Sensationeller Fund im Dambacher Schlössle

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Wissenschaftler des Bochumer Instituts bei der Untersuchung der Ukrunde und weiterer Inhaltstücke aus der gefundenen Metallkassette.

Bei den Sanierungsarbeiten im "Schlössle" in Dambach wurde eine Metallkassette mit alten Akten gefunden. Eine Urkunde könnte dazu beitragen, dass die Ortsgeschichte umgeschrieben werden muss.

Stödtlen-Dambach

Bei den aktuellen Sanierungen im Dambacher Schlössle, unter anderem wird das Kellergewölbe trockengelegt, haben Bauarbeiter ein Metallkästchen gefunden, mit heimatgeschichtlich bedeutsamem Inhalt: Ein Aktenbündel mit Rechnungen aus dem 17. Jahrhundert, mit einer alten Pergamenturkunde als Umschlag. Schnell wurde fachlicher Rat aus dem benachbarten Limesmuseum Ruffenhofen hinzugezogen. Der dortige Spezialist für Dokumentenforschung und Museumsleiter Dr. Uwe Schärz war von dem Fund beeindruckt. Zur genaueren Ermittlung des Alters und der Echtheit des Fundes wurde die Urkunde ins forensische Schriftuntersuchungsinstitut nach Bochum übermittelt.

Von dort kam jetzt folgende Auskunft: Die Rechnungen stammen offensichtlich von einem Vorgängerbau des heutigen Gebäudes. Außergewöhnlich ist die Urkunde: sie bestätigt die Schenkung eines "Slözslin bi Stedelin" vom "Gotzhus ze Ellwang" an einen "Wernher von Dambach". Ein Dambacher Ortsadel war bislang nicht bekannt. Doch es kommt noch besser: die Urkunde enthält eine Datumsangabe: "geben an Sanct Leonhard 1023".

Diese Schenkung ist damit die erste urkundliche Nennung des Ortes Dambach. Wernher von Dambach, offensichtlich ein Ministeriale des Ellwanger Klosters, wurde 1023 belehnt. Somit ist der Teilort Dambach ein Jahr älter als der Hauptort Stödtlen, der in der Forstbann-Urkunde des Kaisers Heinrich II 1024 an das Kloster Ellwangen genannt wird. Stödtlen will 2024 sein tausendjähriges Bestehen feiern, die Vorbereitungen laufen schon.

Jetzt könnte eine Tausendjahrfeier von Dambach die Stödtlener Pläne in den Schatten stellen. "Die Dambacher Bürgerschaft wird jetzt ein eigenes Festjahr vorbereiten", sagt der Sprecher eine eilig bestimmten Festkomitees, Andres Geiß. In ersten Gesprächen wurden unterschiedliche Ideen zusammengetragen, wie man dieses Jubiläum gebührend feiern kann.

So sind über das Jahr verteilt verschiedene kulturelle Veranstaltungen im Dambacher Vereinsheim geplant. Zum Beispiel ist ein Fotoband inklusive kleinem Dokumentarfilm in Arbeit. Des Weiteren wird es eine Vortragsreihe namens „Dambacher Geschichtsmeilensteine“ geben. Hierbei wird vom mittelalterlichen Dambacher Bergbau, über die Geschichte verschiedener Hausnamen, bis hin zur Viehwallfahrt vieles thematisiert.

Der Höhepunkt des Festjahres gipfelt am dritten Augustwochende in ein großes Volksfest mit historischem Festumzug, welches auf der Kemmelwiese Richtung Eck am Berg stattfinden wird. Dazu wird das Leonhardsfest auf das erste Oktoberwochenende in die Lias-Halle verlegt. Der Festausschuss des St. Leonhardsfestes mit Vorsitzendem Daniel Feil stand dieser Idee offen gegenüber.

Natürlich sind sämtliche Abordnungen aus namensgleichen Dörfern anderer Länder ganz herzlich eingeladen. Die Delegation aus dem Ort Dambach-la-Ville an der Elsässer Weinstraße in der Region Grand Est aus Frankreich hat bereits ihr Kommen zugesichert.

Um dem historischen Dokument einen würdigen Platz zu bieten, wurde bereits mit der Planung des Umbaus und der Erweiterung des Dambacher Vereinsheims mit angrenzender Museumshalle begonnen.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger, sowie Fachpublikum und Hobbyhistoriker können das Dokument am Osterwochenende im Ballsaal des Dambacher Schlössle bewundern. Die Eröffnungsfeier findet am Ostersonntag 17. April um 10:23 Uhr statt. Auf Ihr Kommen freut sich die Dambacher Bürgerschaft, mit dem Schirmherrn und Bürgermeister der Gemeinde Stödtlen Ralf Leimberger.

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