Wenn das Herz für die Heimat schlägt

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Was macht das Leben in Rosenberg lebenswert? Wo drückt vielleicht der Schuh? Das wollte die Schwäbische Post wissen. Manfred Rupp aus Hohenberg plaudert aus dem Nähkästchen.
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Manfred Rupp ist Rosenberger mit Leib und Seele. Im Gespräch berichtet der Vereinsmensch und Gemeinderat, warum er die Gemeinde im Herzen trägt.

Rosenberg

Manfred Rupp ist schon ein paar Mal in seinem Leben umgezogen. Die Gemeinde Rosenberg hat er dabei aber nie hinter sich gelassen. Heute ist der 52-Jährige Mitglied im Gemeinderat, engagiert sich in vielen Vereinen. „Ich gehöre zu denen, die sich freuen, wenn sie ins Flugzeug steigen“, erzählt er, „wenn ich weiß, dass ich nach Hause fliege“.

Denn Rosenberg biete das, weshalb viele weite Strecken in den Urlaub fahren: Wald, Natur, Ruhe, Gelassenheit. „Das Entspannte, das Gechillte, keine Hektik. Ich glaube, das macht es für mich aus“, sagt Rupp, „egal, wo man in der Gemeinde wohnt - in fünf Minuten ist man auf einem ruhigen Waldweg“.

Während der Pandemie habe er besonders gemerkt, wie viel das Leben in Rosenberg Wert sein kann. In Monaten des harten Lockdowns könne er sich vorstellen, dass viele Städter von ihren im Zweifel eher kleineren Wohnungen erdrückt wurden. „Und wir sitzen auf der Terrasse und schauen ins Grüne.“ Hinter dem Haus könne man für sich sein, habe seine Ruhe. Kinder, die auf der Straße spielen? „Wo denn sonst?“, fragt Rupp, „das haben wir genau so gemacht“. 

Die Ruhe in Rosenberg bedeute aber nicht, dass man alleine ist. Rupp pflegt eine Whatsapp-Gruppe mit Nachbarn in der Siedlung. „Eine Nachricht, dann sind in zehn Minuten alle da“, erklärt er. „Brauche ich einen Schubkarren, dann habe ich ihn in fünf Minuten.“ 

In Rosenberg kenne man einander, helfe man sich gegenseitig, kenne auch die Kinder der anderen. „Hier nennt mich keiner Herr Rupp“, sagt der 52-Jährige.

Engagement für die Gemeinde

Rupp sitzt im Gemeinderat, vertritt an zweiter Stelle den Bürgermeister. In seiner Freizeit ist er Vollblutvereinsmensch: Als langjähriges Mitglied und stellvertretender Vorsitzender organisiert er auch das Motorradtreffen des Rosenberger Motorradclubs. Er ist Vorstand des Fördervereins Fußball und stellvertretender Vorstand des Ski- und Tennisclubs. „Ich glaube, unser Vereinsleben ist noch relativ gut intakt. Das ist der große Punkt der Gemeinde.“ 

Das breite Vereinsangebot sei auch das, was jungen Familien zugute komme. Und werde auch angenommen: Sportkurse seien oft bis an ihre Limits ausgereizt, mit Sportplatz und Sporthalle lasse sich viel machen. „Kulturell entgeht uns vielleicht das ein oder andere und es gibt sicher Leute, die Abends in die Oper möchten“, sagt der 52-Jährige, „aber bei der Fußball Theatergruppe haben die Kinder trotzdem Spaß und wir kriegen trotzdem unseren Applaus“.

Auch an anderer Stelle sieht Rupp Luft nach oben. Etwa bei einem Lebensmittelgeschäft im Ort. Zwar sieht er darin „kein gravierendes Problem“, für Menschen, die weniger mobil sind, könne es aber schwierig werden. Sollte sich ein Geschäft des täglichen Bedarfs in Rosenberg niederlassen, „müssten die Leute bereit sein, Abstriche zu machen“. Man könne nicht erwarten, dass ein Geschäft im Ort das gleiche Sortiment bietet, wie eins in der Stadt. 

Man merkt Manfred Rupp an: Er lebt gerne in seiner Heimatgemeinde. „Zwischen 20 und 30 hätte ich die Antworten, die ich jetzt gebe vielleicht nicht gegeben.“ Er kann verstehen, dass es junge Menschen in die Welt hinauszieht. Dennoch kehre der größte Teil von ihnen wieder nach Hause zurück.

Das Heimweh nach Rosenberg spüre er selbst schon nach einigen Tagen außerhalb der Gemeinde. „Dann erinnert mich mein Herz daran, dass ich Rosenberger bin. Und ein Rosenberger gehört nun mal nach Rosenberg.“

Bekannter Kopf

Ein bekannter, wenn auch kein menschlicher Kopf, gehört dem Glasbläser vor dem Rathaus in Rosenberg. Die Geschichte der Gemeinde ist eng mit der Glashütte verbunden, die 1667 gebaut wurde und bis 1876 eine wechselvolle Geschichte erlebte. Der Glasbläser soll Rosenberg repräsentieren. Die Plastik stammt neben der „Pflanzensetzerin“ und dem Mönch von Sieger Köder.

Instagram-Fotomotiv

Der Ausblick, der sich auf dem Hohenberg im gleichnamigen Teilort der Gemeinde Rosenberg bietet, muss sich vor anderen Aussichtspunkten in der Region nicht verstecken! In ruhiger Idylle, viel grüner Wiese und der Wallfahrtskirche Sankt Jakobus im Rücken eröffnet sich den Betrachtenden vom Hohenberg aus ein Blick bis in den Landkreis Schwäbisch Hall oder auf die drei Kaiserberge Rechberg, Stuifen und Hohenstaufen zwischen Göppingen und Gmünd.

Schon gewusst?

Gemarkungen von Gemeinden haben sich in den vergangenen Jahrhunderten oft geändert. So auch in Rosenberg. Der Ortsteil etwa Hummelsweiler zwischenzeitlich zu Vellberg, zur Reichsstadt Schwäbisch Hall und seit Beginn des 19. Jahrhunderts zu Württemberg. Der Zollhof und das „Zollhaus“ erinnern heute noch an die Grenze, die sich in der Vergangenheit durch Rosenberg zog. Die Grenze ist identisch mit der schwäbisch-fränkischen Sprachgrenze. 

Ein Rosenberger gehört nun mal nach

Manfred Rupp, engagierter Bürger
Der Glasbläser ist eine von drei Plastiken am Rathaus.
Der Ausblick vom Hohenberg herab.
Eine Säule nahe des Teilorts Zollhof.

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