Rumänisches Duo: Die Einbrecher gehen für Jahre ins Gefängnis

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Die 2. Strafkammer am Landgericht Ellwangen verurteilt das rumänische Duo, das schwere Wohnungseinbrüche in Serie verübt hat, zu 5 Jahren, 3 Monaten beziehungsweise 4 Jahren, 9 Monaten Haft.

Ellwangen. Am Freitag sprach Jochen Fleischer, Vorsitzender Richter der 2. großen Strafkammer am Landgericht, das Urteil über zwei rumänische Staatsbürger, die zwischen November 2021 und Februar 2022 in über ein Dutzend Wohnungen eingebrochen waren. Die 30 und 32 Jahre alten Männer hatten dabei Schmuck und Bargeld im Wert von über 100 000 Euro erbeutet und waren vollumfänglich geständig.

Damit hatten sie die Beweisaufnahme erheblich abgekürzt, das hielt ihnen Staatsanwalt Maximilian Adis zugute. Er forderte für den jüngeren, den "Fahrer", 4 Jahre 9 Monate, für den älteren, der in die Wohnungen einstieg, 5 Jahre 9 Monate Haft. Auch dass ein Teil der Beute den rechtmäßigen Eigentümern zurückgegeben werden kann, solle sich strafmildernd auswirken. Im Fall der über 80-jährigen Frau in Steinheim, der teure Ringe von der Hand abgenommen worden waren, wich Adis vom Tatvorwurf "Raub" ab. Nach der Aussage der Tochter sei klar, dass der Täter keine Gewalt angewandt und die Frau auch nicht bedroht hatte. Weil die alte Dame nur zu Besuch war, handle es sich auch nicht um schweren Wohnungseinbruchsdiebstahl sondern um schweren Einbruchsdiebstahl.

Der Gesetzgeber differenziert hier, um die psychischen Folgen von Opfern, die das Vertrauen in die Sicherheit der eigenen vier Wände verlieren, besser berücksichtigen zu können.

Rechtsanwalt Robert Bäumel, der den "Fahrer" verteidigte, sah eine Haftstrafe von 4 Jahren für seinen Mandanten als Obergrenze. Die Alkoholsucht, die erst im Laufe der Hauptverhandlung Thema wurde und für die es auch nach Meinung eines Sachverständigen keine objektiven Anhaltspunkte gibt, habe der Rumäne so lange verschwiegen, weil es ihm schwer Falle, Schwäche zu zeigen.

Den älteren Angeklagten, dessen üppiges Vorstrafenregister das Strafmaß maßgeblich beeinflusste, verteidigte Timo Fuchs und er bat eine Strafe zwischen 3 und 6 Jahren zu verhängen, die symmetrisch zu der des Mittäters sei. Das frühe Geständnis seines Mandanten müsse sich "schwerwiegend strafmildernd" auswirken, sonst tue er sich als Strafverteidiger künftig schwer, Mandanten zu einem Schuldeingeständnis zu bewegen.

Jochen Fleischer blieb mit dem Urteil 5 Jahre, 3 Monate für den Älteren und 4 Jahre, 9 Monate für den "Fahrer" im Wesentlichen beim Plädoyer des Staatsanwalts. Bei beiden Tätern waren die Vorstrafen mit zu berücksichtigen, beim "Fahrer" sogar eine Bewährungsstrafe aus einer ganz anderen Tat miteinzubeziehen: Der Mann war im Februar in Schwäbisch Gmünd wegen sexuellem Mißbrauch zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte Geschlechtsverkehr mit einer 13-Jährigen. Zur angeblichen Alkoholsucht des "Fahrers" meinte Fleischer, sie lasse sich nicht sicher widerlegen, weshalb der Mann einen Teil der Strafe in einer Entziehungsanstalt verbringen kann.

Nicht erschwerend hätten sich die Tatfolgen auf das Urteil ausgewirkt, keines der Opfer sei völlig aus der Bahn geworfen worden, meinte Fleischer. Was die Zeugen an Ängsten und Unsicherheit in Folge der Einbrüche geäußert hatten, sei "im Rahmen des Üblichen" gewesen. Zu den Haftstrafen müssen beide Täter jeweils  rund 60 000 Euro bezahlen, was im Großen und Ganzen den sichergestellten Werten entspricht, die keinen bekannten Einbrüchen zuzuordnen sind.

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