisprecher Rudolf Bihlmaier wenig hoffnungsvoll. 

Auf einer Fläche von rund zehn Quadratmetern wurde das Kupferdach rausgeschnitten.

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