Rumänischem Einbrecherduo droht längere Haftstrafe

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Justizia
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Einbruchsserie brachte Beute im sechsstelligen Bereich. Geständnisse kürzen die Verhandlung möglicherweise ab.

Ellwangen. Die 2. Große Strafkammer des Landgerichts unter Vorsitz von Jochen Fleischer hat das Verfahren gegen zwei rumänische Staatsangehörige eröffnet, die zwischen November 2021 und Februar 2022 in Franken und Schwaben eine ganze Serie von Einbruchsdiebstählen verübt haben sollen.

Staatsanwalt Maximilian Adis verlas eine üppige Anklageschrift, die das Bild eines eingespielten Teams vermittelte: Die rumänischen Täter, 30 und 32 Jahre alt, waren tagsüber aktiv, meist am Vormittag. Der Jüngere blieb im Auto, der Ältere, getarnt als Prospektverteiler oder Zeitschriftenwerber, klingelte.

Wenn niemand öffnete, wurden die Keller- oder Terrassentür aufgebrochen oder man stieg durch ein Fenster, durchsuchte Schränke und Schubladen nach Wertsachen. Bargeld, Schmuck, teure Uhren und Münzsammlungen wurden bevorzugt gestohlen, insgesamt sind über ein Dutzend Taten angeklagt, mit Beute im sechsstelligen Wert.

Auf die Spur kam die Polizei den beiden nach dem Einbruch am 11. Januar dieses Jahres in der Steinhirtstraße in Steinheim. Hier traf der Einbrecher auf eine über 80-jährige Dame, die möglicherweise das Klingeln nicht gehört hatte. Er befahl ihr, sich hinzusetzen, zog ihr die Ringe von den Händen und verschwand mit weiterem Diebesgut. Ermittelt wurde nun wegen Raub. In Aalen-Ebnat und in Giengen, wo am selben Vormittag versuchte Einbrüche gemeldet worden waren, stieß die Polizei auf übereinstimmende Nummern, als sie die Funkzellen der Tatorte überprüfte. Ab Ende Januar wurden die Handys der mutmaßlichen Täter überwacht, am 23. Februar wurden ihre Wohnungen in Erlangen und Schwäbisch Gmünd durchsucht. Dort entdeckte man Diebesgut von mindestens einem Dutzend Einbrüche.

Der Polizeibeamte, der die Ermittlungen leitete, schilderte im Zeugenstand die Auswertung der Täter-Smartphones mit GPS-Daten und Suchbegriffen, die einen Zusammenhang mit den Taten nahelegen. Hinzu kamen weitere Indizien. Mal wurde Tatwerkzeug vergessen, mal hinterließ man Fingerabdrücke oder lief in die Überwachungskamera des Nachbarhauses.

So erhärtete sich der Verdacht, dass auch weiter zurückliegende Einbrüche im Raum Kirchheim-Teck, Metzingen, Weilheim, Ilsfeld, Munderkingen durch die beiden verübt wurden.

Richter Fleischer machte deutlich, dass Geständnisse sich positiv auswirken auf das zu erwartende Strafmaß, das „bestimmt nicht am unteren Rand liegen wird.“ Er verwies auf einen ähnlichen Fall, bei dem der Angeklagte nicht geständig war und sechs Jahre ins Gefängnis musste.

Eine Abkürzung des Prozesses mit über 30 Zeugen und fünf geplanten Verhandlungstagen würde deutlich strafmildernd gewertet, sagte Fleischer. Wobei die größere Schwere der Schuld beim Älteren liege, der in die Häuser einstieg und im Ausland einschlägig vorbestraft ist.

Am Ende des ersten Prozesstages kam es tatsächlich noch zu Geständnissen, die sich allerdings teilweise widersprechen. Während der Jüngere sagte, er sei nur gefahren, behauptete der Ältere, man sei auch gemeinsam eingestiegen. Die Frau in Steinheim habe er nicht beraubt.

Die Verhandlung wird am Freitag um 9.15 Uhr fortgesetzt.

 

 

 

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