Sonnenstrom für 1500 Haushalte

+
Bei Jagstzell soll eine neue Freiflächen-PV-Anlage für über 1500 Haushalte entstehen. Archivfoto: privat
  • schließen

Die geplante Freiflächen-Photovoltaik-Anlage im Ortsteil Winterberg beschäftigt Jagstzell.

Jagstzell. Die W-I-N-D Energien GmbH plant den Bau und den Betrieb einer Freiflächen-Photovoltaik-Anlage östlich des Ortsteiles Winterberg bei Jagstzell. Der Gemeinderat diskutierte über die Aufstellung des dafür notwendigen Bebauungsplanes kontrovers.

Der Gemeinderat hat die Planung bereits vorberaten und ein positives Signal dafür gegeben. Die Anlage dehnt sich auf einer Fläche von sechs Hektar aus. Die Gemeinde würde dafür innerhalb von 20 Jahren einen „Sonnencent“ von 242 000 Euro erhalten. Die Freiflächen-Photovoltaik-Anlage erzeugt einen Megawatt pro Hektar an Strom. Das reicht aus, um den Strombedarf von 1504 Haushalten zu decken.

Dieser Tagesordnungspunkt wurde in der vergangenen Gemeinderatssitzung, wegen noch offener Fragen verschoben. Diese sind nun mit der Kommunalaufsicht abgeklärt worden und diesmal stimmte das Gremium der Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gebiet Gewann Winterberg mehrheitlich zu. Zwei Gemeinderäte lehnten den Aufstellungsbeschluss jedoch ab und eine Stimme enthielt sich.

Gemeinderat Markus Zeller urteilte: „Wenn wir so eine Freiflächen-Photovoltaik-Anlage zulassen, müssen wir künftige ähnliche Bauvorhaben durchziehen.“ Er hegte außerdem die Befürchtung, dass man bei der Ausweisung neuer Baugebiete in Jagstzell durch solche großen Anlagen eingeschränkt werden könnte.

Bürgermeister Patrick Peukert betonte dagegen: „Wir müssen die erneuerbaren Energien voranbringen, gerade auch im Hinblick auf den Ukraine-Krieg. Da gehört die Photovoltaik auch dazu.“ Gemeinderat Klaus Thalhammer sah sich in einem Gewissenskonflikt: „Ja, es ist richtig, wir müssen die Energiewende hinbekommen. Für die Ausweisung von Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen bedarf es jedoch einer ganzheitlichen Regelung.“ Gremiumskollege Martin Wunder befand: „Mir geht das Ganze einfach zu schnell. Mit gutem Gewissen kann ich nicht dafür sein.“ Gemeinderat Stefan Rettenmeier schlug schließlich vor: „Wir sollten bei der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Ellwangen nachfragen, ob es nicht möglich wäre Vorranggebiete für solche Photovoltaik-Anlagen auszuweisen.“ Bürgermeister Patrick Peukert versicherte diesem Punkt nachzugehen.

Zur frühzeitigen Information der Öffentlichkeit wird der Abgrenzungsplan zur Einsicht öffentlich ausgelegt. ⋌

Weitere PV-Anlage

Auf dem Grundstück Industriestraße 25 in Jagstzell soll eine neue Produktionshalle entstehen. Das Gebäude ist 25 Meter lang und zehn Meter breit. Die dortige Produktion wird um ein Materiallager samt Sägerei erweitert. Auf dem Pultdach soll eine Photovoltaik-Anlage installiert werden. Gemeinderat Stefan Rettenmeier wünschte sich eine Begrünung auf dem Dach der Halle. Das Gremium befürwortete auch dieses Bauvorhaben mehrheitlich. ⋌Achim Klemm

Zurück zur Übersicht: Ellwangen

Kommentare