Schrezheim steht fürs Anpacken

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Mit Böllerschüssen und einem Stehempfang mit buntem Programm wurde in Schrezheim an die Eingemeindung vor 50 Jahren erinnert.
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Ein bunter Jubiläumsreigen: Wie in Schrezheim an die Eingliederung der Ortschaften zu Ellwangen im Jahr 1972 erinnert wird.

Ellwangen-Schrezheim

Die Diskussionen in der Stadt über die Eingemeindung der Ortschaften – Schrezheim, Röhlingen, Rindelbach und Pfahlheim – zur Gesamtstadt Ellwangen hat Johannes Mayer als Gemeinderat miterlebt. Davon berichtete er bei einem Stehempfang im Grünen an der St. Georg-Halle Schrezheim anlässlich des 50-jährigen Jubiläums dieses Entscheides. Kommunalpolitiker wie Josef Merz und Landrat Huber hatten damals im Vorfeld viel Aufklärungsarbeit leisten müssen, erinnerte sich Mayer. Am 18. Juli 1971 hatten bei einer Bürgerbefragung 58,7 Prozent schließlich für die Eingliederung gestimmt. Rückblickend könne er heute sagen: „Es war für die gesamte Stadt die richtige Entscheidung.“

Schrezheims Ortsvorsteher Albert Schiele und Oberbürgermeister Michael Dambacher hatten das historische Ereignis aufleben lassen. „Schrezheim ist als Teilort lebendig wie eh und je“, befand Schiele. Zwar herrsche nicht immer Einverständnis zwischen Ortschaften und Stadt, „aber insgesamt ist die Zusammenarbeit gut“. Paragraf 2 des Eingemeindungsvertrags sehe „die Wahrung der Eigenheit der Ortschaften“ vor. „Das bisherige Brauchtum der Ortschaften soll erhalten bleiben“, zitierte Schiele, der sich weiterhin gute Zusammenarbeit in „gegenseitigem Vertrauen und Wertschätzung“ wünschte.

Schieles Stellvertreter Jürgen Lang verlas alle 18 Wohnplätze der Ortschaft in alphabetischer Reihung und nannte deren Einwohner – von Altmannsrot mit 90 bis Vorderlengenberg mit 5 Einwohnern -, nach jeder Nennung feuerte die Böllerkameradschaft Schrezheim ein krachendes Salut. Insgesamt habe sich die Einwohnerzahl seit 1972 auf heute 3102 Einwohner fast verdoppelt, berichtete Schiele.

Sein ehemaliger Stellvertreter Franz Ostermeier ging in Reimform auf die Entwicklung im Bereich „Bildung und Schule“ ein: Über Schulverbünde, Schließungen, den Neubau in Schrezheim sei schließlich heute nur noch die Grundschule St. Georg übrig.

Großartig gelungen war der Beitrag der Viertklässler der St. Georg Schule, die mit Chor-AG-Leiter Hariolf Neukamm und Lehrerin Karin Holzbrecher eigens für das Jubiläum getextete Lieder vortrugen. Auf die Melodie von „Go West“ sangen sie „Ein Dorf ist größer, als man glaubt. Ein Dorf, das ein jeder kennt, ein Dorf, das man Schrezheim nennt.“  

OB Dambacher war begeistert und versprach allen 13 Kindern aus eigener Tasche eine Eintrittskarte zur Landesgartenschau. Er charakterisierte Schrezheims Bewohner wie einst schon Bürgermeister Wentz als „ausdauernd und fleißig“. Dambacher: „Schrezheim steht für Anpacken.“ Dambacher ging auf die dezentrale Infrastruktur ein, die die Stadt etwas koste, die aber richtig und wichtig sei. Ellwangen sei „eine aufblühende Stadt“, in der man anstehende Herausforderungen gemeinsam lösen müsse. Die Landesgartenschau sei „ein schönes Zukunftsprojekt, von dem Schrezheim und Rotenbach sehr profitieren“.  Er freue sich darauf, die Aufgaben gemeinsam anzugehen.

Immer fair bleiben

Stellvertretend für die über 20 Vereine und feste Gruppierungen der Ortschaften sprach Gesangsvereinsvorsitzender Bernd Klein. Sein sportlicher Appell: Ehrgeiz, Rivalität und Konkurrenz gehörten dazu, der Umgang müsse aber immer fair bleiben. Nur gemeinsam könne man etwas erreichen, dennoch dürfe jeder seine Eigenheit behalten: „Wir alle zusammen sind Ellwangen.“

Der Musikverein Schrezheim spielte, und die Besucher nutzten die Gelegenheit für Gespräche. Eine Baumpflanzaktion soll in allen 18 Ortsteilen über das Jahr an das Jubiläum erinnern, kündigte Schiele an.

Die richtige Entscheidung.“

Johannes Mayer, Alt-Gemeinderat
Mit Böllerschüssen und einem Stehempfang mit buntem Programm wurde in Schrezheim an die Eingemeindung vor 50 Jahren erinnert.
Mit Böllerschüssen und einem Stehempfang mit buntem Programm wurde in Schrezheim an die Eingemeindung vor 50 Jahren erinnert.
Gesangvereins-Vorsitzender Bernd Klein sprach als Vertreter der Vereine. Mit Böllerschüssen und einem Stehempfang mit buntem Programm wurde in Schrezheim an die Eingemeindung vor 50 Jahren erinnert.
Johannes Mayer war Gemeinderat, als die Eingemeindung auf den Weg gebracht wurde und berichtete von der umstrittenen Entscheidung. Rückblickend auf 50 Jahre könne er sagen: "Für die gesamte Stadt war es die richtige Entscheidung." Mit Böllerschüssen und einem Stehempfang mit buntem Programm wurde in Schrezheim an die Eingemeindung vor 50 Jahren erinnert.
v.l. BM Volker Grab, ehemaliger Gemeinderat Johannes Mayer, ehemaliger stellv. Ortsvorsteher Franz Ostermeier, OB Michael Dambacher, Bernd Klein, Ortsvorsteher Albert Schiele: Windrader als Geschenk. Mit Böllerschüssen und einem Stehempfang mit buntem Programm wurde in Schrezheim an die Eingemeindung vor 50 Jahren erinnert.
Stellvertretender OV Jürgen Lang und OV Albert Schiele am Rednerpult. Mit Böllerschüssen und einem Stehempfang mit buntem Programm wurde in Schrezheim an die Eingemeindung vor 50 Jahren erinnert.
Oberbürgermeister Michael Dambacher, Johannes Mayer sitzend rechts. Mit Böllerschüssen und einem Stehempfang mit buntem Programm wurde in Schrezheim an die Eingemeindung vor 50 Jahren erinnert.

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